Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren und an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass luden das Kulturamt Saarwellingen und Waltraud Andruet (pax christi) zu einer Gedenkveranstaltung vor der ehemaligen Synagoge in der Engelstraße ein.
Als sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 Auschwitz befreiten, offenbarte sich ihnen das ganze Ausmaß des nationalsozialistischen Menschheitsverbrechens: Über eine Million Menschen wurden dort zwischen 1942 und 1944 ermordet, 7.000 völlig entkräftete und auf die Knochen abgemagerte Häftlinge befanden sich noch im Lager. Der Tag der Befreiung ist heute ein Gedenktag für die Shoa und alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
"Wir wollen der Ermordeten gedenken und zugleich die Ursachen benennen, um für die Gegenwart zu lernen", betonte Waltraud Andruet. Das Böse sei nicht fern und die Täter seien Menschen gewesen.
Auch in Saarwellingen wurden jüdische Mitbürger deportiert und ermordet. Daran erinnern die bislang 103 verlegten Stolpersteine. Die letzten 13 wurden am 19. November 2025 von Gunter Demnig gesetzt - weitere fehlen noch. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Nach dem Gedenken folgten eine Diskussion zur aktuellen Weltlage und die Reinigung der Stolpersteine. "Das Erstarken rechtsextremer Tendenzen muss uns Ansporn sein, immer wieder zu erinnern", so Andruet, die sich mehr Beteiligung aus der Bürgerschaft gewünscht hätte.