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Die Gera-Aue
Ausgabe 7/2019
Institutionen, Vereine und Verbände
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Sommer im Dorf

Haben Sie auch das Gefühl, im Sommer hat man mehr vom Leben?

Logisch, die Tage sind früh und abends länger hell, man ist länger draußen. Doch auch so Kleinigkeiten wie etwa auf der Terrasse frühstücken hat stets Mehrwert. Das Frühstück dient nicht nur der reinen Nahrungsaufnahme, sondern man saß eben morgens schon auf der Terrasse, den blauen Himmel über sich. Und betrachten wir mal das Partyaufkommen in den Sommermonaten. Vor allem auf den Dörfern ist Kirmes angesagt. Und natürlich fließt hier viel Alkohol, das zu leugnen wäre Schwachsinn. Aber es ist eben auch Traditionspflege. Es finden Riten statt, die schon die Väter, die Großväter und die Urgroßväter seit Jahrhunderten durchführten. Glücklicherweise finden sich bisher immer noch Jugendliche, die bereit sind, solche alten feste fortbestehen zu lassen. Trotz Arbeit, teils Montage in anderen Städten, trotz familiärer Einbindung engagieren sich junge Leute in den Vereinen ihrer Orte. Das fördert das gemeinschaftliche Leben- und nicht den Trend dieser Schlafdörfer, in denen zwar schicke Einfamilienhäuschen stehen, in denen aber kein gesellschaftliches Leben mehr stattfindet. Dorf ist auch Ernte auf den Feldern, Traktorengeräusche auf den Straßen, Staubwolken ziehen durch die Rapsfelder. Feuerwehrsignale ertönen auch zur Übung, Jugendliche die laue Sommerabende lautstark im Dorf verbringen. Ja, auch das ist Dorfleben, alle die sich daran stören, wussten doch sicherlich was sie im Dorf erwartet? In diesem Sinne: einen schönen Sommer, mit und ohne Kirmes.

Ihr Bürgermeister Hans Vollrath