Vom 21. bis 23. August stand Flarchheim ganz im Zeichen des Pferdesports. Auch wenn gleichzeitig die Weltmeisterschaft im Pferdesport in Aachen stattfand, brauchte sich Flarchheim nicht verstecken. Über 300 Pferde gingen in 25 Prüfungen 430 mal an den Start. Fast mehr Pferde an diesem Wochenende in Flarchheim als Einwohner. Die Prüfungen reichten vom Führzügelwettbewerb für die Allerkleinsten bis hin zu Spring- und Dressurprüfungen der mittelschweren Klasse, abgerundet mit einem stimmungsvollen Fahrwettbewerb zum Abschluss des Turnieres.
Aufgrund der enorm vielen Nennungen mussten wir am Freitag mit den Dressurprüfungen bereits um 10.00 Uhr beginnen. Die neu erbaute Umrandung um den Sandplatz machte mit dem neuen Dressurviereck und den wunderschönen, zur Verfügung gestellten Thuja-Bäumen, ein eindrucksvolles Bild, das sehr nah an die ganz großen Turnierplätze heran reicht. Am Freitag waren vor allem die Reiterinnen aus Großengottern erfolgreich. Anna Jolina Monzer und Antonia Maria Lau sicherten sich den Platz 3 und 4 in der E- Dressur. Sherin Krumbein erritt sich in der L- Dressur den 4. Platz und wurde somit in diesem Jahr Kreismeisterin im Dressurreiten. Der Vizekreismeistertitel ging an Luisa Wollenhaupt aus Bad Langensalza. Normalerweise ist die Kreismeisterschaft im Rahmen des Frühjahrsturnieres, aber wir haben uns dazu entschieden, dass das Sommerturnier einen schöneren Rahmen zur Würdigung dieser Leistungen bietet.
Am Samstag ging es bereits frühs halb 8 weiter mit einer Dressurprüfung, dann kam der Nachwuchs an die Reihe im Longenreiter- und Einfachen Reiterwettbewerb. Hier waren die Kinder aus unserer Landgemeinde hoch erfolgreich. Im Longenreiterwettbewerb Schritt-Trab belegten für Flarchheim Frieda Kremberg den 1. Platz, Emma Schreiber und Luna Trietchen Platz 3 und 4. Paul Stadler aus Flarchheim hatte das Los für den 3. Platz gezogen, im LongenreiterWB Schritt-Trab-Galopp und im Einfachen Reiterwettbewerb. Wie Paul ging es Phillip Klimosch aus Flarchheim, er blieb im Einfachen Reiterwettbewerb Schritt-Trab-Galopp und im Springreiterwettbwerb auf Platz 2. In dieser Prüfung belegte Paula Schwarzkopf (Großengottern) den 4. Platz.
In den folgenden Springprüfungen glänzten vor allem die für Flarchheim reitenden fast verheirateten Marie Cott und Ralf Spörke, die ist fast jeder geritten Prüfung platziert waren. Aber auch Hannes Stadler und Mario Hecht (beide RFV Flarchheim) konnten sich in verschiedenen A- Springen platzieren. Am Sonntag im schwierigsten Springen, einer Prüfung der Klasse M mit Siegerrunde ging der Sieg, und somit auch der Kreismeistertitel an Peter Fiege aus Lengenfeld/ Stein, Vizekreismeister wurde Ralf Spörke und der 3. Platz in der Kreismeisterschaftswertung ging an unseren stellv. Vorsitzenden Frank Stötzel.
