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Neue Werra-Zeitung
Ausgabe 15/2026
Nichtamtlicher Teil
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Rückblick 629-Jahre Untersuhl für Werrazeitung

Rückblick „629-Jahre Untersuhl“

Inzwischen liegt das außergewöhnliche Jubiläum von Untersuhl doch schon ein paar Tage zurück. Ein kurzer Rückblick sei uns trotzdem gestattet:

Am Himmelfahrtswochenende 2026 fand in Untersuhl ein eher ungewöhnliches Jubiläum statt, dass für viel Aufmerksamkeit sorgte.

Das Fest startete mit einem Himmelfahrts-Gottesdienst in der Rundkirche. Danach konnte sich bei einem kleinen Frühstücksangebot mit Eiern, Leberkäse, Crepes, Kuchen und Kaffee auf dem Kirchplatz „Unter der Linde“ gestärkt werden.

 

 

Trotz der wechselhaften Wetterbedingungen füllte sich der Kirchplatz sehr schnell mit vielen Wanderern aus Nah und Fern, die erstmals mit uns gemeinsam den neuen Mühlenwanderweg gehen wollten. Unsere Erwartungen an die Besucherzahl wurden um ein Vielfaches übertroffen, sodass kurzerhand noch Technik besorgt werden musste, damit man die Vorträge des Müllers (alias Ronny Barufke) aufmerksam verfolgen konnte. Sage und schreibe 271 Wanderer wurden gezählt, um die Standorte der ehemaligen Mühlen in Untersuhl kennenzulernen. An jedem Mühlenstandort wurde zudem unterschiedliches, eigens von der Bäckerei Stange gefertigtes Brot, zum Kosten gereicht. Der Mühlenwanderweg kann zukünftig auch alleine erwandert werden. Anbei befindet sich der QR-Code für die webbasierte Mühlenrundweg-App inkl. Sechs digitalen Stationen mit Erklärungen, Videos und Minispielen. Die Aufstellung der offiziellen Beschilderung sowie der großen Infotafel mit dem QR-Code am Startpunkt an der Untersuhler Rundkirche befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

 

 

Bei Familie Wagner in der Richelsdorfer Straße gab es eine kleine Raststation mit Snacks und Getränken. Hier konnten Interessierte gleichzeitig viel Wissenswertes über den Schlittenhundesport erfahren. Die Wanderung dauerte ca. 3 Stunden und war rund 6 km lang. Fast alle Wanderer kehrten dann wieder auf den Kirchplatz zurück und gingen bei Kaffee, Kuchen und Herzhaftem zum gemütlichen Teil des Tages über. Das Eisenbahnerblasorchester sorgte für die richtige Stimmung an solch einem Nachmittag. Der Wettergott war zwar an diesem Tage nicht auf unserer Seite, ab und zu schauerte es und die Temperaturen waren sehr kühl. Trotzdem dauerte die Veranstaltung bis in die Abendstunden an.

Der Familiennachmittag am Freitag vor und im ehemaligen Saal „Bolz“ und auf der Diesterwegstraße sollte ein ähnlicher Erfolg werden. Der Diesterweg wurde gesperrt und für Kinder und Erwachsene gleichermaßen als Spielstraße genutzt. Schon lange vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung waren die Untersuhler da und folgten zahlreich unserer Einladung zu einem schönen Nachmittag für Alt und Jung. Im alten Kinosaal wurde in Endlosschleife auf der Leinwand, aus altem, aufbereitetem Filmmaterial von Günter Bolz, ein Film vom alten Untersuhl gezeigt. Der Film weckte großes Interesse, und einige Bürger konnten sich tatsächlich in jungen Jahren wiedererkennen. Es gab eine große Kaffeestube mit vielen leckeren Kuchen und Torten. Bald war es mit der Ruhe im Saal vorbei. Jeder tauschte alte Geschichten aus und schwelgte in Erinnerungen. Auch hier wurden alle unsere Erwartungen zu den Besucherzahlen und dem großen Interesse übertroffen. Einige Besucher mussten tatsächlich den Film im Stehen ansehen. Als alle Episoden erzählt waren, wurde am frühen Abend der Saal umgeräumt. Gerne kann man unter der Tel. Nr. 0151/55438402 für 10,00 € einen Stick von dem gezeigten Film als Erinnerung bestellen, welcher dann im Werratalmuseum Gerstungen abzuholen ist.

 

 

Ab 20 Uhr machte die Band „GlassBowStones“ Live-Musik im Stil eines früheren Jugendtanzes. In den Pausen ging es nahtlos weiter mit Musik von „DJ Sven“, so dass die Stimmung immer am Kochen blieb. Alle waren in Feierlaune und der Saal platzte aus allen Nähten. Wie üblich beim Jugendtanz ging die Veranstaltung nicht bis in die frühen Morgenstunden, denn alle mussten ja fit sein für den Samstag. Der große stehende Umzug sollte an diesem Tag unseren Ort beleben.

Ganz früh waren in Untersuhl alle auf den Beinen, um ihre Höfe und die Plätze herzurichten und mit viel Liebe zu dekorieren. Jeder Mitwirkende hatte sich etwas ganz Besonderes für seinen Hof einfallen lassen.

 

 

 

Es gab viel zu sehen, zu erleben und jede Menge Mitmachangebote. Im Ortskern gab es Bilderausstellungen, eine Obstschnitzerin, Informationen über die Imkerei, Geflügel und Kleintierausstellungen.

