Das Gebäude des Bibliographischen Instituts am Hildburghäuser Markt. Von hier aus entwickelte sich der von Joseph Meyer gegründete Verlag zu einem der bedeutendsten Verlagshäuser Deutschlands, bevor der Hauptsitz 1874 nach Leipzig verlegt wurde.
Germanen-Vollkorn-Brot
6. August 1976 Heubach.
In Heubach beteiligten sich insgesamt 477 Urlauber, Ferienkinder und Einwohner an der Turnfestmeile. Auftakt der Veranstaltung war ein Lauf rund um Heubach. Anschließend fanden weitere sportliche Wettkämpfe statt. Auch die Ferienlager waren in das Programm eingebunden. Die Kinder aus dem Rat des Kreises Wismar, der Universität Halle und der Universität Greifswald trugen einen gemeinsamen Sporttag aus. Dabei ging das Kinderferienlager der Martin-Luther-Universität Halle als Gesamtsieger hervor.
Für die Ferienkinder wurde darüber hinaus ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben Tischtennisspielen und botanischen Erkundungsgängen standen Ausflüge nach Lauscha, Sonneberg, Suhl und Oberhof auf dem Plan. Auch ein Besuch im Naturtheater „Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ gehörte zu den Angeboten.
10. August 1976 Schönbrunn.
Im VEB Modellbau und Bastlerbedarf Schönbrunn wurden Flugzeug-, Schiffs- und Schiffsmodellbausätze in verschiedenen Größen samt Zubehör hergestellt. Neu im Angebot waren unter anderem das Segelschulschiff „Pionier“ und der Schlepper „Kücken“, die nach ihren Vorbildern im Maßstab 1:100 gestaltet wurden. So berichtete die Zeitung im August 1976 über die Arbeit des Schönbrunner Betriebes und die große Nachfrage nach seinen Modellbaukästen. Es war vorgesehen, 1.000 Kunststoff-Segelboote zu produzieren.
11. August 1976 Kloster Veßra.
Das Agrarmuseum Kloster Veßra präsentierte in der Sonderausstellung „30 Jahre Bodenreform“ zahlreiche Exponate aus Kloster Veßra und der Umgebung, die sich mit den Veränderungen der Landwirtschaft und des ländlichen Lebens infolge der Bodenreform befassten.
Parallel dazu fanden auf dem Museumsgelände umfangreiche Baumaßnahmen statt. Teilweise wurden diese durch freiwillige Schülereinsätze unterstützt. Ziel war es, im folgenden Jahr im Ostteil der ehemaligen Klosteranlage eine Ausstellung zu Landmaschinen zu präsentieren. Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Oberschule Themar beteiligten sich dabei an Aufräumungs- und Abbrucharbeiten.
01. August 1926 Hildburghausen.
Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens blickte das Bibliographische Institut auf seine Geschichte zurück. Der Jubiläumsartikel würdigte Verlagsgründer Joseph Meyer, den Umzug des Unternehmens nach Hildburghausen im Jahr 1828 sowie dessen Entwicklung zu einem der bedeutendsten deutschen Verlagshäuser und Herausgeber des bekannten „Meyers Konversations-Lexikons“, das zu den erfolgreichsten Verlagswerken seiner Zeit zählte. Der Beitrag schilderte die Ziele von Meyer, der mit preisgünstigen Büchern und Nachschlagewerken Wissen einer breiten Bevölkerung zugänglich machen wollte.
Anzeige vom 10. August 1926 Lebewohl.
Auch vor 100 Jahren litten Menschen unter Hühneraugen und Hornhaut. In Hildburghausen fanden Sie in der Drogerie Karl Marbach Abhilfe. Die humorvolle Anzeige zeigt, wie alltägliche Beschwerden bereits vor einem Jahrhundert mit einprägsamen Werbebildern vermarktet wurden. Das Präparat „Lebewohl“ existierte übrigens über Jahrzehnte und war in vielen deutschen Apotheken erhältlich.
Anzeige vom 10. August 1926 Germanen-Vollkorn-Brot.
Ebenso versprach die Werbung beim Brot gesundheitliche Vorteile. Das „Germanen-Brot“ wurde als besonders wertvoll angepriesen. Laut Anzeige sollte die enthaltene Weizenkleie die Verdauung fördern und sogar „gesunde Zähne“ unterstützen. Die Bäckerei Richard Steinbrück in Hildburghausen nutzte Gesundheitsversprechen geschickt, um ihr Brot von der Konkurrenz abzuheben.
So liest sich Lokalgeschichte besonders anschaulich: Nicht die großen Ereignisse erzählen vom Alltag der Menschen, sondern oft die kleinen Anzeigen zwischen den Nachrichten. Sie zeigen, was die Menschen beschäftigte, woran sie glaubten und worüber wir heute schmunzeln können.
Konstantin Kamenik
Leiter Kreisarchiv Hildburghausen