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Die Gera-Aue
Ausgabe 7/2026
Institutionen, Vereine und Verbände
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Infos aus dem Chronikzimmer

Ein herzliches Dankeschön an Trautchen Günther und Renate Huck für die Bereitstellung der Jahresprojektarbeit.

1967 bekamen die zwei damaligen Walschleber Schülerinnen der 8. Klasse im Deutschunterricht den Auftrag eine Aufstellung über die Entwicklung des Sports in Walschleben anzufertigen. Man befragte dazu ehemalige aktive Sportler.

Ihnen haben wir zu verdanken, dass wir heute viele wertvoll, interessante und wissenswerte Details in unserem Walschleber Vereinsregister erfassen können. Auszüge aus ihrer Arbeit zum Thema Boxen.

Seit April 1949 wurde in Walschleben der Boxsport betrieben. Am Anfang bestand der Boxverein aus 30 jugendlichen Mitgliedern. Das Training wurde von Herrn Reinhardt durchgeführt und Karl Kerst war Sektionsleiter. Als Trainingsstätte wurde anfangs der Lindenhof und später die Kantine der Zuckerfabrik benutzt. Zum Sportfest, im Juli 1949, traten die Boxer das erste Mal öffentlich auf. Sie kämpften gegen die Jugendstaffel „Turbine Erfurt“ und errangen dabei mehrere Siege. 1950 fanden die Jugendkreismeisterschaften in Walschleben statt. Erfurt war zu diesen Meisterschaften durch „Optima“ und „Turbine Erfurt“ vertreten. Ein Jahr später fanden die Jugendkreismeisterschaften in Elxleben statt. Dabei errangen Günter Schäfer, Harald Franke, Kurt Motzner, Heinz Gräser und Helmut Dietrich den Kreismeistertitel. Vizemeister wurden Löbner und Herbert Hoffmann. Bei den Thüringer Landesmeisterschaften 1951, errangen Heinz Gräser und Helmut Dietrich den Titel des Landesmeisters. Helmut Dietrich wurde im Mittelgewicht Bezirksmeister und Heinz Gräser belegte den 3. Platz bei den deutschen Meisterschaften. Erfurt errang in Mühlhausen je einen Titel, Walschleben hingegen zwei. Das war ein großer Erfolg für unsere Boxer, da Erfurt der stärkste Konkurrent war. Diese Veranstaltung fand im Freien statt und wurde zahlreich besucht (ca. 2000 Zuschauer). Weiterhin beteiligte sich Walschleben an Veranstaltungen in Bad Tennstedt, Bad Langensalza, Schlotheim und Erfurt. Dabei zeigten die Walschleber Boxsportler gute Leistungen. 1954 kämpften Walschleber Boxer in Erfurt gegen westdeutsche Staffeln aus Nürnberg und Braunschweig. Wobei Herbert Hoffmann, Lothar Möller, Horst Bube und Edgar Friede Siege davontrugen.

Herr Reinhardt konnte aus gesundheitlichen Gründen das Boxtraining nicht mehr durchführen. Dadurch löste sich diese interessante Sportart vollkommen auf, trotz der starken Zuneigung und Begeisterung, die die Walschleber ihr entgegenbrachten. Die Jugendlichen, die heute noch Boxsport betreiben, sind Erfurter Vereinen beigetreten.

Leider gibt es zum Boxverein keine Fotos. Um das Vereinsregister mit Daten zu füllen, benötige Ich die Hilfe und Auskünfte von den Vorsitzenden der noch bestehenden Vereine und Genossenschaften. Sehr gern würde Ich auch mit Mitgliedern ehemaliger Vereine ins Gespräch kommen. Gesucht werden Zeitdokumente, Bilder, Fotos und Zeitungsauschnitte.

Lissa Niemand

Telefonnummer 036201/60297