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Hermsdorfer Amtsblatt
Ausgabe 5/2021
Nichtamtlicher Teil
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Corona-Geschichten des ASB KV Saale-Holzland-Kreis e.V.

Von den beiden Redakteuren des ASB Echos Michael Ehrlich (Text) & Sebastian Stibane (Fotos) und vom Betreuer und Redakteur des ASB Echos Florian Knoll & Co..

So halten wir 85 Bewohner und Bewohnerinnen aus allen drei ASB Wohnhäusern, die Corona-Zeit verbunden mit ihren strikten Regeln durch.

Es war am Donnertagnachmittag den 12. März 2020, als wir die Bewohner und Bewohnerinnen aus allen drei Häusern mitgeteilt bekommen haben, dass wir vorerst nicht mehr in die Holzlandwerkstätten zum Arbeiten gehen können, dass betrifft auch alle Beschäftigten-unsere Freunde und Arbeitskollegen die außerhalb wohnen.

165 Beschäftigte der Holzlandwerkstätten des ASB können nicht arbeiten. Bezahlt werden sie bislang trotzdem. Der Grund ist ein neues Virus mit dem Namen Corona. Weil es für diesen neue grippeartige Virus keine Impfung und anderes gibt, wurden innerhalb von kurzer Zeit, Maßnahmen eingeleitet um uns, aber auch die Bevölkerung Deutschlands sowie der Welt zu schützen.

Dies ist nun fast acht Wochen her und auch nicht immer so einfach, aber gemeinsam schaffen wir das und halten durch.

Die Bewohner der ASB Besondere Wohnformen in Hermsdorf Verhalten sich verantwortungsbewusst in Zeiten der Corona-Krise. Die Leiterin der besonderen Wohnformen Sandra Geithe bedankt sich dafür bei ihnen und bei allen Mitarbeitern ganz herzlich: „Ich habe das Haus hier 1998 mit geplant, war beim ersten Spatenstich dabei und bin von Anfang an als Leiterin tätig. Ich liebe meinen Job und ich kenne die Menschen. Wir sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten zusammen alt geworden. Ihr und allen Mitarbeitern sei es wichtig, für die Bewohner präsent zu sein und allen die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Wichtig dabei ist auch, dass beispielsweise der Bewohnerrat die Bewohner in leichter Sprache über das Geschehen rund um das Corona-Virus informiert. „Wir haben aber auch WLAN, und die Leute lesen selbst nach, was sie zum Thema interessiert. Natürlich erklären sowie erzählen auch wir die Mitarbeiter vom aktuellen Geschehen. Einige Bewohner gehen üblicherweise über das Wochenende nach Hause. Dies ging seit dem 12. März nicht mehr.

Dies schloss auch das diesjährige Osterfest Mitte April mit ein. Wegen dem Coronavirus, war es zwar etwas anders, aber trotzdem sehr schön.

Seit Anfang April werden aus den Holzlandwerkstätten auch verschiedene arbeiten in unsere beiden Besonderen Wohnformen gebracht, die erledigt werden können.

Eine weitere Herausforderung war die tägliche Versorgung mit Mittagessen. Denn normalerweise wird bei uns nur am Wochenende gekocht. Anfangs wurde dies vormittags an sieben Tagen zubereitet. Aber mit Unterstützung von Ines Köhler und ihrem Küchenteam in den Holzlandwerkstätten, konnte hier eine bessere Lösung gefunden und so die Besonderen Wohnformen hier sowie aber auch unser Betreuerteam, ein wenig entlastet werden. Seitdem 27. Mai 2020, wird hier in den Besonderen Wohnformen Lahnsteiner Steiner Straße 8i wieder vormittags selbst gekocht.

Denn ab dem 02. Juni 2020, startete dann unter den vorgeschrieben Abstands- und Hygieneregeln, in den Holzlandwerkstätten wieder ein kleiner regulärer Betrieb. Des weiterem wurden alle voneinander getrennt.

Zum Beispiel: Durften wir aus der Lahnsteiner Straße 8i nicht mit unseren Kollegen von Zuhause zusammenkommen und unsere Mitstreiter aus der Hermann-Danz-Straße 14 sowie andere die zur Risikogruppe gehörten, mussten auch noch zuhause bleiben.

Auch der diesjährige Männertag war aufgrund von Corona und ihren Stricken Regeln Weltweit sowie auch hier bei uns, anders als sonst.

