Ein weiteres Mal war der Flohmarkt des Fördervereins Naturschwimmbad Heldrungen e.V. optimal vorbereitet, die Händler entspannt und exakt geplant zu ihrem Standbereich geführt, Hilfestellungen beim Aufbau geleistet, unzählige Kuchen, Fettbemmen, Kaffeekannen, wasser- und hopfenhaltige Kühlware bereitgestellt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Heldrungen reisten mit ihrem Grill und mit mehr Würsten als im letzten Jahr an und die Gulaschkanone war bis zum Bersten gefüllt, aber es hat wieder nicht gereicht! Kurz nach der Eröffnung des Flohmarktes von der Spitze des höchsten 5- Meter- Turmes der Welt (Dank des geringen Wasserspiegels ist er 5,30 m hoch) fand ein noch nie gesehener Ansturm auf die 86 Stände und die Essensausgabe statt. Nach einer Stunde mussten die Bemmen aus selbstgemachten Schweineschmalz, mit selbst eingelegten sauren Gurken nachgeschmiert werden, die Besatzung des Megagrills stellte einen ab, der ständig Würste nachholen musste und die Gulaschkanone verlor nach 45 Minuten ihr gesamtes Pulver. Zum Glück gab es noch den Radlertreff, der die üblichen Angebote deutlich erweitert hatte und somit bis zum Ende des Marktes die letzten hungrig gebliebenen versorgen konnte. Ähnlich zufrieden, wie alle Vereinsmitglieder mit dem Ansturm auf ihre Angebote waren, deren Einnahmen zu 100% zur Erhaltung und Gestaltung des Naturschwimmbades verwendet werden, waren auch die meisten Händler und die deutlich über 1800 Besucher. „So was haben wir noch nicht erlebt, super organisiert, alle sind so nett und es gibt so schöne Sachen hier“, erzählte ein Pärchen aus Saalfeld die mit Vorliebe in den Bücherangeboten stöberten, dem Marktschreier gegenüber. Die Händlerinnen Steffi und Susi aus Franken bedankten sich noch mal besonders für die Organisation und waren begeistert von den Thüringern, die beim Handeln gar nicht so die „Harten Hunde“ waren, oft den ersten Angebotspreis akzeptierten und immer noch einen Plausch suchten, wenn sie merkten, dass die beiden doch mit anderem Dialekt sprachen. Als der Marktschreier Wurzelpeter über viele Stunden alle Stände abgeklappert hatte und die Händler und Händlerinnen mit insgesamt 4 Flaschen Stimmbandschmiere in Form eines namentlich gleichlautenden Kräutertrunks versorgt hatte, gab es keinen unzufriedenen Menschen mehr. Wirklich keinen? Eine Radlergruppe, unterwegs auf dem Unstrut- Radweg legte am Nachmittag eine kleine Badepause ein und so mussten tatsächlich die Rettungsschwimmer der DLRG noch arbeiten. Aber sie machten das gern, wie alle der fast 50 Vereinsmitglieder des Fördervereins, die dieses große Fest vorbereiteten, mit Liebe, Humor und viel Ausdauer begleiteten und natürlich auch nachbereiteten, damit am Sonntag die Liegewiese wieder ihrem eigentlichen Zweck zur Verfügung stehen konnte. Am Abend, eingefasst von einem fantastischen Sonnenuntergang, saßen die eigentlichen Helden des Tages an einer großen Tafel und erzählten sich gegenseitig, bei wohl gewählten Getränken und frischer Grillauflage, ihre Abenteuer des Tages. … ähnlich wie in dem kleinen gallischen Dorf, das ein weiteres Mal den Ansturm der Römer standgehalten hat…
Peter Keßler