Der polnische Botschafter Dariusz Pawłoś und der stellvertretende Landrat Dirk Lindner an der Gedenkstätte
Der 11. Mai 1942 ist fest verbunden mit einem der schlimmsten Verbrechen des Dritten Reiches im Landkreis Hildburghausen. An jenem Tag mussten 19 polnische Häftlinge und ein polnischer Zwangsarbeiter durch die brutale Hand der Nationalsozialisten sterben.
Schon seit mehreren Jahren ist der 11. Mai daher ein Tag des Gedenkens im Waldstück bei Poppenhausen - dem Ort des Geschehens vor mittlerweile 81 Jahren.
Gäste der Gedenkveranstaltung, die jährlich von der Stadt Heldburg organisiert wird, waren in diesem Jahr auch namhafte polnische Vertreter wie der polnische Botschafter in Deutschland Dariusz Pawłoś und Generalkonsul Marcin Król.
Die Staatsgäste aus Polen brachten in Grußworten ihren Dank für das Aufrechterhalten der Erinnerung an den Mord an ihren Landsleuten zum Ausdruck. So sei die Errichtung einer Gedenkstätte und die jährliche Veranstaltung keineswegs eine Selbstverständlichkeit, so der polnische Botschafter.
Vize-Landrat Dirk Lindner verwies in seiner Rede auf die bis heute anhaltende Unbegreifbarkeit der Geschehnisse vor 81 Jahren: „Ich denke, dass ich für uns alle spreche, wenn ich sage, dass an diesem Ort auch nach Jahrzehnten noch die emotionalen Spuren dieser abscheulichen Tat spürbar sind.“ Was zähle und alle eine sei laut Lindner der Wunsch und die Pflicht einen solchen Schrecken nie wieder zuzulassen und alles dafür zu geben, dass sich Geschichte nicht wiederhole. „Dass wir heute an diesem schicksalhaften Ort hohe polnische Staatsvertreter begrüßen dürfen, ist für uns ein Zeichen des Aufeinander-Zugehens, der gegenseitigen Wertschätzung und der inzwischen gewachsenen Freundschaft zwischen unseren Staaten,“ so der stellvertretende Landrat.
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurden Urszula Banach aus dem polnischen Kolno und der Hildburghäuser Bernd Ahnicke von der diplomatischen Vertretung aus Polen mit der Bene-Merito-Medaille, der höchsten Ehrenmedaille des polnischen Außenministeriums, ausgezeichnet. Beide setzten sich in den letzten Jahren intensiv für die geschichtliche Aufarbeitung und die deutsch-polnischen Beziehungen, etwa in Form von Schülerprojekten, ein.