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Neue Werra-Zeitung
Ausgabe 12/2026
Amtlicher Teil
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Gemeinsames Naturschutzprojekt in Gerstungen

Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Forst, Gemeinde, Fachverbänden und Tierhaltung machen sich ein Bild von der Entwicklung des Areals im FFH-Gebiet „Am Grubenberg“ Die Gelbbauchunke benötigt flache, zeitweise austrocknende Kleingewässer in einem halboffenen, störungsgeprägten Lebensraum - wie hier Grubenberg geschaffen.

Dr. Katrin Vogel, Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich GmbH und und Martin Burmeister als Experte und Projektleiter für diese Wiederansiedlungsmaßnahme sind stolz, dass dieses Projekt realisiert werden konnte.

Die Gelbbauchunke kann erstaunlich alt werden - in der Natur oft über 10 Jahre, in geschützten Lebensräumen sogar bis zu 20 Jahre.

Erfolgreiche Zusammenarbeit im FFH-Gebiet „Am Grubenberg“

Bei einer Begehung des FFH-Gebiets „Grubenberg bei Gerstungen“ am 28. Mai 2026 konnten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Forst, Gemeinde, Fachverbänden und Tierhaltung ein Bild von der Entwicklung des Areals machen. Das ehemalige Sandabbaugebiet wird seit mehreren Jahren von der Wildtierland Hainich gGmbH und ihrer Natura-2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld betreut. Ziel ist es, die Lebensräume für die stark gefährdete Gelbbauchunke und weitere Arten wie den Nördlichen Kammmolch oder die Weiße Waldhyazinthe zu verbessern.

 

 

Projektleiter Martin Burmeister hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Er machte deutlich, dass Naturschutz nur dann dauerhaft erfolgreich ist, wenn Behörden, Flächeneigentümer, Fachleute und Tierhalter an einem Strang ziehen. Durch dieses Zusammenspiel sei es gelungen, am Grubenberg wertvolle Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln - zum Nutzen vieler Tier- und Pflanzenarten und letztlich auch der Menschen in der Region.

Die Gelbbauchunke gilt als typische Pionierart. Sie benötigt flache, zeitweise austrocknende Kleingewässer und offene, wenig bewachsene Bereiche - Lebensräume, die in der heutigen Landschaft kaum noch vorkommen. Am Grubenberg wurden deshalb seit 2018 zahlreiche Kleingewässer angelegt, Rohbodenflächen geschaffen und lichte Wiesenbereiche entwickelt. Ergänzend wurde in Kooperation mit ortsansässigen Tierhaltern eine Waldweide eingerichtet, die auf 3,7 Hektar für die notwendige Offenhaltung sorgt.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wiederansiedlung der Gelbbauchunke. Aus der Erhaltungszucht im Wildkatzendorf Hütscheroda wurden in den vergangenen zwei Jahren fast 2.000 Kaulquappen am Grubenberg ausgesetzt. Eine wissenschaftliche Begleitung zeigt erste positive Entwicklungen: Im letzten Jahr konnten bereits 103 Tiere nachgewiesen werden. Ob sich daraus ein stabiler Bestand entwickelt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht jedoch, dass die geschaffenen Strukturen vielen seltenen Arten zugutekommen.

Die Maßnahmen am Grubenberg verdeutlichen, wie wichtig langfristige Pflege und regionale Kooperation für den Erhalt eines FFH-Gebiets sind. Nur durch das Zusammenspiel verschiedener Akteure kann ein solches Gebiet erfolgreich weiterentwickelt werden.