Nach dem M- Springen kam das Highlight unseres Sommerturnieres. Das Hinderniss- und Geschicklichkeitsfahren bei dem 12 Gespanne an den Start gingen und für eine Stimmung sorgten, dass sogar Prof. Dr. Peter Scharff, ehemaliger Rektor der Universität Ilmenau, völligst begeistert länger geblieben und zur Abschlussrunde auf der Kutsche mitgefahren ist. Von sportlich perfekter Darbietung bis zu purer Lebensfreude nahmen die Fahrer die Zuschauer mit, die bis zur Siegerehrung abends halb 8 geblieben sind. Den ersten Platz in den beiden Runden belegten jeweils Isabel und Jonas Pfützenreuter. Auch die Leistungen von Helen-Kate Fuchs und Georg Schreiber sicherten Schleifen. Publikumsliebling war das „älteste Gespann“ bestehend aus Rüdiger Klinge und seinem Beifahrer Wolfgang Reinz mit den spontan geborgten Pferden von Niklas Hübel. Als Sieger der Herzen kann man wohl Hans-Martin Zigarre bezeichnen. Das Publikum ging mit, jedes Überwinden der Holzbrücke wurde mit Beifall gewürdigt. Ein würdiger Turnierabschluss mit einem wunderbaren stimmungsvollen Abschlussbild. 12 Gespanne in der untergehenden Sonne umrahmt von tosendem Beifall und den Klängen des Radetzkymarsch … da kam Gänsehaut auf!
Nicht nur sportlich, auch das ganze Drumherum lies sich sehen, die Versorgung war wie immer vom Feinsten, das ganze Dorf hat gebacken. Eine Kuchentheke, die ihres Gleichen sucht und für die unser Turnier über die Grenzen hinaus bekannt ist. Über 100 Kuchen und Torten wurden verspeist. Allein am Sonntag gab es 40 Torten und 9 Blechkuchen … am Ende waren gerade mal 12 Stücke Kuchen übrig. Die Kaffeemaschine lief im Akkord, 2 Stunden ununterbrochen Kaffee einschenken ist eine Hausnummer. Warmes Essen gab es natürlich auch, dazu Eis, Crepes und für die Kinder eine tolle Hüpfburg sowie ein „Heupferd“ zum spielen.
Da der große Spielplatz ebenso auf dem Areal ist, wurde den Kleinsten nicht langweilig. Ein Event, bei dem wir versuchen an alle Generationen zu denken, denn unser wohl ältester Besucher lies es sich nicht nehmen mit fast 99 Jahren dabei zu sein … die Freude am Dorfleben und am Pferd hört auch im Alter nicht auf. Das Wetter war fast perfekt, lediglich Samstag früh hat es geregnet, da konnten wir ganz spontan in die Reithalle ausweichen damit die Kinder nicht nass und krank werden. Für den Reitboden war das wiederum ideal. Denn dieser wurde bestens vorbereitet. Er wurde mit einem Lochgerät gelocht und dann 100 Tonnen Sand aufgebracht. Ab Mittwoch wurde von der Feuerwehr Flarchheim bewässert, so dass der Boden elastisch und aufnahmefähig war. Von allen aktiven Teilnehmern wurde dieser enorme Aufwand extremst gewürdigt, denn kein Pferd kam ins rutschen und zum Turnier war es perfekt. Hier geht auch ein riesiges Dankeschön an die FFW Flarchheim, denn ohne deren Unterstützung wäre so etwas nicht möglich.
Wir sind der letzte Verein im gesamten Unstrut-Hainich-Kreis, der noch regelmäßig Reitturniere austrägt, wie sehr das gewürdigt wird zeigen uns die vollen Zuschauerränge. Bereits am Freitag ist den auswärtigen Reitern aufgefallen, dass mehr Leute da sind, als auf manch großen Turnieren. Der Sonntag hat alles gesprengt, die 450 Eintrittskarten waren restlos verkauft, viele haben trotzdem freiwillig Eintritt bezahlt. Mit allen Kindern, Reitern und TT´s (Helfer der Reiter) waren über 1.000 Menschen auf dem Flarchheimer Sportplatz.
Ein DANKE reicht gar nicht aus, um all die Personen zu würdigen, die hinter so einer einmaligen Veranstaltung stehen. Mitglieder, Helfer, Sponsoren, Reiter, Aktive, die Menschen die still im Hintergrund agieren, die Familien die daheim den Rücken frei halten, unsere wundervollen Kuchenbäckerinnen, die Mitglieder der Feuerwehr, den Menschen und Vereinen aus den Nachbardörfern, die unendlich vielen Zuschauern, die aus dem Flarchheimer Reitturnier etwas ganz Besonderes machen. Denn ohne euch wäre das wundervolle Flarchheimer Reitturnier eine „tote Veranstaltung“.