Die Pfadfinder in Thüringen zeigen auf beeindruckende Weise, wie Kinder und Jugendliche Demokratie, Gemeinschaft und Verantwortung nicht nur erleben, sondern aktiv mitgestalten. Beim großen Ringlager im Pfadizentrum Dreigleichen in Neudietendorf, kamen rund 120 Kinder und Jugendliche zusammen, um genau das zu erfahren: Jede und jeder ist willkommen, unabhängig von Herkunft oder Religion. Hier zählt nicht nur das Dabeisein, sondern das Mitgestalten. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Ideen gehört und Verantwortung geteilt - ein echtes Lernfeld für demokratisches Handeln.
Zwischen Lagerfeuer, Workshops und kreativen Aktionen wurde deutlich, wie wichtig diese Erfahrungen sind. Ob beim Bau von Dosentelefonen, bei Spielen oder im Austausch über globale Gerechtigkeit: Die jungen Pfadfinder setzen sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander. Sie lernen, fair zu handeln, nachhaltig zu denken und füreinander einzustehen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen entstehen hier kleine „Keimzellen der Demokratie“, die langfristig Großes bewirken können.
Wie diese Werte ganz konkret vor Ort gelebt werden, zeigt besonders eindrucksvoll die Arbeit der Pfadfinder vom Stamm St. Aegidien in Heiligenstadt. Hier wird Gemeinschaft nicht nur besprochen, sondern aktiv erlebt. Die „Nacht im Grünen“ und der Mailsprung am 30. April und 1. Mai sind dafür ein wunderbares Beispiel: Mit Rucksack, Hängematte und viel Teamgeist machten sich die Kinder und Jugendlichen auf den Weg zur Klöppelsklus. Gemeinsam wurde ein Lager aufgebaut, gespielt, geredet, gebetet und sogar ein Altar für den frühen Gottesdienst errichtet. Beim Sonnenaufgang, begleitet vom Gesang der Vögel, wurde spürbar, wie eng Naturerlebnis, Verantwortung und Gemeinschaft miteinander verbunden sind.
Auch das anschließende Frühstück und die Wanderung mit dem ganzen Stamm durch den Stadtwald zeigte, was Pfadfinderarbeit ausmacht: Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Bei gemeinsamen Spielen in der Natur wuchs die Gruppe weiter zusammen. Solche Erlebnisse prägen - sie schaffen Erinnerungen und stärken wichtige soziale Fähigkeiten.
Ebenso bedeutend ist das Engagement bei der Kirmesandacht in St. Aegidien. Mit der Geschichte vom „unsichtbaren Netz“, das alle Menschen verbindet, machten die Pfadfinder auf berührende Weise deutlich, wie wichtig Zusammenhalt ist. Gemeinsam knüpften die Teilnehmenden symbolisch dieses Netz und setzten damit ein starkes Zeichen für Verantwortung und Mitgefühl. Anschließend wurde auf dem Kirchplatz gemeinsam gefeiert, gespielt und gelacht - gelebte Gemeinschaft im besten Sinne.
So wird deutlich: Die Pfadfinder in Thüringen und in Heiligenstadt, leisten eine unverzichtbare Arbeit. Sie schaffen Räume, in denen Kinder und Jugendliche wachsen können - zu selbstbewussten, verantwortungsvollen Menschen, die sich für andere einsetzen. Mit Herz, Engagement und Abenteuerlust stärken sie nicht nur ihre eigene Gemeinschaft, sondern auch den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Karola Klingebiel