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Hermsdorfer Amtsblatt
Ausgabe 4/2020
Nichtamtlicher Teil (NaT)
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Ev.-Luth. Pfarramt St. Gangloff

Pfr. S. Langner

Tel.: 036606/ 84 232

Liebe Gemeindeglieder im Kirchspiel St. Gangloff,

nun ist Ostern vorbei! Oder? Das Fest der Auferstehung Jesu Christi liegt gewiss hinter uns, aber die Osterzeit, auch österliche Freudenzeit genannt, endet erst am 30. Mai, dem Samstag vor Pfingsten.

Natürlich, in diesen Wochen von „Freudenzeit“ zu reden, ist sehr gewagt.

Stattdessen erleben wir alle eine Phase der Unsicherheit, wo alles, was bisher zu unserem Alltag gehört hat, völlig anders geworden ist.

So habe ich Ostern erlebt: Traurige Töchter und Söhne, die ihre Eltern im Pflegeheim nicht besuchen konnten.

Leere Kirchen, da wir keine Gottesdienste feiern können.

Traurige Konfirmanden, deren großer Tag am St. Nimmerleinstag kommen wird!?

Das erlebe ich hier vor Ort, und vieles andere mehr. Der Hintergrund ist uns allen bewusst: die Medien informieren uns, soweit der Wissensstand es zulässt. Auch in diesen Wochen bleiben vorerst nur zwei Wege, die wir gehen können:

Der erste ist der Weg der eigenen Aktivitäten: was können wir füreinander tun?

Das Stichwort dafür lautet: Christliche Nächstenliebe. „Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder und Schwestern, das habt ihr mir getan.“ Jesus sagt diese Worte, um uns daran zu erinnern, wie viel wir füreinander tun können. Tag für Tag, nach unsren Gaben, Talenten und Möglichkeiten.

Der zweite Weg ist das Gebet.

Christen sollen, am besten regelmäßig, den Kontakt zu Gott suchen. Dazu gibt es das Vaterunser oder unser Glaubensbekenntnis. Und natürlich dürfen wir zu Gott wie zu einem guten Freund oder wie mit unserer besten Freundin reden! Ihm sagen: was macht mir Angst? Was belastet mich? Und für andere bitten, die jetzt in ihrem Beruf an Grenzen kommen. Gott hört alle Gebete seiner Kinder und wird darauf reagieren, das darf uns ruhig und gelassen machen.

Vielleicht kennen Sie das Prinzip der Mönchsorden: „Ora et labora“, also: Bete und arbeite! Das scheint mir auch die Balance dieser Wochen zu sein. Es sind für uns alle ungewöhnliche, heftige Herausforderungen, die unseren Alltag jetzt prägen. Aber wir sind nicht hilflos und wir dürfen weiterhin mit Gottes Beistand rechnen.

Die Glocken läuten auch weiterhin, Bläser und Organisten machen uns zusätzlich Mut!

Bleiben Sie behütet und kreativ, als selbstbewusste Kinder Gottes.

Ihnen im Gebet und in Gedanken verbunden

Pfr. Stefan Langner

Sobald es die rechtlichen Regelungen zulassen, werden wir wieder Gottesdienste feiern. Dazu erhalten Sie selbstverständlich die erforderlichen Informationen von ihrer jeweiligen Kirchgemeinde!