Jedes Jahr benötigen kranke Menschen in Deutschland über drei Millionen Blutpräparate für ihre Behandlung. Menschliches Blut kann nicht künstlich hergestellt werden. Daher sind wir in Deutschland auf regelmäßige Blutspenden angewiesen.
Der bekannteste Weg Blut zu spenden ist die Vollblutspende. Hierbei werden den Spendern ungefähr 500 Milliliter Blut entnommen. Spenden dürfen in Deutschland alle Erwachsenen ab 18 Jahren, die schwerer als 50 Kilogramm sind. Männer dürfen sechsmal im Jahr, Frauen viermal im Jahr spenden.
Nach der Spende wird das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt und auf verschiedene Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV getestet. Auffällige Befunde werden den Spendern schnellstmöglich mitgeteilt. Verschiedenen Blutbestandteile können dann für unterschiedliche Therapien verwendet werden.
Bis zu sechzigmal im Jahr können Männer und Frauen Plasma spenden. Hier werden die Zellbestandteile des Blutes nach der Auftrennung wieder dem Spender zugeführt, sodass nur das wässrige Blutplasma zurückbleibt.
Beide Arten Blut zu spenden laufen im Prinzip ähnlich ab. Zuerst wird der Spenderfragebogen ausgefüllt und eine persönliche Befragung durchgeführt, dann folgt der Gesundheitscheck mit Messen von Temperatur und Blutdruck und Bestimmen des Hämoglobinwertes. Der Hämoglobinwert sagt aus, ob genügend Blut im Körper des potentiellen Spenders vorhanden ist. Menschen mit Blutarmut dürfen kein Blut spenden. Außerdem erfolgt eine kurze ärztliche Untersuchung. Wer Zweifel hat, ob sein Blut verwendet werden soll, kann im vertraulichen Selbstausschluss einer Verwendung widersprechen. Die Spende selbst dauert zwischen 10 und 30 Minuten. Anschließend ruhen sich die Spender aus und nehmen ausreichend Essen und vor allem Flüssigkeit zu sich.
Spendemöglichkeiten in Ihrer Nähe und weitere Informationen finden Sie bequem online unter www.blutspenden.de. Zu jeder Blutspende bitte unbedingt den gültigen Personalausweis oder Reisepass mitbringen.
Neben dem Weltblutspendetag am 14.06. wird auch jedes Jahr der Tag der Organspende am 06.06. begangen, um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu fördern.
Derzeit werden in Deutschland ca. 8.500 Organe benötigt, der größte Bedarf besteht bei Nieren. Daneben werden aber auch Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm übertragen. Eine Organübertragung oder Transplantation wird erst in Betracht gezogen, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen keinen Erfolg versprechen.
Organe können als Lebendorganspende oder als Organspende nach dem Tod übertragen werden. In Deutschland stammen acht von zehn transplantierten Organen aus der Organspende nach dem Tod. Damit nach dem Tod Organe gespendet werden können, muss der Verstorbene zu Lebzeiten seine Zustimmung dazu gegeben haben. Die Zustimmung kann mündlich oder schriftlich erfolgen, sie kann auch durch die Angehörigen gegeben werden, wenn andere Äußerungen fehlen. Zudem muss der Hirntod durch zwei qualifizierte Ärzte und Ärztinnen festgestellt werden. Die Entnahme selbst erfolgt dann wie eine Operation am lebenden Menschen durch qualifiziertes Personal in einem Operationssaal. Menschen mit einer aktiven Krebserkrankung oder eine Infektion werden von Ärzten nicht zur Organspende zugelassen.
Nachdem ein Organ gespendet wurde, muss es auf viele verschiedene Gewebemerkmale untersucht werden. Durch eine Datenbank und die gemeinnützige Stiftung Eurotransplant werden die entnommenen Organe mit den Patienten auf der Warteliste abgeglichen. Als Ziel soll jeder Erkrankte ein möglichst passendes Organ übertragen bekommen. Eurotransplant ist als zentrale Organisation für Spenderorgane tätig, die in Belgien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Slowenien, Ungarn und auch Deutschland entnommen werden.
Nachdem ein passender Empfänger gefunden wurde, wird in einem Transplantationszentrum in einer Operation das Organ übertragen. Nach der Übertragung muss der Empfänger sein Leben lang Medikamente einnehmen, die die Reaktion des eigenen Immunsystems auf das fremde Organ bremsen.
Deutschland ist in sieben Organspenderegionen aufgeteilt. Der Landkreis Hildburghausen gehört zur Region Ost. In unserer Organspenderegion wurde im letzten Jahr die höchste Quote an realisierten Organspendern registriert. Innerhalb der Region hatte Thüringen die höchste Quote mit 16,8 Organspendern auf 1 Million Einwohner.
Die Raten an Organspenden und -transplantationen steigen in den letzten Jahren an. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland ca. 3.000 Organe von Verstorbenen gespendet und ca. 3.300 Organe übertragen. Von jedem Organspender sind durchschnittlich drei Organe verwendet worden. Der Vergleich mit den ca. 8.500 registrierten Wartelistenplätzen zeigt jedoch, dass beim Thema Organspende noch ein weiter Weg zu gehen ist.
Wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die eigene Entscheidung dazu festzuhalten. Auch eine Ablehnung der Organspende sollte dokumentiert werden. Seit 2024 kann man seine Entscheidung auch zentral online im Organspenderegister unter www.organspende-register.de hinterlegen, das ist kostenlos und freiwillig - und die Einträge können jederzeit gelöscht werden. Alternativ können die eigenen Wünsche auch in einem Organspendeausweis oder in der eigenen Patientenverfügung festgehalten werden.
gez.
Gesundheitsamt