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Heiligenstadt Anzeiger
Ausgabe 16/2023
Aus Vereinen und Verbänden
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Unterwegs in verschiedenen Themengärten

Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes zu Gast in Bad Langensalza

Für alles ist ein Kraut gewachsen, diesen Eindruck hatten die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes aus dem Eichsfeld und dem Kyffhäuserkreis, als sie an einem goldenen Oktobertag den Apothekergarten in Bad Langensalza besuchten. Auf verschiedenen Beeten präsentierten sich ihnen eine Auswahl offizieller Arzneipflanzen, typischer Heil- und Gewürzpflanzen und Giftpflanzen, die zur Herstellung von Arzneipflanzen dienen. Zum Beispiel Kamille, Efeu, Sonnenhut, Schafgarbe, Lavendel oder die bekannte Ringelblume waren hinter dem Haus „Rosenthal“, in dem sich das Thüringer Apothekenmuseum befindet, zu finden. Fenchel und Melisse wirken bei krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden, Echter Baldrian wirkt bei Unruhezuständen, verrät den Besuchern eine kleine Informationsbroschüre. Diese macht aber auch darauf aufmerksam, dass die Anwendung von Heilpflanzen immer mit einem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden sollte, um mögliche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden.

Im Apothekenmuseum erfuhren die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, die gemeinsam mit einem Reisebus der Eichsfeldwerke aus Heilbad Heiligenstadt, Leinefelde und Sondershausen in die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza gekommen waren, eine Ausstellung zur Pharmaziegeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden dort wertvolle Standgefäße aus Glas, Porzellan und Holz, pharmazeutische Arbeitsgeräte, sowie Mörser und Waagen. In acht Räumen konnten die Besucher die verschiedenen Arbeitsbereiche einer alten Apotheke entdecken. Entdeckt haben sie auch Medikamentenschachteln, dessen Namen sie an längst vergangene Zeiten erinnerte.

Bad Langensalza im Herzen vom Unstrut-Hainich-Kreis ist mit seinen zehn Parks und Themengärten ein blühendes Kleinod. Der Rosengarten auch Garten der Liebe genannt, auf dem fast 450 Rosensorten wachsen, lockt jährlich viele Besucher an.

Weit über die Grenzen der Stadt ist auch der Japanische Garten bekannt. Das war die erste Station für die Mitglieder des gemeinnützigen Verbandes bei ihrem Besuch in Bad Langensalza. Individuell erkundeten sie mit ihren Begleitpersonen den Garten der Glückseligkeit, wie er auch genannt wird. Sie tauchten ein in eine Oase der Ruhe. Nur das sanfte Plätschern kleiner Wasserfälle war zu hören. Im Wasser der Teichlandschaft spiegelten sich die beiden Pavillons, der Blickfang des Parks. Farbenfrohe Kois schwammen im Wasser, eine Bonsaisammlung zeigt Exemplare, die über sechzig Jahre alt sind. Der Japanische Garten ist ein Ort, an dem das Abschalten vom Alltag leicht fällt, Natur mitten in der Stadt.

Nach dem Mittagessen lockte bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ein kleiner Spaziergang am Friederikenschlößchen und dem angrenzenden terrassenförmig angelegten Schlößchenpark aus dem 18. Jahrhundert.

Übrigens: Am 8. Oktober treffen sich die Verbandsfreunde aus dem Eichsfeld und Kyffhäuserkreis wieder. Dann in Heiligenstadt zum traditionellen Hilfsmitteltag mit interessanten Angeboten für Sehgeschädigte und deren Angehörige.

Text und Foto: Silke Senge