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Amtsblatt des Landkreises Hildburghausen
Ausgabe 11/2023
Aktuelles Geschehen und allgemeine Informationen
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Der Bereich Sozialplanung informiert

Mitfahrbank in Schleusingen am Marktplatz

Einweihung der neuen Mitfahrbank in Schleusingerneundorf

Platz nehmen und auf einen Chauffeur warten!

Mitfahrbänke könnten dort aushelfen, wo kaum noch ein Bus fährt. Im Gegensatz zum Trampen setzt das Konzept auf das enge soziale Geflecht des ländlichen Raums. Und wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, der wartet, bis ein bekanntes Gesicht anhält - so die Theorie.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt die Stadt Schleusingen, die sich seit 2021 gemeinsam mit dem Landratsamt Hildburghausen auf den Weg gemacht hat, ein alternatives Mobilitätsangebot für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur Verfügung zu stellen. Heraus kam ein integriertes Mobilitätskonzept, dass neben der Idee eines Einkaufs- und Kulturbusses, ergänzende Mitfahrbänke in den Ortschaften vorsieht, welche relativ schlecht über den klassischen ÖPNV mit den anliegenden Versorgungszentren verbunden sind.

Wie schwierig und langwierig die Umsetzung eines solchen Konzeptes sein kann, wissen Bürgermeister André Henneberg und Jessica Weinland-Schmidt, Sozialplanerin im Landratsamt Hildburghausen: „Gerade was das Format Bürgerbus betrifft, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man ein entsprechendes Angebot ausgestalten kann. Hinzu kommen die vielen rechtlichen Komponenten und finanziellen Restriktionen, die eine Umsetzung im Rahmen eines ehrenamtlichen Angebotes erschweren. Mal abgesehen vom organisatorischen Hintergrund. Denn auch im Ehrenamtsbetrieb ist ein enormer Aufwand an Disposition zu stemmen, um die Fahren zu planen und durchzuführen.“

„Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich ein erweitertes Mobilitätsangebot, das haben Sie uns klar in der Mobilitätsumfrage 2021 mitgeteilt,“ so Dirk Lindner, Vizelandrat des Landkreises. „Und wir haben ein vitales Interesse daran, den ländlichen Raum im Hinblick auf Versorgung und Mobilität zu stärken, damit Familien eben mehr Handlungsspielräume haben, damit unsere kleinen Dörfer und Gemeindezentren wieder mehr belebt werden und damit wir zeigen können: Das Leben auf dem Land und in unserem Landkreis ist vielseitig und schön.“

Die Mitfahrbank ist ein Treffpunkt für spontane Fahrgemeinschaften. Eine stabile Bank aus Holz und Metall lädt zum Sitzen ein, um auf Autofahrer zu warten, die einen zum Mega- Einkaufcenter oder auf den Marktplatz in Schleusingen mitnehmen. Es kann auch gerne bis in die Kreisstadt oder nach Suhl gehen, wohin man mit dem Bus aus Fischbach, Silbach, Geisenhöhn oder Gottfriedberg seltener kommt. Ein seitlich angebrachtes Schild weist darauf hin, dass hier eine besondere Form des Transports angeboten wird. Und über der Aufschrift „Mitfahrbank“ findet sich ein Gestell mit Richtungsweisern, die entsprechende Fahrmöglichkeiten in Nachbarorte und Versorgungszentren aufzeigen. „Richtungsschild nach vorne stecken,“ so der Appell an die Wartenden, damit vorbeikommende Autofahrer sehen, wohin der Bürger auf der Mitfahrbank will.

Und Schleusingen hat nochmals nachgelegt: Drei neue Bänke schmücken nun zusätzlich die Stadt Schleusingen „Am Felsenkeller“, Hinternah sowie Schleusingerneundorf und komplettieren damit ein erstes alternatives Mobilitätsangebot in einem Sozialraum.

„Natürlich gibt es immer wieder Bedenken und kritische Stimmen, die Bänke würden nicht genutzt oder da hält ja sowieso niemand an“, so Dirk Lindner. „Und ja, es ist auch schwer, ein solches Angebot in seiner Funktionalität bewerten oder messen zu wollen. Das ist aber auch gar nicht das primäre Ziel. Wie das Format genutzt und gelebt wird, entscheiden die Bürger und Bürgerinnen vor Ort und diese Entscheidungsfreiheit wollen wir Ihnen mit der Förderung der Mitfahrbänke geben!“

Der Landkreis stellt deshalb insgesamt 40.000 € über das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben der Generationen in diesem Jahr zur Verfügung, sodass auch andere Kommunen in den Genuss der Förderung der Mitfahrbänke kommen können. Unser Ziel in der Sozialplanung ist es, dass die Angebote für Familien flächendeckend, im gesamten Landkreis vorgehalten und dabei die Bedarfe der Bürger berücksichtigt werden.

Wir appellieren deshalb an die Kommunen:

Nutzen Sie bitte die Fördermöglichkeit in diesem Jahr!

Wir unterstützen Sie gerne bei der Antragsstellung.

i. A.

gez.

Jessica Weinland-Schmidt

Sozialplanerin und LSZ-Programmkoordinatorin