Auch in unserer zweiten ASB Besonderen Wohnform in der Hermann-Danz-Straße 14, gaben alle Mitarbeiter ebenfalls nach wie vor ihr Bestes, um den Bewohnern die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wie alle anderen auch wurden wir Anfang des Jahres kalt von der Corona-Pandemie und derer einhergehenden Einschränkungen erwischt. Von Unwissenheit, täglich neuen Information bis zum Lockdown durchschritten wir alle Phasen. Der Lockdown kam so schnell, dass es eine enorme Herausforderung darstellte die diversen Vorbereitungsmaßnahmen, in den täglichen Arbeitsalltag mit seinem spezifischen Anforderungsprofil, zu implementieren. Die bekanntesten Sicherheitsmaßnahmen stellen sicherlich der Mindestabstand und die Maskenpflicht dar.

Aber auch die anfängliche Kontaktsperre unserer Bewohner zu Ihren Angehörigen gehörte zu den erschwerenden Maßnahmen. Eine kleine Umarmung hier, ein Schulterklopfen dort - all diese kleine, für unsere Bewohner doch so wichtigen Gesten, konnten nicht stattfinden.

Eine Menge an positiver und vielfältiger Gesprächskultur erleichterte unseren Bewohnern sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Auch unsere schon immer vorhandene familiäre Atmosphäre bestätigte sich gerade in dieser Zeit. Alle Bewohner und Bewohnerinnen hatten in uns dem Betreuungsteam immer einen entsprechenden Ansprechpartner für sich vor Ort. Unterschiedlichste Angebote in spielerischen, hauswirtschaftlichen - selbst lernenden Bereichen wurden geboten.

Dies geschah in noch höherer Frequenz als das sowieso schon der Fall ist, um der Lage gerecht zu werden. Wir schufen in unserer „Oase“ ein Stück weit Normalität und einen Rahmen der Orientierung für unsere Bewohner.

Geburtstage wurden auch unter Corona Bedingungen zu Events guter Laune, Freude und Spaß. Auch die Urlaube der Gruppen (Freizeitmaßnahmen) fanden statt. So ging es beispielsweise in die sächsische Schweiz oder an die Nordsee.

Mit Strandausflügen oder Dampferfahrten durch beispielsweise „Elbflorenz“, sowie vielfältigen anderen Events innerhalb der Urlaube, konnten wir der Realität für eine Woche entfliehen und Kraft tanken. In einer immer noch unsicheren Lage, wissen wir, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen können.

Bewohneraussagen:

„Die ersten 14 Tage waren beschissen. Kleinere Tätigkeiten haben mir aber geholfen. Es war schön, dass ich hier und dort mithelfen konnte. Sonst hat es mir Spaß gemacht, nur die Arbeit fehlt mir. Meine Mutti ist in der Zeit gestorben, das hat mir sehr wehgetan, aber die Betreuer haben mir viel geholfen.“

„Wir konnten ja am Anfang nicht raus, also haben wir Runden durch unseren Garten gemacht. Der Mundschutz im Wohnheim war schwer zu tragen. Und mir hat gefehlt das wir zusammen auf dem Sofa sitzen können.“

„Für mich war alles wie immer, ich habe nichts gemerkt. Mir hat gefallen das wir alle zusammen waren und gebacken und gekocht haben.“

„Die erste Zeit wo niemand her durfte war für mich am schlimmsten. Sonst fand ich alles in Ordnung. Es war ja immer jemand da, der sich um uns gekümmert hat.“

Ab 01. September 2020, näheren sich unsere Holzlandwerkstätten dem Normalbetrieb, aber mit Vorsicht. Denn seit der Aufhebung des Betretungsverbotes hat eine Vielzahl der Beschäftigten die Arbeit wieder aufgenommen. Ihr Arbeitsalltag orientiert sich am erstellten Schutz- und Hygienekonzept mit Regeln zu Mindestabstand und besonderen Hygieneregeln.

Wegen einen Corona-Fall bleiben wir, 48 Bewohner und Bewohnerinnen, sowie acht Betreuer plus einige Beschäftigte aus den Holzlandwerkstätten, für

10-bis 14 Tage Zuhause.

