Holz „als Brennstoff vor der eigenen Tür“ wird mit den hohen Energiepreisen wieder eine ganz neue Wertschätzung entgegengebracht. Umso wichtiger ist eine effektive Nutzung, mit der sich nicht nur Geld sparen, sondern auch die Umweltbelastung reduzieren lässt.
Heizen mit Holz ist angesagt. So verwundert es nicht, dass die Bewohner des Eichsfeldes um Heilbad Heiligenstadt einem Infoabend brennendes Interesse entgegenbrachten. Über 30 Zuhörende fanden sich bei der Veranstaltung des Stadtforstes Heiligenstadt im alten Rathaus ein.
Carsten Frenzel, Produktleiter Waldinformation, Umweltbildung, Walderleben von Landesforsten Rheinland-Pfalz, erläuterte, wie man den Heizwert des Holzes nutzbar macht. Dazu gehört das sofortige Schneiden des Holzes auf Ofen- bzw. Kessellänge, das feine Spalten (max. 30 cm Umfang) und die luftige und überdachte Lagerung auf Unterlagen. So ist das Holz auf jeden Fall nach zwei Sommern ofentrocken mit einem Wassergehalt von rund 15 Prozent. Nur so darf es verbrannt werden.
Die Baumarten und ihr Energiegehalt war ein weiterer Punkt, den der Forstmann ansprach. Besonders hob er hervor, dass Nadelhölzer entgegen der weit verbreiteten Meinung ebenfalls als Feuerholz taugen, und zwar nicht nur zum Anfeuern: „Klein gespalten und trocken geht jede Holzart!“ Aufgrund der unterschiedlichen Hitzeentwicklung bei Buche, Fichte und allen anderen Baumarten empfahl Frenzel, je nach Wärmebedarf mehrere Sorten zu lagern. Zudem hänge eine effektive Nutzung auch stark vom Wirkungsgrad des Ofens oder Kessels ab.
Zum Anfeuern sollte fein gespaltenes Nadelholz verwendet werden, da dieses schnell ein kräftiges Feuer liefert. Am rauchärmsten gelingt das mit dem Anfeuermodul, das Frenzel den Zuhörern präsentierte. Hierbei wird das Feuer von oben entzündet. Außerdem gab es noch viele weitere Tipps zum richtigen Nachlegen („Nie nur ein Scheit!“), Ausmachen oder der Einstellung der Luftklappen.
Interessant war für die Besucher und Besucherinnen zum Schluss die Frage, welche Auswirkungen auf den Betrieb ihrer Holzfeuerung die Bundesimmissionsschutzverordnung hat. Denn einige haben von ihrem Schornsteinfeger schon die Mitteilung erhalten, dass eine Nutzung nur noch bis Ende des Jahres möglich ist.
Karl Josef Dölle fasste den Abend so zusammen: „Sehr detailliert und aufschlussreich. Keine Antwort auf meine Fragen ist übrig geblieben!“
Auch Stadtförster Raimund Schüttler, der den Vortrag organisiert hatte, zeigte sich sehr zufrieden: „Für die Stadt Heilbad Heiligenstadt ist die Bereitstellung von Brennholz aus dem Stadtwald als erneuerbarer Energieträger ein wichtiges Anliegen. Heute Abend konnten selbst ‚alte Hasen‘ noch etwas über die richtige Verwendung dazu lernen.“
Wer den Infoabend verpasst hat, erhält Infos bei cfrenzel@wald-rlp.de. Im Internet gibt es Merkblätter und einen Lehrfilm unter www.fairfeuern.ch.