Bad Klosterlausnitz. Mit einem eindrucksvollen musikalischen Bekenntnis zu Glaube, Hoffnung und Liebe haben mehrere Chöre und Musiker am Samstagabend die Klosterkirche Bad Klosterlausnitz erfüllt. Rund 400 Besucher erlebten ein bewegendes Konzert unter der Gesamtleitung von Kirchenmusiker Every Zabel, das von stillen, andächtigen Momenten bis hin zu mitreißender Tangoleidenschaft reichte.
Bereits der Auftakt sorgte für Gänsehaut: Singend zogen die Chöre, begleitet vom Reußischen Kammerorchester Gera, in die Kirche ein. Mit Jacques Berthiers „Ubi caritas“ entstand sofort jene besondere Atmosphäre, die den gesamten Abend prägen sollte.
Mitwirkende waren neben dem Reußischen Kammerorchester Gera die Holzland Kantorei Hermsdorf, der Singkreis Bürgel, das Herztöne Vokalensemble sowie das Vokalensemble „klangheimlich“. Als Solistin überzeugte Juliane Rogsch aus Rudolstadt mit ihrer glockenklaren Sopranstimme.
Das Programm spannte einen weiten musikalischen Bogen von Johann Sebastian Bach über Franz Schubert bis hin zu moderner geistlicher Musik und Tango Nuevo. Besonders eindrucksvoll erklang John Leavitts „Für die Wunder dieser Welt“, ein Lobgesang auf Schöpfung und Menschlichkeit. Auch Bachs berühmter Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ berührte viele Zuhörer sichtbar.
Einen besonderen Akzent setzte das traditionelle irische Liebeslied „Eibhlin a Run“. Die jahrhundertealte Geschichte um eine verbotene Liebe entfaltete in der Klosterkirche ihren ganz eigenen Zauber. Das Orchesterarrangement stammte - wie mehrere weitere Bearbeitungen des Abends - von Every Zabel selbst.
Für große emotionale Momente sorgte außerdem das Vokalensemble „klangheimlich“. Mit glasklaren Stimmen interpretierten die 7 Sängerinnen „Ubi caritas“ von Victor C. Johnson sowie Amanda McBrooms Ballade „The Rose“. Im Kirchenschiff wurde es dabei mucksmäuschenstill.
Andächtig wurde es auch während der modernen Pop-Messe von Karl Bernhardin Kropf und Kai Lünnemann. Pfarrerin Sophie Kersten trug drei Fürbitten vor, während der Chor leise summte. Spätestens beim Solo „Lichterloh“, gesungen von Juliane Rogsch, hielten alle den Atem an. Als schließlich auch das Publikum einstimmte, verwandelte sich die Kirche in einen gewaltigen Klangkörper. Aus 500 Kehlen erklang: „Brenne lichterloh in dir.“
Ganz andere Töne schlug anschließend Astor Piazzollas „Libertango“ an. Plötzlich wurde mitgeklatscht, Füße wippten im Takt, manche Besucher bewegten sich sogar leicht im Rhythmus des Tangos.
Zum Abschluss erklang das berührende Abendlied „Bleib bei mir, Herr“. Mit einer Zugabe verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger singend aus der Kirche. Doch der Applaus wollte nicht enden. So gab es mit dem „Libertango“ noch eine temperamentvolle, zweite Zugabe.
Beschwingt und sichtbar bewegt verließen die Besucher anschließend die Klosterkirche. Immer wieder war dabei derselbe Satz zu hören: „Ach, war das schön.“
Auch Every Zabel zeigte sich nach dem Konzert zufrieden: „Die Chöre haben sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und im Konzert noch einmal alles gegeben. Ich bin sehr dankbar, mit meinen Chören solche Konzerte veranstalten zu können.“ Besonders freute ihn die große Resonanz: „Dass wieder rund 400 Zuhörer dabei waren, ist für uns Musiker der größte Lohn.“