Es war am Dienstagabend, dem 03. September 2020 so gegen 19:00 Uhr, als unsere Leiterin Sandra Geithe durch alle vier Wohngruppen und informierte uns, dass wir wieder jemanden haben der positiv auf das Coronavirus getestet wurde und wir ab jetzt für die nächsten 10 Tage unter Quarantäne stehen. Betroffen davon war auch der komplette Elektro und Metallbereich in den ASB Holzlandwerkstätten.

Der Grund war: Das alle Kontaktpersonen sich ebenfalls Infiziert haben könnten. Weil es eben für dieses neue Grippeartige Virus noch keine Impfung gibt, sind solche Maßnahmen wichtig und auch richtig.

Genau wie die Hygieneregeln, der Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander und das tägliche Temperaturmessen bei uns.

Auch bei unserem betroffenen Mitbewohner von war am Freitagnachmittag dem 30. Oktober 2020, als er nach Hause zu seiner Mutti fuhr noch alles im grünen Bereich.

Zwei Tage später, informierte unsere Leiterin Sandra Geithe darüber, dass er beim Arzt war und auch ein Test auf das Coronavirus bei ihm gemacht wurde.

Dieser Test war bei ihm positiv ausgefallen. Also hieß das nicht nur für hin, sondern auch für alle Kontaktpersonen die bis Freitag in seiner Nähe waren, ab geht’s in eine 10-14-tägige Quarantäne.

Des Weiteren wurden alle Kontaktpersonen auf das Neue Virus getestet.

Darunter waren neben uns den 48 Bewohner und Bewohnerinnen hier aus der Lahnsteiner Straße 8i, auch acht Betreuer und alle Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen aus dem Elektro und Metallbereich in den ASB Holzlandwerkstätten.

Am Donnerstag dem 05. November 2020, war es dann soweit. Drei Frauen vom Gesundheitsamt Eisenberg nahmen Abstriche von uns und acht Betreuern.

Die Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen aus dem Elektro und Metallbereich in den ASB Holzlandwerkstätten, wurden separat getestet.

Zwei Tage drauf es war am frühen Samstagabend, dem 07. November 2020, kam dann der erlösende Anruf vom Gesundheitsamt. „Wir alle Bewohner sowie Bewohnerinnen, sind negativ und haben kein Corona.“ Aber trotzdem sollen wir noch bis zum Freitag dem 13. November 2020, in Quarantäne bleiben. „Seht es als kleinen Urlaub an.“ Sagte unsere Leiterin Sandra Geithe, bei einem gemeinsamen Abendessen auf dem Boden zu uns allen.

Auch unsere acht betroffenen Betreuer, konnten ab Mittwochnachmittag den 11. November 2020 wieder zurückkommen. Für Sie wurde dass ganze in eine Arbeitsquarantäne umgewandelt.

Dass heißt:

Sie durften zwar auf Arbeit kommen, mussten aber zum Dienstende gleich wieder nach Hause gehen und dort auch bleiben. Denn auch ihre Arbeitsquarantäne ging bis zum 13. November 2020.

An dieser Stelle geht ein ganz großes Dankeschön von uns allen, an alle die jenigen, die während diesem Ausnahmezustandes für alle hier waren. Dazu zählen auch unsere Bereuer in unserer zweiten Bsonderen in der Hermann-Danz-Straße 14. Einige von Ihnen, sind hier eingesprungen und haben Dienste übernommen. Dafür nochmals vielen, vielen Dank von uns allen. Denn Ihr seit ein tolles Betreuerteam.

„Für uns ist es dieses Mal glimpflich ausgegangen. Aber wir müssen immer wieder damit rechnen, dass sich jemand ansteckt. Wir werden lernen müssen, damit umzugehen.“ “Des Weiteren freuen sich alle Bewohner und Bewohnerinnen, dass sie sich mit dem Ende der Quarantänezeit hier in der Lahnsteiner Straße ab morgen Samstag, wieder ganz normal auch außerhalb bewegen dürfen.“

Wer jetzt denkt, wir hätten Corona-Mäßig eine längere Atempause, den müssen wir an dieser Stelle leider enttäuschen. Denn nur knapp Vier Wochen später, war das Virus in den Holzlandwerkstätten, unseren beiden Besonderen Wohnformen sowie in der ambulant betreuten Wohngemeinschaft wieder aktiv. Weil wir eben in den Holzlandwerkstätten wieder einen Corona-Fall hatten, mussten einige von uns bereits ab dem 12. Dezember 2020 in Quarantäne gehen. „Das hieß: Bitte für 10 bis 14 Tage im Zimmer bleiben.“

