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Amtsblatt des Landkreises Hildburghausen
Ausgabe 13/2026
Aktuelles Geschehen und allgemeine Informationen
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Das Gesundheitsamt informiert

Zunehmender Befall durch den Eichenprozessionsspinner

Vielleicht haben Sie sie schon gesehen? Bei uns in der Region kommt der Eichenprozessionsspinners aktuell immer häufiger vor. Die Raupen befallen ausschließlich Eichen und können für Mensch und Tier richtig gefährlich werden!

Woran erkennt man sie?

Ab Juni bis zu 1 Meter große, dichte Gespinstnester an Stämmen oder Astgabeln.

 

 

 

Die Raupen wandern in langen Ketten („Prozessionen“) den Baum hinauf.

 

Die Larven schlüpfen ab Mitte April. Bis Juli durchlaufen sie mehrere Stadien und werden bis zu 5 cm lang. Die Raupen wandern in charakteristischen Prozessionen vom Stamm in die Baumkrone, um dort Blätter zu fressen. Ab dem fünften Larvenstadium (ca. Juni) legen sie bis zu einem Meter große, mit Kot und Häutungsresten gefüllte Gespinstnester an Stämmen und in Astgabeln an. Starker Befall führt zum Kahlfraß der Eichen.

Gesundheitsrisiken durch Brennhaare!

Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen winzige Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Haare brechen leicht ab, verbreiten sich durch den Wind und bleiben in der Umwelt bis zu 12 Jahre lang biologisch aktiv. Sie sammeln sich besonders in den Gespinsten und am Boden an.

Mögliche Symptome bei Kontakt

Starker Juckreiz, Hautrötungen, Quaddeln und Bläschen.

Entzündungen der Augenbindehaut.

Reizungen der oberen Luftwege, Atemnot und Schwindel.

Im Extremfall kann ein allergischer Schock ausgelöst werden.

Wie verhalte ich mich richtig?

Nehmen Sie vorhandene Warnschilder ernst und halten Sie Abstand von befallenen Eichen.

Berühren Sie niemals die Raupen oder die Gespinstnester.

Sollten Sie im öffentlichen Raum ein Nest entdecken, machen Sie bitte ein Foto und senden Sie dieses zusammen mit den Geokoordinaten an  das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum unter  pflanzenschutz@tlllr.thueringen.de sowie an das Gesundheitsamt  Hildburghausen, Sachgebiet Hygiene unter  hygiene@lrahbn.thueringen.de.

Bei Funden im Wald senden Sie diese Informationen bitte zusätzlich an den ThüringenForst unter waldschutz@forst.thueringen.de.

Wie können Sie sich schützen?

Wenn Sie vermuten, dass Sie in Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner gekommen sind, wechseln Sie die Kleidung am besten direkt vor dem Betreten der Wohnräume. Waschen Sie die Kleidung bei mindestens 60 °C, um das Gift zu zerstören und duschen Sie sich und Ihre Haare gründlich aus.

Bei Haustieren beachten?

Falls Sie Hunde haben, halten Sie diese von befallenen Bäumen fern, da sich die Haare leicht im Fell festsetzen.

Sollten Sie dennoch mit den Brennhaaren in Berührung gekommen sein:

Nicht kratzen! Das reibt die Haare nur tiefer in die Haut.

Mit viel fließendem Wasser abduschen und die Augen ausspülen.

Haare mit einem Klebestreifen (z. B. Paketband) vorsichtig von der Haut abziehen.

Bei starken Reaktionen, Atemnot oder Fieber suchen Sie bitte sofort einen Arzt oder die Notaufnahme auf.

Gesundheitsamt