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Saarwellinger Nachrichten
Ausgabe 26/2018
Die Gemeinde informiert
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Entsorgungsverband Saar optimiert Regenwasserbehandlung für die Kläranlage Saarwellingen

Baubeginn für neuen Stauraumkanal in Reisbach Ende Juni

Ende Juni 2018 beginnt der Entsorgungsverband Saar in Reisbach (Saarwellingen) im Bereich des „Festplatzes“ mit den Arbeiten zur Optimierung der Regenwasserbehandlung. Der EVS investiert in die Maßnahme, die zur Abwasseranlage Saarwellingen gehört, rund 630.000 Euro.

Zur Baumaßnahme gehören der Neubau eines 80 Meter langen Stauraumkanals einschließlich des Drossel- und Entlastungsbauwerkes sowie eine rund 16 Meter lange Entlastungsleitung.

Die geplante Bauzeit beläuft sich auf ein Jahr, so dass mit einem Bauende im zweiten Quartal 2019 gerechnet werden kann. Eine kurzzeitige Unterbrechung der Bautätigkeiten erfolgt in der Zeit vor, während und nach der Reisbacher Kirmes, damit das traditionsreiche Fest wie gewohnt stattfinden kann.

Der EVS bittet die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass ein solch komplexes Projekt nicht ohne Verkehrsbehinderungen und Lärmbeeinträchtigungen realisiert werden kann. Der Verband wird bemüht sein, diese so gering wie möglich zu halten.

Fragen zur Baumaßnahme beantwortet die Bauoberleitung des Entsorgungsverbandes Saar, Dipl.-Ing. Thomas Meyer Tel. 0681/5000-239, e-Mail thomas.meyer@evs.de

Hintergrund:

Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben, das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden.

Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei Regenwetter oft überlastet wären, werden im Kanalsystem sogenannte Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler aufzunehmen ist, wird dieses zunächst in Regenüberlaufbecken oder Stauraumkanälen gespeichert. Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt – in den Bach gelangt.

Erst nach kompletter Befüllung des Stauraumes erfolgt der Abschlag des dann stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers in den Bach. Die Anlagen sind so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich noch in den Bach eingetragen wird, über die Selbstreinigungsfähigkeit des Baches leicht abgebaut werden

kann. Es kommt also zu keinerlei Schädigung des Gewässers – im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das Gewässer stark entlastet.

Das im Stauraumkanal gespeicherte stärker verschmutzte Abwasser wiederum wird nach Abklingen des Regenereignisses mithilfe einer Abflusssteuerung dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage – hier die Kläranlage Saarwellingen - abgegeben.