Eine Woche darauf am 18. Dezember 2020, schlug Corona dann so richtig um sich. Und zwar so sehr, dass auf Anweisung des Gesundheitsamtes eine Quarantänegruppe eingerichtet wurde. Diese war auf der oberen Etage in der Wohngruppe Drei und mit 14 betroffenen Bewohnern voll belegt. Aber auch auf unserer unteren Etage sowie in unserer zweiten Besonderen Wohnform in der Hermann-Danz-Straße und in unserer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, schlug das Coronavirus zu. Somit wurde vom 18. bis 28. Dezember 2020, eine weitere Quarantäne verhängt.

Was hier noch dazu kommt, auch dieses Mal hat es wieder einige von unseren Betreuern mit erwischt und das diesjährige Weihnachtsfest fiel ebenfalls darunter. Trotzdem haben wir alle zusammen die Köpfe nicht hängen lassen und das Beste aus der Situation gemacht.

Weihnachten und der Start ins neue Jahr 2021. Es war alles ein wenig anders.

Am 27. Dezember 2020, wurde bei uns allen ein Corona-Schnelltest gemacht.

Dieser ist in den meisten Fällen negativ ausgefallen und somit konnte die Quarantäne fast ganz normal auslaufen. An dieser Stelle geht nochmals ein riesengroßes Dankeschön von uns Bewohnern an Euch, unser gesamtes Betreuerteam. Denn obwohl ihr zum Teil selbst betroffen gewesen seid und in Quarantäne musstet, haben wir alles gemeinsam erfolgreich gemeistert. Vielen, vielen Dank. Ein weiteres großes Dankeschön geht an unser Leitungsteam und unsere Gruppenleitungen in den Holzlandwerkstätten.

Denn wir, die Bewohner und Bewohnerinnen aus allen Drei Häusern konnten aufgrund der Lage, bereits ab Montag den 14.Dezember 2020 zuhause bleiben. Somit hatten einige auch die Möglichkeit schon etwas eher als geplant auf Besuch zu ihren Familien zu fahren.

Wie bereits erwähnt, hat das Coronavirus ja auch in unserer zweiten Besonderen Wohnform in der Hermann-Danz-Straße 14 voll zugeschlagen. Wie dort alle Weihnachten und Silvester 2020 / 2021 erlebt haben, hier eine Zusammenfassung.

Aufgrund der weltweit anhaltenden Pandemie gestalteten sich unsere Feieretage dieses Jahr wesentlich unschöner als die vergangenen Jahre.

Denn das Coronavirus machte sich bekanntlich leider auch hier in unserer zweiten Besonderen Wohnform breit, sodass sich die Mehrzahl unserer Bewohner in Isolation beziehungsweise in Quarantäne befand. Nichtsdestotrotz nahm sich unser Betreuerteam in Vollschutz inklusive Weihnachtsmannverkleidung, die Zeit jeden einzelnen an seinem Zimmer zu bescheren, sich etwas zu unterhalten und aufmunternde Worte zu verlieren. Die Freude war groß als unsere Bewohner ihre Geschenksäcke entgegen nahmen.

Etwas Abwechslung in Zeiten der Quarantäne tat sichtlich gut, auch wenn es unseren Bewohnern anzumerken war, dass diese Situation in Ihnen schon zu schaffen macht. Über die Geschenke wurde sich sehr gefreut und alle konnten es kaum abwarten ihre Freude mit ihren Mitbewohnern zu teilen.

Auf ein Weihnachtsgericht musste auch niemand warten, denn das wurde trotz erschwerter Bedingungen im Room-Service-Stil frisch zubereitet gebracht.

So konnten wir wenigstens etwas Weihnachtsatmosphäre aufkommen lassen.

Silvester sah die Situation schon leicht besser aus, da etliche Bewohner nach und nach ihre Quarantäne verlassen konnten.

An richtige Feierlichkeiten konnte trotz allem noch nicht gedacht werden.

So hatten einige unserer Bewohner bis Mitternacht ausgeharrt um mit dem Nachtdienst anzustoßen, während viele unserer Bewohner zu der Zeit schon schliefen.

Eins eint uns aber alle - die Hoffnung auf ein besseres Jahr 2021.