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Amtsblatt der Landgemeinde Stadt Großbreitenbach
Ausgabe 8/2026
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Einladung zur Buchlesung mit "Uhu"

Lach-, Sach- und Krachstorys rund um den Langen Berg und aus der Mitte Thüringens

Seit über 45 Jahren wird der Journalist Klaus-Ulrich Hubert von seinen Leserinnen und Lesern, Freunden und Bekannten als „Uhuuu“ (oftmals mit drei „u“) angesprochen. Ein Spitzname, den ihm 1979 sein Vorgänger in der Betriebszeitung des VEB Graf von Henneberg Porzellan, Harry Wiegand aus Wildenspring, verpasste.

Am 5. Oktober 1948 am Bauhaus Dessau geboren, studierte Hubert zunächst Systemverfahrenstechnik, kam als junger Ingenieur mit Familie 1975 nach Stadtilm und Ilmenau in die nagelneue Zentralgalvanik des Bezirkes Suhl beim VEB Elektroglas / Mikroelektronik. Doch bald zog es ihn zur Schreiberei, es lockte ihn sein frühester Jugend-Berufswunsch „Reporter werden!“ Heike Bluhm, seine frühere Porzellanwerk-Kollegin in der ersten Etage des Verwaltungsgebäudes und heutige Ansprechpartnerin für viele Aktionen um den Langen Berg lud ihn jetzt zu einer seiner Buchlesungen samt „Weißt du noch?“-Diskussionen in den Herschdorfer „Treff Alte Schule“ zum Kaffeeklatsch mit den Senioren ein. Uhu sagt: „Mehrfach im Leben galt für mich: Wenn‘s dem Esel zu wohl wird, dann geht er auf’s Eis tanzen!“

Was sein Metier-Wechsel vom „Tagesschriftsteller“ bei der lokalen Presse zum Autor von mittlerweile drei Büchern meint, in folgendem Gespräch:

Heike: Oho, Du tanzt noch mit gut 78 Jahren - Du scheinst nicht älter zu werden und bist so agil, wie vor 50 Jahren, als wir uns kennen lernten?

Uhu: Ja, in echt wie auch sinnbildlich: Von meinem Ingenieursjob ging ich wie gesagt von heute auf morgen als Quereinsteiger auf’s Eis der schreibenden Zunft. Ich wurde vor fast einem halben Jahrhundert Journalist. Erstmal als verantwortlicher Betriebszeitungsredakteur des „Henneberg Report“ im riesigen Porzellanwerk Ilmenau. Eigentlich ja eine Parteizeitung, so freuten sich die Beschäftigten indes, dass „mein“ vierzehntägig erscheinendes Acht-Seiten-Blatt auf Augenhöhe mit ihnen von deren Leben, ihrer Arbeit, Sorgen und Freuden erzählte. Die vielen Geschichten der Porzelliner zu hören und aufzuschreiben, auch solche, die die Partei als Herausgeber des „Report“ nicht so prickelnd fand, war mein Ding. Aber eben auch eine politische Achterbahnfahrt. Bis hin zum Parteiausschlussverfahren. Gern erzähle ich immer bei meinen Lesungen, warum sich das bereits 1988 zerschlug, ein Jahr vor der Wende.

Heike: Warum zog es „Uhu“ dann abermals beruflich auf möglicherweise dünnes „Eis“?

Uhu: Kurz vor und nach der Wende schlug ich mich einkommensmäßig mit über 130 Trauerreden finanziell durch. Eine lehrreiche Zeit für mich, wie später auch das Ehrenamt als Notfallseelsorger. Also fragte mich erst dieser Main-Post-Zeitungsableger „DIE NEUE“ und nach deren Pleite die Ilmenauer Lokalredaktion FREIES WORT: „Hätt’ste nicht Lust…?“ Die hatte ich: Nun war ich also für die Hof-Coburg-Suhl- (HCS) Zeitungsgruppe als Teil der namhaften Süddeutschen Zeitung unterwegs. Vor allem im oberen Kreisgebiet, hier bei Euch über Großbreitenbach bis Schmiedefeld. Schließlich über eine Vorruhestands-Tarif-Regelung in die nächste Unruhestands-Position hinein gedrängelt, bin ich seit nunmehr anderthalb Jahrzehnten als Freier Text-/Foto-Journalist für verschiedene Medien gut beschäftigt.

Heike: Deine nächste „Eistanz“-Kür also?

