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Amtsblatt des Landkreises Hildburghausen
Ausgabe 4/2026
Historisches aus dem Landkreis Hildburghausen
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Interessantes aus dem Landkreis vor 50 Jahren

Kloster Veßra, KS 418 aus Sammlung Kreisarchiv

Streufdorf, KS 735 aus Sammlung Kreisarchiv

Technikum, 07-092 aus Sammlung Nickel

Worüber das „Freie Wort“ um den 28.02.1976 berichtete:

21.02.1976 Kloster Veßra. Durch den Hinweis eines Lehrers der Erweiterten Oberschule Hildburghausen, wurden in der „Abtskapelle“ südlich der ehemaligen Klosterkirche zwei sogenannte Luftlöcher als astronomische Lichtöffnungen idendifiziert. Durch die Zusammenarbeit mit dem Institut für Denkmalpflege Erfurt und der Schulsternwarte Rodewisch wurden die Zeitpunkte geklärt, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit während des Baues der Kapelle (Anfang des 13. Jahrhunderts) das Sonnenlicht durch diese Öffnungen fiel. In den kommenden Wochen soll eine Ausgrabung weitere Erkenntnisse dazu bringen.

27.02.1976 Heldburg. Seit Gründung des Gemeindeverbandes Heldburg im Juni 1972, dem zwei Städte und 13 Gemeinden mit ca. 7000 Einwohnern angehören wurde einiges geschafft. Spürbare Verbesserungen brachte die Gruppenwasserversorgung. Mehr als 800 Haushalte konnten an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen werden. Ein Drittel der Investitionssumme konnte durch Eigenleistungen der Bürger gespart werden. Dadurch konnten 3 weitere Gemeinden an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Die Baubrigade des Gemeindeverbandes, die überwiegend zur Verbesserung der Wohnverhältnisse eingesetzt war, schuf zusätzlich eine Arztstation in Westhausen, 40 Pflegeplätze im Feierabendheim Lindenau und führte Rekonstruktionen und Modernisierungen in Handelseinrichtungen und Gaststätten durch. In Heldburg entstand ein neues Stadtcafe. Mit dem Bau der 26klassigen Oberschule wurden gute Bedingungen für den Unterricht der Kinder aus sieben Orten geschaffen. Auch stehen heute ausreichend Plätze in Kinderkrippen und Kindergärten zur Verfügung. Es entstand eine Gemeinschaftsküche zur Mittagsversorgung der Betriebe, Rentner und Kinderkrippe. Ein Veteranentreff wurde geschaffen, die Sportanlagen in Gellershausen, Rieth und Ummerstadt wurden rekonstruiert und eine Festbühne in Heldburg gebaut.

02.03.1976 Kreisgebiet. Wie das „Freie Wort“ berichtete wurden durch sozialpolitische Maßnahmen der Regierung für werktätige Mütter wesentliche Erleichterungen geschaffen. So erhöhte sich im Kreis für 648 Mütter mit 3 und mehr Kindern der Mindesturlaub auf 21 Werktage bzw. auf 18 Werktage bei 2 im Haushalt lebenden Kindern. Die Freistellung nach der Geburt eines Kindes wurde von 8 auf 12 Wochen verlängert. Die wöchentliche Arbeitszeit für vollbeschäftigte Mütter mit 3 und mehr Kindern wurde für Frauen in der Landwirtschaft auf 40 Stunden verkürzt. Außerdem wurden in den letzten 5 Jahren 420 Kindergarten- und 172 Kinderkrippenplätze gebaut.

Kei

Historisches vor 100 Jahren aus dem Landkreis Hildburghausen

Worüber das „Hildburghäuser Kreisblatt“ um den 28.02.1926 berichtete:

20.02.1926 „Streufdorf, 18. Februar. Fastnacht ist auf unseren Dörfern immer ein großer Tag, einer der wenigen, wo man im Jahre einmal ganz aus dem Alltag herausgeht und der einzige, wo unsere Jugend sich einmal über sich selbst erhebt und für flüchtige Stunden in eine andere Rolle versetzt, wo sie sich verkleidet. Das wäre an und für sich nichts besonderes. Aber nun hat es in diesem Jahre die Streufdorfer Jugend ganz besonders hübsch gemacht. Jede Lichtstube hatte sich etwas Schönes ausgedacht und in schöner Weise durchgeführt. Da ging früh um 8 Uhr ein fröhliches Leben an. Ein Hochzeitszug kam an, Kindtaufsleute hinterher, leider fiel nur die „Amtfrau“ dabei in den Graben! Musikbanden vollführten eine sehr moderne Musik (von wegen der Dissonanzen), die alte Weihermühle wurde vorgeführt, Zigeuner entwickelten eine große Zungenfertigkeit im Betteln, die treuen Weiber von Weinsberg trugen ihre stattlich ausgepolsterten Gemähler durch den dicken Straßenschlamm, und nun das größte Unternehmen: ein Zirkus auf drei Wagen führte seine Künste durchs ganze Dorf hindurch auf. Das ist nur einiges; man kann gar nicht alles aufführen. Das alles war so schön und witzig ausgedacht und so wohlanständig durchgeführt, das man seine Freude daran haben konnte.“

26.02.1926 „Hildburghausen, 25. Februar. 100 Semester des Technikums. Mit Ablauf des Wintersemesters 1925/26 sind es 100 Semester seit der Gründung des Lebenswerkes des verstorbenen Direktors Rathke; unseres Technikums. Am Ende dieses Semesters schließt nun das alte Technikum seine Pforten, um sie im Sommersemester als reine technische Oberschule wieder zu öffnen und den alten guten Ruf, den die Anstalt allüberall im deutschen Vaterlande genießt, zu mehren. Dieser Markstein in der Geschichte des Technikums wird durch eine Ehren- und Gedächtnisfeier festgehalten. Für die Feier des 100. Semesters sind die Ausschüsse bereits gebildet. Das Programm für die Pfingstfeiertage ist mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse wie folgt als durchführbar anerkannt worden. Am Sonnabend findet abends 8 1/2 Uhr eine große Wiedersehensfeier auf dem festlich geschmückten Marktplatz statt, am Sonntag, 23. Mai, ein allgemeiner Festzug, Gedächtnisfeier am Grabe Rathkes, Festakt auf dem Marktplatz mit anschließendem Festkonzert. Abends ist großer Festkommers im Kaisersaal. Am Montag ist mittags Marktkonzert mit allgemeinen Marktfrühschoppen, abends Festbälle und Feiern der Verbände. Am Dienstag ist großes Waldfest im Stadtwald nahe der Stadt mit Volksbelustigungen usw. Alle Alten Herren, alte und älteste Semester werden zu dieser erhebenden Feier erscheinen, so daß unsere Stadt ein paar herrliche Tage der allgemeinen Wiedersehensfreude haben wird.“

26.02.1926 „Schwarzenbrunn, 25. Februar. Einen Tropfsteinhöhleneingang fanden dieser Tage hiesige Einwohner unterhalb der Werra. Einen ähnlichen Spalt hat man schon vor zehn Jahren gefunden. Vielleicht findet diese Entdeckung von fachmännischer Seite aus eine nähere Untersuchung.“

Kei