Agrarflugzeug im Einsatz
Gasthaus Tivoli
19.06.1973 Kreisgebiet. Wie das „Freie Wort“ berichtet gewinnt durch die industriemäßigen Methoden in der Landwirtschaft die Düngung und das Spritzen von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft immer mehr Bedeutung. Auch im Kreis Hildburghausen sind ein Agrarpilot und ein Stationsmechaniker mit einem Streuflugzeug der Interflug im Einsatz. Bei gutem Flugwetter sind 60 bis 80 Starts zu absolvieren. Durchschnittlich dauert die Entladung des Flugzeuges 5 Minuten und erfolgt in einer Höhe zwischen nur 5 und 15 Metern über dem Boden.
22.06.1973 Hildburghausen. Am 12. Juni 1973 schloss die fast 300-jährige Stadtapotheke am Marx-Engels-Platz in Hildburghausen wegen Abrissarbeiten. Die Mitarbeiter der Apotheke an der Polyklinik sind gegenwärtig dabei, die Pharmazeutika in die ehemalige Konsum-Diät-Verkaufsstelle hinter dem Rathaus umzuräumen und dort eine Arzneimittelausgabestelle einzurichten. Künftig sollen alle freien und verordneten Arzneimittel dort erhältlich sein. Lediglich Rezepturen können nur noch in der Apotheke an der Polyklinik angefertigt werden.
27.06.1973 Hildburghausen. Am vergangenen Wochenende fand das traditionelle Parkfest in der Kreisstadt statt. Für die kleinen Besucher war eine Fahrt mit der Pioniereisenbahn oder dem Ponygespann ein Erlebnis. Bootsfahrten auf dem Kanal waren möglich. Für Unterhaltung sorgte die Blaskapelle der Schraubenwerker, verschiedene Chöre und die Bühnentanzgruppe beim Kreiskulturhaus „Freundschaft“.
28.06.1973 Hildburghausen. Das „Freie Wort“ informiert über die Sperrung der Wilhelm-Külz-Straße. Die Straße soll für die Sicherheit und Ruhe der Patienten im Bereich des Krankenhauses von der Einmündung Schleusinger Straße bis zum Gebäude des Isolierhauses für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Für die Zukunft ist vorgesehen die Straße mittels Tore baulich zu schließen.
Kei.
22.06.1923 „Hildburghausen, 21. Juni. Der Gemeinderat bewilligte gestern 5 Millionen, die zum Teil schon verausgabt sind, zu Unterstützung von Erwerbslosen und Notstandsarbeitern, ferner 6 Millionen zur Unterstützung der Sozialrentner. Für die Umpflasterung des Häfenmarktes als Notstandsarbeit werden 39 Millionen bereitgestellt und für Ausbesserungen im Technikum 1 Million…. Das Wassergeld für den Bezirk Häselrieth wird um das 5fache (1000 M für Haushaltungen, 200 M für jedes Stück Großvieh) erhöht. Die Erhöhung macht sich nötig, damit die Verwaltungskosten für das Wasserwerk gedeckt werden. Die Erhöhung der Pachtgelder bis zu einem halben Morgen auf das 4,4fache wurde beschlossen, jedoch nur für das alte Stadtgebiet. Für die eingemeindeten Orte soll eine besondere Vorlage gemacht werden….“
26.06.1923 „Hildburghausen, 23. Juni. Kein Hildburghäuser Bier mehr. Nachdem die hiesige Aktienbrauerei ihr Braurecht auf Jahre hinaus an die Riebecksche Großbrauerei in Leipzig abgetreten und ihren Betrieb stillgelegt hat, wird hier kein Bier mehr gebraut. Damit ist unsere Stadt wieder um ein Gewerbe ärmer geworden, welches 500 Jahre hier betrieben wurde. Noch in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts bestanden hier 5, Ende der 80er Jahre vier Brauereien. Auch die Zahl der hiesigen Gastwirtschaften nimmt ab, denn in den letzten Jahren sind eingegangen: Tivoli, Erbprinz, Ratskeller, Burghof, Bucht, Haßfurther und Jägersruh. Das Bier, früher das Nationalgetränk der Deutschen, ist eben infolge seiner hohen Herstellungskosten und des dadurch bedingten hohen Verkaufspreises ein Getränk geworden, das sich viele Menschen jetzt nicht mehr leisten können. Daher der Niedergang des Brau- und Gastwirtsgewerbes. Die Reihen der Abstinenzler haben sich dadurch zweifelsohne verstärkt, dafür wird aber in gewissen Kreisen jetzt leider der viel unheilsamer wirkende Schnaps, oder mag man ihn auch „Likör“ nennen, in Menge getrunken.“
27.06.1923 „Hildburghausen, 26. Juni. Die gesamte Technikerschaft veranstaltete heute Mittag eine Kundgebung auf dem Marktplatz, wie uns mitgeteilt wird, als Einspruch gegen die Entlassung eines Studierenden, die angeblich wegen häufigen Fehlens im Kolleg erfolgte. Die Technikerschaft glaubt jedoch, daß die Entlassung des betreffenden Technikers in dessen politischer Haltung begründet sei und veranstaltete nun als letztes Mittel, da alle bisherigen Verhandlungen versagten, die heutige Kundgebung in deren Verlauf eine Vertretung bei der Stadtverwaltung vorstellig wurde. Der Umzug erfolgte in größter Ordnung und Ruhe unter Absingung bekannter Soldatenlieder.“
29.06.1923 „Hildburghausen, 28. Juni. Gauturnfest. Einen Glanzpunkt in der Festfolge des am kommenden Sonntag hier stattfindenden Gauturnfestes wird zweifellos der Festzug bilden, an dem sich etwa 80 Vereine beteiligen werden. Ein Wald von Fahnen und die schmucke Kleidung der Turner und Turnerinnen, Fechter und Fechterinnen werden ihm ein farbenprächtiges, lebhaftes Gepräge verleihen. Er wird in der Charlottenstraße Aufstellung nehmen und in Begleitung von zwei Musikkapellen, darunter der Reichswehrkapelle Eisenach, und mehrerer Trommlerchöre seinen Weg durch die Coburgerstraße, Obere Marktstraße, über den Marktplatz, durch die Untere Marktstraße, Friedrichstraße, Georgstraße, Apothekergasse, abermals über den Marktplatz nehmen….Die Anwohner der von dem Festzug berührten Straßen dürften sich des besonderen Dankes seiner Teilnehmer erfreuen, wenn sie ihr Interesse durch Zuwerfen von Blumensträußen bekunden würden.“
Kei