Titel Logo
Neue Werra-Zeitung
Ausgabe 12/2026
Nichtamtlicher Teil
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Theatergruppe Gerstungen

Durch’s Schlüsselloch ins Wunderland

Am 13. Juni ist die Theatergruppe KunstGENuss in ihre diesjährige Spielzeit von „Alice im Wunderland“ gestartet. Gemeinsam mit Alice haben sich die Zuschauer in eine phantastische Welt voller Magie und kurioser Begegnungen begeben. Am Ende blieben staunende Gesichter, die vor Begeisterung nur so strahlten. An diese ersten Erfolge möchten die Amateurschauspieler nun auch bei ihren letzten beiden Aufführungen anknüpfen.

Eine verschlossene Tür mit überdimensionalem Schlüsselloch erwartet das Publikum vor dem Schlosshof Gerstungen. Was sich dahinter verbirgt? In wenigen Minuten werden sie es herausfinden. Doch zunächst lauscht die Menge gespannt den Darbietungen, die auf dem Vorplatz gezeigt werden.

 

 

Die Hauptdarstellerin Alice, gespielt von Sophia Singer, ihre Schwester Tilli, verkörpert durch Emma Wiegand sowie die Erzählerin Gisela Verges stimmen die versammelte Menge auf das Stück ein. Wie aus dem Märchen von Lewis Carroll bekannt, endet diese erste Szene damit, dass Alice in einen tiefen Schlaf fällt und zu träumen beginnt. Dabei erscheint ihr das Kanzler Kaninchen, das von Ronny Barufke gespielt wird. Er entführt Alice in seinen Kaninchenbau, womit das Abenteuer im Wunderland beginnt.

 

 

Auch die Zuschauer folgen Alice und dem Kanzler Kaninchen in den Bau. Wenig später finden sie sich in einem wahren Labyrinth wieder, in dem es allerlei Kuriositäten zu entdecken gibt. Im dahinterliegenden Schlosshof eröffnet sich schließlich das eigentliche Wunderland. Zahllose Blumen zieren die Bäume, übergroße Karotten säumen den Weg. In diese phantasievolle Kulisse fügen sich die drei Hauptbühnen ein, auf denen das folgende Geschehen seinen Lauf nimmt. Beim Rennen zu Wasser trifft Alice auf eine singende Tier-Schar, die ihre Angst vor Alice’ Katze nicht verbergen kann und am Ende die Flucht ergreift. Doch statt Ruhe erwartet die Hauptdarstellerin direkt das nächste sonderbare Erlebnis: im Haus des Kanzler Kaninchens wächst sie auf einmal so stark, dass alles aus den Fugen gerät. Etwas entspannter, aber nicht weniger sonderbar ergeht es Alice bei ihrer Begegnung mit der Raupe, die durch Arne Panke verkörpert wird. Bizarr geht es auch in der Küche der Herzogin zu, wo Katharina Straßburg und Christina Focke über geeignete Erziehungsmethoden für ein Baby debattieren, welche bei Alice und den Zuschauern für fragende Gesichter sorgen. Auch der Nachwuchs selbst entpuppt sich als wahrer Sonderling.

Ebenso sonderbar beginnt der zweite Teil des Stücks. Jeremia Kuntze als verrückter Hutmacher und Johanna Schönherr als Märzhase verstricken Alice in eine rätselhafte Teeparty, die nie zu Ende gehen vermag.

 

 

Schließlich trifft die Hauptdarstellerin auf die barbarische Herzkönigin, die sie, flankiert von ihrer Armee aus Spielkarten, zum Krocketspiel auffordert. Sabine Quaas schlüpft in die Rolle der autoritären Herrscherin und lässt keinen Zweifel daran, dass sie am liebsten alle geköpft sehen möchte. Mitten in diesem Durcheinander taucht hin und wieder die Grinsekatze auf, welche von Silvia Stein gespielt wird. Sie sorgt auf ihre ganz eigene Art und Weise für Ruhe.

Schließlich erwacht Alice aus ihrem Traum. Was bleibt sind Erinnerungen an prächtig schillernde Kostüme im viktorianischen Stil, die farbenfroh strahlenden Gesichter der Darsteller sowie die liebevoll gestalteten Requisiten. Abgerundet wird die Inszenierung mit Live-Musik von Alexander Blume am Piano sowie einer eigens für das Stück geschriebenen Komposition von Aaron Ströher. Fasziniert von diesen Eindrücken endet nun auch für das Publikum die Reise ins Wunderland, wobei der Zauber der Aufführung sicher die Phantasie des ein oder anderen auf seinem Heimweg beflügelt.

 

 

Sie möchten dieses facettenreiche Stück nun selbst mit allen Sinnen erleben? Dann nutzen Sie die Chance und besuchen Sie eine der letzten beiden Vorstellungen von „Alice im Wunderland“ am 27. oder 28. Juni im Schlosshof Gerstungen. Die Aufführung ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet. Für das leibliche Wohl ist durch das Catering-Team vor, aber auch während der Vorstellung, bestens gesorgt.

Anika Zitzmann

Schriftführerin Theatergruppe Gerstungen e.V.