Der Sportverein Walschleben umfasste viele Sektionen. Unter anderem Fußball, Handball, Boxen, Radsport, Turnen und auch Pferdesport.
Als ich früher dabei war gehörten der Sektion ca. 20 Aktive an. Viele Sponsoren Landwirte und aus dem örtlichen Gewerbe unterstützen diese Sektion und die Veranstaltungen. Austragungsort für die Reiterfestspiele war der Reiterplatz (heute bebaut mit Eigenheimen) bzw. der ehemalige Sportplatz (heute Kindergarten). Jedes Jahr wurden Ende Mai die Reiterfestspiele durchgeführt. Reiterfest war auch gleichzeitig ein Dorffest. Die Pferde welche man besaß, waren keine reinen Sportpferde, sondern zu der Erntezeit kamen sie auch als Arbeitspferde zum Einsatz. Die Einsatzzeit als „Sportpferde“ war meist das Frühjahr. Es ging nicht immer darum zu gewinnen und Titel einzuholen, sondern Spaß und Freude zu haben. Dabei sein war alles. Wer kein Pferd besaß, bekam eins gestellt. Zu dem Reiterfesten kamen aus dem umliegenden Orten Witterda, Gebesee, Schloßvippach und Alach die Pferde mit ihren Reitern zu Besuch und zum Wettkampf.
Aus den anderen Sektionen in Walschleben kamen viele Helfer und bereiteten den Wettkampf mit vor. Bänke für Zuschauer hinstellen, Hindernisse aufbauen und Kassierer stellen. Eine Bude versorgte die Besucher mit Bier, Brause und Bockwurst. Viele brachten auch ihr Picknick mit. Alle haben mitgeholfen. Wir haben zusammengehalten wie Pech und Schwefel. Samstag am Morgen war die Anreise. Die teilnehmenden Pferde mit ihren Reitern wurden im Ort bei Freunden und Bekannten untergebracht und dort auch bewirtschaftet. Es war einfach eine schöne Zeit Gäste zu empfangen, sich auszutauschen und gesellig einige Stunden gemeinsam zu erleben. Die Vorprüfungen für Dressur, Springen, Geländeritt und Kutschfahrten (Ein - Zwei - Viergespänner) fanden auch sonnabends statt. Samstagabend war Reitertanz angesagt. Die Stimmung war immer sehr ausgelassen. Am Sonntag fanden die Hauptwettkämpfe in den einzelnen Bereichen statt. Die Pferde wurden vor den Wettkämpfen auf Hochglanz gestriegelt, die Mähnen gekämmt und geflochten, die Hufe poliert. Zwischendurch - 12 Uhr, das war Gesetz, fand ein Umzug durch das Dorf mit allen Beteiligten, Pferden und Kutschen statt. Wir hatten auch Turniererfolge zu verzeichnen. Edgar Sudor wurde DDR Meister im Zweiergespann. Paul Friedrich holte einige Siege mit einem Turnierpferd im Springen
Bei einer feucht fröhlichen Zusammenkunft kam es zur Überlegung - „Ihr könnt euch doch auch mal mit Akrobatik auf dem Pferd ausprobieren!“ So kam es auch, nach vielen Übungsstunden traten wir als Volgier Gruppe auf. 1958/59 sollten alle Mitglieder der Sektion mit ihren Pferden in die GST wechseln. Das wollte kein Mitglied. Die Sektion Reiten zerfiel. Der damalige Chef der LPG Herr Petzke versuchte ca. um 1967 den Reitverein noch einmal zu beleben. Leider war es nur ein kurzes Aufflackern. 1968 fand ein Reitturnier im Ellinger Garten statt. Es war ein hoch und runter. Durch Wegzüge, Einziehen zur NVA und Wohnungswechsel wurde die Sektion sehr geschwächt. Trotzdem bemühte man sich an Turnieren im Kreis- und Bezirksmaßstab teilzunehmen. Otto Köbis war Übungsleiter im Reitsport. Man versuchte Jugendliche für den Pferdesport zu interessieren und in den Trainingsbetrieb einzubeziehen.
Um das Vereinsregister mit Daten zu füllen benötige ich weiterhin Ihre Hilfe und die Zuarbeit von den Vorsitzenden der noch bestehenden Vereine und Genossenschaften. Sehr gern würde ich auch mit Mitgliedern ehemaliger Vereine ins Gespräch kommen. Gesucht werden Zeitdokumente, Bilder, Fotos und Zeitungsauschnitte.
Lissa Niemand
Telefonnummer 036201/60297