Justus Friedrich Wilhelm Zachariä - ein Dichter der Aufklärung aus (Bad) Frankenhausen
Kabinett-Ausstellung anlässlich des 300. Geburtstages des Dichters
Am 1. Mai 1726 wurde der Dichter und Poet Justus Friedrich Wilhelm Zachariä in Frankenhausen geboren, der der Stadt einen Platz in der Welt der Dichtkunst und Literatur bescheren sollte. Hineingeboren in ein gut vernetztes bürgerliches Elternhaus, beeinflusste die Gelegenheitsdichtung des Vaters Friedrich Sigismund Zachariae (gest. 1747) den Jungen nachhaltig.
Eigentlich 1743 nach Leipzig gegangen, um an der Universität Jura zu studieren, wendete er sich den so genannten „Schönen Künsten“ zu. Bereits ab Januar 1744 veröffentlichte er sein bis heute bekanntestes Poem „Der Renommist“. In diesem „komischen Heldengedicht“ schilderte er die so unterschiedliche Lebensweise der Studenten in Jena und Leipzig. Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) beeindruckte nicht allein Zachariä’s Poem, sondern der Dichter selbst. In seinem 1767 entstandenen Gedicht „An Herrn Professor Zachariä“ erhob er ihn zum „Liebling aller Götter“.
Während der Fortsetzung seines Studiums der Rechte an der Universität Göttingen erreichte ihn 1748 die Berufung als Hofmeister an das Collegium Carolinum in Braunschweig. Braunschweig-Wolfenbüttel wurde bis zu seinem Tod, am 30. Januar 1777, zum Lebensmittelpunkt. Zu seinem Bekannten- und Freundeskreis gehörten unter anderem Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) und Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803).
Das Regionalmuseum Bad Frankenhausen widmet dem Sohn der Stadt anlässlich seines 300. Geburtstages eine Sonderausstellung, in deren Zentrum sein dichterisches Schaffen und seine Verbindung zu seiner Geburtsstadt stehen. Die ausgestellten Werke von und die historischen Bücher über Zachariä sind zu einem großen Teil Erstausgaben. Sie stammen sowohl aus den Sammlungen des Museums und des Stadtarchivs als auch aus Privatbesitz.
Begleitet wird die Sonderausstellung von Führungen, Vorträgen und Lesungen. Die jeweiligen Termine erfahren Sie auf der Homepage des Regionalmuseum Bad Frankenhausen www.regionalmuseum-bfh.de.
Ausstellungsdauer: 29. April 2026 bis 31. Januar 2027
„Der Frankenhäuser Baumeister Carl Reichenbach und der 130. Jahrestag der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals am 18. Juni 1896 / 2026“
Im Jahr 2026 jährt sich die Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals zum 130. Mal. Dieses große Ereignis am 18. Juni 1896 rückte die Kyffhäuserregion plötzlich in den Fokus der Berichterstattung des Kaiserreichs.
Über das Kyffhäusergebirge, die damit verbundenen Mythen und Sagen, die Burg Kyffhausen und das Kyffhäuser-Denkmal ist seitdem viel gesagt und geschrieben worden.
Teilweise vergessen ist, dass fast 50 Jahre der Name der Familie Reichenbach, seit 1881 in Frankenhausen ansässig, eng mit dem Wachsen und Werden des Kyffhäuser-Denkmals, der Kyffhäuserwirtschaft und sämtlicher Bauten und technischer Anlagen rund um das Denkmal verbunden war.
Fast jede Familie der Region meint, ein Familienmitglied zu wissen, welches am Bau des monumentalen Denkmals beteiligt war. Zeitweilig sollen täglich bis zu 400 Leute am Bauwerk tätig gewesen sein. Leider sind diese Arbeiter kaum namentlich erfasst. Viele von ihnen waren beim Baugeschäft Carl Reichenbach beschäftigt, der selbst mehrfach den Verlust seines gesamten Betriebskapitals beim Denkmalsbau riskierte, da auf der Baustelle schwierige natürliche Gegebenheiten vorherrschten, die immer wieder Rückschläge mit sich brachten.
Für die Recherchen zur Ausstellung konnte auf ein umfangreiches Firmenarchiv zurückgegriffen werden, welches sich mit dem Bau und der Verwaltung des Kyffhäuser-Denkmals, sowie sämtlicher Nebengebäude beschäftigt. Dabei handelt es sich um eine Leihgabe der Familie Reichenbach und Nachfahren. Die Akten geben Einblick in das Baugeschehen, die alltäglichen Aufgaben, Probleme und Ereignisse sowie die gravierenden gesellschaftlichen und politischen Umbrüche von ca. 1890 bis zum Jahr 1940.
130 Jahre Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals sollen Anlass sein, den Baumeister Carl Reichenbach, der 1881 in Frankenhausen seine Firma gründete, die bis ca.1930 existierte, sowie seine Familie vorzustellen.
Im Blickpunkt stehen der Alltag sowie Ereignisse und Begebenheiten, die in der Summe wichtig für die Entwicklung des Tourismus der Region waren. Diese Entwicklung, in ihren Anfängen eng mit dem Namen Reichenbach verbunden, nahm vor 130 Jahren mit dem Bau und der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals ihren rasanten Aufstieg. Um 130 Jahre Kyffhäuser-Denkmal zu verstehen, sind die Ereignisse im Kontext ihrer jeweiligen Epoche zu betrachten. Neben dem Kyffhäuser-Denkmal war die Firma Reichenbach an unzähligen Bauprojekten der Region aber auch überregional beteiligt. Spezialisiert war die Firma im Tunnelbau und beim Bau technischer Anlagen. Hier wird eine winzige Auswahl aufgezeigt.
Ausstellungsdauer: 17. Juni bis 15. November 2026
Änderungen vorbehalten!
Über all unsere Veranstaltungen können Sie sich immer aktuell auf unserer Homepage www.regionalmuseum-bfh.de informieren.
Für individuelle Führungen wird um Anmeldung gebeten:
| Telefon: | 034671 / 62086 |
| Email: | museum@bad-frankenhausen.de |
Öffnungszeiten des Museums:
| Dienstag bis Sonntag sowie an allen Feiertagen | von 10.00 bis 17.00 Uhr |
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
des Regionalmuseums Bad Frankenhausen