Titel Logo
Neue Werra-Zeitung
Ausgabe 8/2026
Neuigkeiten vom Bürgermeister
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Gerstungen verabschiedet ausgeglichenen Haushaltsplan 2026 - Investitionen auf Rekordniveau

Die Gemeinde Gerstungen hat ihren Haushaltsplan für das Jahr 2026 erfolgreich aufgestellt. In der Gemeinderatssitzung am 29. Januar 2026 sowie in weiteren Beratungen konnte ein breiter Konsens über den Haushaltsausgleich für 2026 und die Folgejahre erzielt werden. Der Haushalt ist in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen und umfasst im Verwaltungshaushalt 17,4 Mio. Euro sowie im Vermögenshaushalt 11,6 Mio. Euro.

Die Finanzlage der Gemeinde Gerstungen ist aktuell solide, die dauernde Leistungsfähigkeit ist im gesamten Finanzplanungszeitraum gesichert.

Laufende Einnahmen

Die wichtigsten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (4,03 Mio. Euro), die Gewerbesteuer (3,28 Mio. Euro) sowie die Schlüsselzuweisungen (2,76 Mio. Euro). Auf der Ausgabenseite dominieren Personalkosten (5,34 Mio. Euro) und die Kreisumlage (3,55 Mio. Euro).

Der Verwaltungshaushalt erwirtschaftet 2026 eine freie Spitze von 992.500 Euro, womit die gesetzlichen Vorgaben zur Dauernden Leistungsfähigkeit deutlich erfüllt werden.

Zur Sicherstellung der dauernden Leistungsfähigkeit in den Folgejahren ist neben der Ausschöpfung von Einsparungspotenzialen auch die Optimierung der Einnahmenbeschaffung geboten. Hierbei muss allerdings ein verträgliches Maß gefunden werden. Einsparungen sind nur insoweit möglich, als die Aufgabenerfüllung der Gemeinde weiterhin gesichert ist. Gebühren, Steuern, Entgelte und Beiträge sollten nur in einem vertretbaren Maß angehoben werden.

Demografischer Wandel zwingt zu strukturellen Anpassungen in der Kinderbetreuung

Die Bevölkerungsentwicklung stellt die Gemeinde vor Herausforderungen:

  • Rückgang der Geburten von 81 (2019) auf 36 (2025)
  • sinkende Kita-Auslastung
  • steigende Zuschüsse zur Kinderbetreuung

Die rückläufigen Geburtenzahlen und sinkenden Kita-Belegungen stellen die Gemeinde vor große Herausforderungen. Nach der Schließung zweier Kindertagesstätten im Jahr 2025 arbeitet die neue Arbeitsgruppe „Kiga-Netz Gerstungen 2040“ an einem langfristigen Konzept für ein zukunftsfähiges Betreuungsangebot. Entscheidungen werden in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet.

 

 

Große Investitionsprojekte prägen das Jahr 2026

Bis zum Jahr 2029 sind Investitionen in Höhe von 39,2 Mio. € geplant, denen Einnahmen in Höhe von 31,7 Mio. € gegenüberstehen.

Die Gemeinde setzt hierbei klare Schwerpunkte in Infrastruktur, Gewerbeentwicklung und Daseinsvorsorge. Allein 2026 sind Investitionen von über 10 Mio. Euro vorgesehen.

Zentrale Projekte sind unter anderem:

  • Gewerbegebiet „Oberhalb der Bahn“ - größtes Zukunftsprojekt der Gemeinde (7,4 Mio. Euro Investitionen in 2026)
  • Brückenabriss über ICE-Strecke und L 1021 (1,2 Mio. Euro)
  • Multifunktionsgebäude Wolfsburg-Unkeroda - Fertigstellung 2026
  • Straßen- und Entwässerungsmaßnahmen in mehreren Ortsteilen
  • Kirchensanierung Eckardtshausen
  • Investitionen in Kitas
  • Flächennutzungsplan
  • Maßnahmen der Dorferneuerung in Oberellen und Unterellen

Die Errichtung des Gewerbegebietes „Oberhalb der Bahn“ ist für die Gesamtentwicklung und Einnahmensicherung der Gemeinde von enormer Relevanz.

 

 

Schuldenabbau setzt sich fort

Für 2026 ist keine Kreditaufnahme geplant. Der Schuldenstand des gemeindlichen Haushaltes sinkt weiter - von 2,75 Mio. Euro (2026) auf voraussichtlich 2,18 Mio. Euro.

Ende 2025 wurde das Kommunale Investitionsprogramm 2026-2029 von der Landesregierung beschlossen. Gemessen an ihrer Einwohnerzahl erhält die Gemeinde Gerstungen ein Kreditkontingent in Höhe von 2.351.836 €. Zins und Tilgung der Investitionskredite werden vom Land übernommen. Durch die nunmehr zur Verfügung stehenden Mittel können bereits geplante Investitionen gesichert und notwendige zusätzliche Maßnahmen ermöglicht werden.

Herausforderungen und Ausblick

Die größten Risiken und Aufgaben:

  • Steigende Kosten bei gleichzeitig schwankenden Steuereinnahmen
  • Demografischer Wandel
  • Sicherung der Kinderbetreuung
  • Gebührenentwicklung im Bereich Wasser/Abwasser
  • Hoher Investitionsbedarf bei Straßen, Brücken und Entwässerung
  • Sicherung der Schulstandorte und Wohnraumentwicklung

Trotz steigender Kosten und schwankender Gewerbesteuereinnahmen sieht sich die Gemeinde aktuell finanziell gut aufgestellt. Die kommenden Jahre stehen im Zeichen großer Infrastrukturprojekte, struktureller Anpassungen und der Sicherung der kommunalen Leistungsfähigkeit.

Anne-Kathrin Wagner

Kämmerin