 

 

Es wurden viele Oldtimer gezeigt, ein altes Klassenzimmer wurde hergerichtet oder auch eine Schlachteausstellung war zu bestaunen. Weiterhin waren landwirtschaftliche Maschinen sowie eine Militärausstellung zu sehen.

 

 

Die Förthaer Waschfrauen sowie ein Holzschnitzer zeigten ihr Handwerk.

 

 

Für die Kinder gab es jede Menge Attraktionen wie Ministaplerfahren, Puppentheateraufführungen und eine Kindereisenbahn. Besonders beliebt war bei den Kleinen die Strohburg, welche von der AGRAR GmbH Gerstungen aufgebaut wurde.

 

 

Weiterhin wurden Samstag und Sonntag Helikopterrundflüge angeboten, um seine Heimat mal aus einer anderen Perspektive sehen zu können. Auch kulinarisch blieb fast kein Wunsch unerfüllt. Neben der beliebten Untersuhler Bratwurst gab es eine „629-Jahre-Festtagsbratwurst“, welche vom ortsansässigen Fleischermeister Denny Schmidt gefertigt wurde. Darüber hinaus wurden u. a. Mutzbraten, Fischbrötchen, Pommes, Pulled-Pork Burger, Gulasch, Kartoffelpuffer, Waffeln, Kuchen, Crepes, Muffins, Cookies, Eis, Bowle, Eistee, Popcorn, Wein und noch vieles vieles Mehr angeboten.

Auf dem Kirchplatz gab es Darbietungen des Untersuhl-Gerstunger-Karnevalsvereins. Die Theatergruppe hatte kleine Aufführungen von Untersuhler Originalen einstudiert. Die Kirmesgesellschaft spielte mit den Musikanten „Coijanovic & Friends“ Ständchen, so dass im Ort überall eine schöne Feierstimmung herrschte.

Gegen 20 Uhr hatten alle Besucher das Dorf wieder verlassen und die Aktiven waren sehr zufrieden mit dem gelungenen Fest. Am Sonntag waren wieder viele Hände zum Aufräumen gefragt, was wie immer kein Problem war. Am Ende des Tages war fast überall wieder Ordnung, und man traf sich auf dem Kirchplatz „Unter der Linde“, um alles noch einmal Revue passieren zu lassen. Es gab noch ein paar kleine Reste zu verzehren.

Alles in allem möchten wir sagen, dass dieses ungewöhnliche Jubiläum ein ganz großer Erfolg für Untersuhl war und alle Beteiligten Spaß bei der Vorbereitung und Durchführung hatten. In einigen Wochen wissen wir dann auch, ob die Veranstaltung finanziell wie erwartet gelaufen ist. Alle Mitwirkenden verständigten sich im Vorfeld darüber, dass mit einem eventuell verbleibenden Restbetrag ein gemeinnütziges Projekt im Ort unterstützt werden sollte. Hier gibt es tatsächlich schon einige Ideen, aber vielleicht gibt es noch den ein oder anderen Vorschlag, der hierfür aufgegriffen werden sollte.

Leider ist einige Tage nach unserem Fest, ein größerer Ast von unserer Linde auf dem Kirchplatz gefallen, was den schlechten Zustand der Linde deutlich machte. Eventuell gäbe es auch hier eine Möglichkeit, einen geeigneten Ersatz zu schaffen. Wir sind auf eure Vorschläge gespannt.

Eigens für das Jubiläum wurde von Dr. Rösing eine Festschrift über Untersuhl verfasst, welche durch den Kultur- und Heimatverein gedruckt und verkauft wurde. Sollte Jemand diese am Festwochenende verpasst haben, kann diese für 7,00 € im Werratalmuseum Gerstungen während der Öffnungszeiten auch jetzt noch erworben werden. In den letzten Wochen wurden aus den restlichen Brötchen mit Hilfe der ehem. Bäckerei Schulze leckeres Semmelmehl hergestellt. Diese Tüten mit Semmelmehl werden ab sofort ebenso im Werratalmuseum Gerstungen sowie in der „Blumenschmiede“ in Untersuhl während der Öffnungszeiten für 2,50 € verkauft. Dies war eine schöne Idee, um keinerlei Lebensmittel wegzuwerfen, und passte sehr gut zur Untersuhler Geschichte mit seinen Mühlen.

Da die Mühlenwanderung und der Tag bei Bolz so gut angekommen sind, gab es schon viele Anfragen zu einer Wiederholung im nächsten Jahr. Auch die vielen Mitwirkenden konnten nicht überall teilnehmen, so dass wir ganz sicher sind, dass dies bis 2027 von uns nicht vergessen wird. Wir werden uns hierzu Gedanken machen und rechtzeitig darüber informieren, sobald es Neuigkeiten gibt. Wir freuen uns, wenn es hier zu einer weiteren schönen Veranstaltung kommt.

Ganz zum Schluss möchten wir uns auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich bei allen Mitwirkenden, ob im Vorder- oder Hintergrund, bei allen Helfern, Unterstützern, Firmen und nicht zuletzt bei den vielen Gästen bedanken, die dieses Fest zu einer gelungenen Veranstaltung werden ließen.

Die mitwirkenden Vereine

sowie das Festkomitee