Die Gemeinde Gerstungen hat ihren Haushaltsplan für das Jahr 2026 erfolgreich aufgestellt. In der Gemeinderatssitzung am 29. Januar 2026 sowie in weiteren Beratungen konnte ein breiter Konsens über den Haushaltsausgleich für 2026 und die Folgejahre erzielt werden. Der Haushalt ist in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen und umfasst im Verwaltungshaushalt 17,4 Mio. Euro sowie im Vermögenshaushalt 11,6 Mio. Euro.
Die Finanzlage der Gemeinde Gerstungen ist aktuell solide, die dauernde Leistungsfähigkeit ist im gesamten Finanzplanungszeitraum gesichert.
Die wichtigsten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (4,03 Mio. Euro), die Gewerbesteuer (3,28 Mio. Euro) sowie die Schlüsselzuweisungen (2,76 Mio. Euro). Auf der Ausgabenseite dominieren Personalkosten (5,34 Mio. Euro) und die Kreisumlage (3,55 Mio. Euro).
Der Verwaltungshaushalt erwirtschaftet 2026 eine freie Spitze von 992.500 Euro, womit die gesetzlichen Vorgaben zur Dauernden Leistungsfähigkeit deutlich erfüllt werden.
Zur Sicherstellung der dauernden Leistungsfähigkeit in den Folgejahren ist neben der Ausschöpfung von Einsparungspotenzialen auch die Optimierung der Einnahmenbeschaffung geboten. Hierbei muss allerdings ein verträgliches Maß gefunden werden. Einsparungen sind nur insoweit möglich, als die Aufgabenerfüllung der Gemeinde weiterhin gesichert ist. Gebühren, Steuern, Entgelte und Beiträge sollten nur in einem vertretbaren Maß angehoben werden.
Demografischer Wandel zwingt zu strukturellen Anpassungen in der Kinderbetreuung
Die Bevölkerungsentwicklung stellt die Gemeinde vor Herausforderungen:
Die rückläufigen Geburtenzahlen und sinkenden Kita-Belegungen stellen die Gemeinde vor große Herausforderungen. Nach der Schließung zweier Kindertagesstätten im Jahr 2025 arbeitet die neue Arbeitsgruppe „Kiga-Netz Gerstungen 2040“ an einem langfristigen Konzept für ein zukunftsfähiges Betreuungsangebot. Entscheidungen werden in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Große Investitionsprojekte prägen das Jahr 2026
Bis zum Jahr 2029 sind Investitionen in Höhe von 39,2 Mio. € geplant, denen Einnahmen in Höhe von 31,7 Mio. € gegenüberstehen.
Die Gemeinde setzt hierbei klare Schwerpunkte in Infrastruktur, Gewerbeentwicklung und Daseinsvorsorge. Allein 2026 sind Investitionen von über 10 Mio. Euro vorgesehen.
Zentrale Projekte sind unter anderem:
Die Errichtung des Gewerbegebietes „Oberhalb der Bahn“ ist für die Gesamtentwicklung und Einnahmensicherung der Gemeinde von enormer Relevanz.
Schuldenabbau setzt sich fort
Für 2026 ist keine Kreditaufnahme geplant. Der Schuldenstand des gemeindlichen Haushaltes sinkt weiter - von 2,75 Mio. Euro (2026) auf voraussichtlich 2,18 Mio. Euro.
Ende 2025 wurde das Kommunale Investitionsprogramm 2026-2029 von der Landesregierung beschlossen. Gemessen an ihrer Einwohnerzahl erhält die Gemeinde Gerstungen ein Kreditkontingent in Höhe von 2.351.836 €. Zins und Tilgung der Investitionskredite werden vom Land übernommen. Durch die nunmehr zur Verfügung stehenden Mittel können bereits geplante Investitionen gesichert und notwendige zusätzliche Maßnahmen ermöglicht werden.
Die größten Risiken und Aufgaben:
Trotz steigender Kosten und schwankender Gewerbesteuereinnahmen sieht sich die Gemeinde aktuell finanziell gut aufgestellt. Die kommenden Jahre stehen im Zeichen großer Infrastrukturprojekte, struktureller Anpassungen und der Sicherung der kommunalen Leistungsfähigkeit.
Anne-Kathrin Wagner
Kämmerin