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Die Gera-Aue
Ausgabe 3/2026
Institutionen, Vereine und Verbände
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Info aus dem Chronikzimmer

Ein herzliches Dankeschön an Rotraut Günther und Renate Huck für die Bereitstellung der Jahresprojektarbeit.

1967 bekamen die zwei damalige Walschleber Schülerinnen der 8. Klasse im Deutschunterricht den Auftrag eine Aufstellung über die Entwicklung des Sports in Walschleben anzufertigen. Man befragte dazu ehemalige aktive Sportler.

Ihnen haben wir zu verdanken, dass wir heute viele wertvoll, interessante und wissenswerte Details in unserem Walschleber Vereinsregister erfassen können. Ich werde mich bemühen die damaligen einzelnen Sportvereine in den nächsten Ausgaben vorzustellen.

Im Amtsblatt Gera Aue 9/2025 berichtete Herr Müller über seine aktive Zeit beim Radverein. Heute etwas aus der Vereinsgeschichte.

1908 wurde in Walschleben der Radsportverein gegründet. Er besaß etwa 11 Mitglieder. Der Vorsitzende war Emil Löbner. Später waren es 50 Mitglieder. Diese wurden in vier Mannschaften eingeteilt. 1910 bekam der Verein die ersten alten Räder. Das Training fand zuerst bei Müllers auf dem Saal (Lindenhof), später dann auf dem Saal der Gaststätte Weintraube, statt. Im ersten Weltkrieg wurden alle aktiven Radsportler eingezogen. Davon sind acht Mann gefallen. Nach dem Krieg wurde der Verein wieder ins Leben gerufen und die Räder instandgesetzt. 1923 kauften die Mitglieder Radballmaschinen von ihrem eigenen Geld. Es nahmen auch schon Kinder am Training teil. Die Sportkleidung musste von jedem selbst gestellt werden. Im Sechser Kunstreigen belegte die Walschleber Mannschaft mit Fritz Eichhorn, Richard Döpping, Arno Kerst, Otto Kerst, Kurt Glötz und Albert Kühm den ersten Platz. Als Hitler an die Macht kam, legte Emil Löbner seine Tätigkeit als Vorsitzender nieder.

Der Kunstradsport war vor dem Krieg in Walschleben schon sehr aktuell. Während des 2. Weltkrieges wurden die Räder von aktiven Sportlern in persönliche Obhut genommen. Leider blieben nicht alle Räder erhalten. Nach dem Krieg waren noch acht Saalmaschinen vorhanden. Diese wurden von Herrn Kubic und Paul Merks instandgesetzt. Alte Mitglieder von der früheren Jugendgruppe fingen 1947 wieder an, aktiven Sport zu betreiben. Der Trainer war Bruno Möller und das Training fand regelmäßig bei Schuhmanns auf dem Saal (Klubhaus) statt. Es wurden Jugendmannschaften gebildet. Auch der Nachwuchs begeisterte sich für das Kunstradfahren. Der Fußboden des Saals verschlechterte sich immer mehr, sodass ein weiteres Training nicht mehr möglich war. 1948 wurde dann Müllers Scheune mit Hilfe der Sportler und Pioniere zu einer Turnhalle umgebaut. Einweihung fand 1949 statt. Ein regelmäßiges Training der Kunstradfahrer war wieder möglich. Vier Mal wöchentlich traf man sich. Der Verein vergrößerte sich auf 68 Mitglieder. Auch sonntags blieben die Räder nicht stehen. Man beteiligte sich an Wanderfahrten. 1952 wurde Bruno Müller Leiter des Radfahrvereins. Man nahm 1954 an Bezirksmeisterschaften (2. Platz) und DDR Meisterschaften (3. Platz) teil. Beim Pioniertreffen in Dresden erhielten sie die Bronzemedaille. An Maidemonstrationen fuhren sie an der Spitze des Zuges mit ihren buntgeschmückten Rädern. Aufgrund der sehr alten Räder musste sich der Verein 1956 auflösen. Es waren keine finanziellen Mittel vorhanden, neue Räder zu kaufen. Nach einen nochmaligen Versuch 1963 den Radsport wieder ins Leben zu rufen, stellte man fest, dass es zwecklos war. Der Fußboden der Turnhalle war zu defekt und die Räder ließen sich nicht mehr reparieren.

Radrennen Zeitzeuge Lothar Ehrich berichtet. Mein Vater fuhr schon kleinere Radrennen. Mein Bruder Egon war beim Radball aktiv. In Walschleben gab es auch eine Frauenradgruppe - Kunstradfahren, welche auch an Wettkämpfen teilnahmen. 1949 wurde BSG Walschleben gegründet. Die Zuckerfabrik war der Trägerbetrieb, die Sektion Radsport gehörte mit zur BSG. Radsport Männer gehörten nur drei Personen an - Lothar Ehrich, Erich Steiner, Günter Beyer. Es gab auch eine Jugendgruppe.

Nur einige der vielen Platzbelegungen der Walschleber Rennfahrer

20.05.1950

„Rund um den Kreis Suhl“

84 km

2. Platz

14.06.1951

„Rund um Kammgarnspinnerei“

65 km

2. Platz

04.05.1952

Rundstreckenrennen

68 km

3. Platz

27.07.1952

Straßenrennen

DDR Meisterschaftslauf

170 km

3. Platz

13.09.1953

Rundstreckenrennen Sondershausen

64 km

3. Platz

Radball - leider gibt es dazu keine Aufzeichnungen.