Titel Logo
Amtsblatt der Gemeinde Geratal
Ausgabe 14/2026
Nichtamtlicher Teil
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Lena Winter vom SV 90 und Paul Munkelt werden die neuen Meister im Steinheben

Zum 32. Mal trug der SV 90 Gräfenroda die Thüringer Steinhebermeisterschaften aus. 27 Recken und elf Amazonen traten dabei an. René Holtmann und seine Crew hatten am Samstag alle Hände voll zu tun, um fast im Minutentakt die Gewichte am Stein anzulegen.

Bei den Damen brachte Lena Winter (SV 90 Gräfenroda) mit der Sieg- und Rekordlast von 200 Kilogramm die aufgesteckten Kilos in die Beinstrecke. Sie siegte vor der Leipzigerin Julia Anton-Sprengler mit 190 kg und der vielfachen Siegerin der Vergangenheit, Lydia Eschrich (SV 90 Gräfenroda), mit 180 kg. Trotz großer Anstrengungen und Anfeuerungsrufen blieben aber die Rekorde von Tobias Zinserling (Bierfassheberverein Gotha) mit 426 kg aus dem Jahr 2016 sowie bei den Frauen von Christina Büller (SV 90 Gräfenroda) aus dem Jahr 2019 mit 220 kg unangetastet. Doch das tat der tollen Stimmung keinen Abbruch.

Seit gut einem Monat ist Lena Winter Mitglied beim SV 90 Gräfenroda. Irgendwann dachte die 27-jährige Meiningerin, die seit gut sechs Jahren Kraftsport betreibt und nun beim SV 90 Gräfenroda wettkampfmäßig den Kraftdreikampf betreibt, auch mal bei den Steinhebermeisterschaften zu starten. Und dass die Premiere gleich so erfolgreich verlaufen würde, damit hatte die Operationstechnik-Assistentin im Meininger Helios-Klinikum angesichts so starker Konkurrentinnen nicht gerechnet. „René Holtmann hat mich angesprochen, es doch unbedingt einmal zu versuchen, den Stein mit stetiger Gewichtsverstärkung nach oben zu ziehen“, begründete die Meiningerin ihren Start. „Natürlich habe ich erst einmal geübt, um zu wissen, was auf mich zukommt“, sagt die strahlende Siegerin. Traurig war Lydia Eschrich nicht, dass sie ihre einstige Siegesserie nicht fortsetzen konnte. „Doch die 200 kg hätte ich gern hochgehievt“, betont die 26-jährige Heilpädagogin. „Das wäre dann ein neuer persönlicher Rekord gewesen.“ Freuen konnte sich auch die Vizemeisterin Julia Anton-Spengler (Leipzig). Seit gut zwei Jahren tummelte sich die Leipzigerin in der deutschen Strong-Men-Frauenliga und betreibt auch mit Leidenschaft den Kraftdreikampf. Dabei bringt sie nach ihren Worten in der Kniebeuge 112,5 kg nach oben und bewältigt im Kreuzheben sogar 164 kg. Also war es keine Überraschung, dass die Druckerin 190 kg nach oben zog und Silber erkämpfte. Beste Masterin wurde die für den SV 90 startende Carmen Zeßin der 100 kg gelangen. Beste Jugendheberin wurde die erst 15-jährige Ronja Ritzmann die ebenfalls für den SV 90 antrat und der 130 kg gelangen.

Bei den Männern hat es endlich geklappt, dass sich Paul Munkelt (Gothaer Bierfassheberverein) mit 361 kg den Sieg sichern konnte. In den Jahren zuvor stand dem Jenaer immer Tobias Zinserling im Weg, nach Platz drei 2024 und Rang zwei im vergangenen Jahr. Mit 361 kg verfehlte er seine persönliche Rekordmarke um fünf Kilogramm. Doch das störte Munkelt nicht, hatte er doch den nordrhein­westfälischen Strongman Dennis Biesenbach (Ennepetal 351 kg) sowie Maximilian Fischer (Gothaer Bierfassheberverein) mit 321 kg fest im Griff. Vielleicht waren es vor jedem Gang auf die Heberbühne die tiefgründigen Hinweise von Tobias Zinserling, mit der richtigen Technik die aufgelegten Lasten zu bewältigen.

Dem Kraftspektakulum wohnte auch der Präsident des Thüringer Athleten-Verbandes, Alexander Meinhardt-Heib, bei. Doch leider kam er etwas zu spät. „Ich hätte mir gern mit Bürgermeister Dominik Straube ein Duell geliefert“, sagt der Präsident. Straube brachte 221 kg in der Masterklasse zur Hochstrecke. Ein gutes Ergebnis, denn auch der Schotte Hagen Krauledat aus Crawinkel der für den SV 90 startete bewältigte 261 kg und sicherte sich in der Masterklasse den 2. Platz. Dennis Pfaff vom SV 90 gelangen erstmals 251 kg.

Jedenfalls gab es viel Lob vom Präsidenten für die tolle Veranstaltung, die in Thüringen und darüber hinaus einzigartig ist. Die Steinhebermeisterschaften sind zu einer Mammutveranstaltung geworden, die erst einmal organisiert und durchgeführt werden muss. Gewonnen haben schließlich alle, die den Mut hatten, auch bei der hochsommerlichen Hitze die Heberbühne zu betreten.