Uhu: Im 5. Jahrzehnt meines Schreiberling-Daseins sagte ich sofort „Jaaa!“, als mich 2021 zuletzt der THK Verlag Arnstadt fragte: Willst Du nicht endlich Dein eigener Herr über Termine, Themenwahl und Tatsachenwertungen sein? Ja, ich wollte. Unbedingt! Bis heute habe ich so viel Neugier in mir und auch Freude, von anderen Menschen und deren Geschichten zu erfahren, darüber zu schreiben. Das war zuvor platz- und themenmäßig in einer Tageszeitung nicht so leicht

Heike: Du hast als empathischer Zeitungsmensch viel erlebt und erfahren, was Du im Tagespresse-Geschäft nicht bringen konntest oder besonders zu DDR-Zeiten auch nicht durftest …

Uhu: … genau, weshalb mein genetisch anhaftendes Mitteilungsbedürfnis sagte: „Los Uhu, mach das!“ Je älter man ist, wird man zwar nicht unbedingt weiser, aber kann besser zuhören und werten. Spannungsreich und wahrheitsgemäß weitergeben - alte Erfahrung übrigens: Je weiter Erlebtes oder glaubhaft von Zeitzeugen Weitererzähltes zurückliegen, desto detaillierter abrufbar manifestiert es sich in uns. Und wartet darauf, spannungsreich und wahrheitsgemäß aufgeschrieben und weiter gegeben zu werden.

Heike: Genau so, wie in Deinem 413-Seiten-Erstlingswerk „Archiv des Außergewöhnlichen zwischen Schwarzatal, Ilm und Gera“ mit inzwischen mehreren Nachlauflagen. Und einem stets aufgeschlossenen bis erheiterten Publikum, wenn Du zum Lesen und vor allem zum Erzählen und Diskutieren eingeladen wirst. - Themenschwerpunkt dabei?

Uhu: Gute Frage … nächste Frage! - Hochtrabend geantwortet: Themen vom Leben und Sterben, von Bomben-Entschärfern bei Gehren, Bunkern und Bauwerkskünsten bis zu ersten Nachwende-Liebesdienerinnen hinterm Ilmenauer Rathaus, Nacktmalerei und Fotografie hinterm Langen Berg in Egelsdorf oder auch vom Großbrand und der „Hexerei“ in Gillersdorf, von uralten FKK-Refugien am Rennsteig bis zur unglaublichen „Auferstehung“ einer alten Dame kurz vor ihrer Einäscherung 1983 im Ilmenauer Krematorium. Und natürlich auch bis zum Einfangen und dem Tod durch das Schwert eines Friedersdorfer Wilddiebes. Oder auch vom - bitte nicht lachen: Bananen- und Kaffeeanbau in Ilmenau, den grausigen „Hexen“-Verbrennungen im 17. Jahrhundert bei uns oder von DDR-Bergwerks-Toten unter der heutigen TU Ilmenau bis zum enormen Mut der jungen Pfarrerstochter und Ärztin Dr. Margot Doellerdt gegen Hitlers hiesige Endsieg-Prediger. Eigenlob stinkt, sagt man. Aber ich staunte selbst: Für meine insgesamt 53 Geschichten reichten 400 anschaulich bebilderte Seiten nicht.

Heike: Und als Nächstes, Uhu?

Uhu: Ich habe zwei weitere Bücher für den THK Verlag Arnstadt fast fertig. Eines zu Ost-West-Ost-Biografien teilweise recht Prominenter unserer Region. Christiane Schöler, Eure einst langjährige Wirtsfrau vom Röhrenwerk-Ferienheim und Gasthaus der „Schönen Aussicht“ auf dem Langen Berg erzählte mir in der Sauna und auf dem Pilzsteig da oben, wie sie mit ihrem Jesuborner Ehemann die Wende erlebten. Der frühere Ministerpräsident und jetzige Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow widmet dem Buch gerade ein herzhaftes Vorwort.

Und mein autobiografisches Sach-, Lach- und Krach-Buch „Kläuschen“ soll auch endlich auf den Markt, dass es noch in den Rahmen vom 100. BAUHAUS-Dessau-Jubiläum 2026 passt. Meinem berühmten, nur Steinwurf-weit entfernten Ex-Nachbarn im UNESCO-Weltkulturerbe. Und wenn’s endlich klappt, kriegt „Kläuschen“ noch ein fröhlich-nachdenkliches Grußwort vom vielbeschäftigten, über 90-jährigen Schauspieler, Kabarettisten, Friedensaktivisten und altem Dessauer Dieter Hallervorden. Der wohnte mal bei uns um die Ecke, bevor er berühmt wurde.

Heike: Danke für’s Gespräch, aber jetzt freue ich mich/freuen wir uns erstmal auf die unterhaltsame Begegnung mit Dir - „Uhu“ in unserem „Treff Alte Schule“, am Ostzipfel Deines einstigen Zeitungsreviers von Schmiedefeld bis rings um den „Langen Barch“

am Mittwoch, dem 04. November 2026, um 15:00 Uhr 

dort wo die Presse gemeinsam mit uns damaligen Bürgermeistern Wendegeschichte schrieb!

Klaus-Ulrich Hubert

Heike Bluhm