Am ersten Freitag im August, einem sonnigen - aber nicht extrem heißen Sommertag - trafen sich Interessierte für einem Spaziergang zu Standorten ehemaliger Dorfschulen in Schiffweiler. Vor der Eröffnung der ersten Gemeinschaftsschule in der Comeniusstr. 1960 in Schiffweiler gab es an unterschiedlichen Plätzen Schulen. Es gab katholische und evangelische, sowie Schulen für Mädchen oder Jungen. Die Entwicklung des Schulwesens und den damit verbundenen unterschiedlichen Schulwegen der Kinder widmete sich unser Spaziergang.
Auf Anregung des Demenzvereins im Landkreis Neunkirchen fand der Gedankengang statt. Der Erinnerungsspaziergang wurde von Ingrid Rixecker, Café Segen - Betreuungs-dienst für Menschen die an Demenz erkrankt sind, in Abstimmung mit dem Historischen Verein Schiffweiler zusammengestellt. Bekannte Aufzeichnungen der Heimatblätter beschreiben ab Mitte des 17. Jahrhunderts eine kleine Winterschule in Schiffweiler, zu Füßen der Kirche St. Martin. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich ein ganzjähriger Schulbetrieb in Schiffweiler. Es kam Spießförsterhaus dazu (heute Teil des Rathauses), ein 2. Schulgebäude kam in der heutigen Klosterstraße, nahe dem ehemaligen Klostergebäude, dazu. Damit dann im 19. Jahrhundert eine allgemeine Elementarschule für alle Kinder angeboten werden konnte, kamen zwei weitere Schulgebäude in der damaligen Wilhelmstr. (heute im Bereich der Straße „Auf der Brück“) dazu. Gerade an diese Schulgebäude und ihre Besonderheit erinnerten sich noch Teilnehmer. Auch die Mehrfach- und Nachnutzung der Mädchenschule als Strumpffabrik ist noch gut in Erinnerung. Damit öffneten sich weitere Gedanken über das vielfältige Nebeneinander von Handwerksbetrieben und Händlern aus.
An den einzelnen Info-Stationen gab es zum Ausgleich für das langsame Gehen ein paar Bewegungsübungen unter Anleitung von Frau Anja Stuppi, der kommunalen Gesundheitsförderung im Landkreis Neunkirchen. Schließlich schloss der Rundweg nach Besuch des Ehrenmals in der Parkstr. mit einem Besuch des evangelischen Gemeindehauses. In den Räumen des Café Segen wartete bereits eine umfangreiche Bilderschau zu den besprochenen Schulhäusern und ehemals wichtigen Gebäude des Ortes. Die Bildervielfalt war vom Vorsitzenden des Historischen Verein Detlef Zägel zusammengestellt. Für diese umfangreiche Präsentation alter Bilder wurde die neue Leinwand im Café Segen in Betrieb genommen. Diese konnte aus Spendengeldern der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt angeschafft werden. Für das leibliche Wohl der Teilnehmenden war mit kalten Getränken, Gebäck und einer saarländischen Bratwurst umfangreich gesorgt.