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Amtsblatt des Ilm-Kreises
Ausgabe 8/2026
Nichtamtlicher Teil
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Flurfahrt der Landrätin: Austausch zu Herausforderungen in der Landwirtschaft

Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Ilm-Kreis führte Landrätin Petra Enders auch in diesem Jahr eine Flurfahrt durch den Ilm-Kreis durch. Ziel der traditionellen Tour ist es, mit Vertreterinnen und Vertretern landwirtschaftlicher Betriebe ins Gespräch zu kommen und sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu informieren.

Erste Station am 23.07.2026 war die Agrargesellschaft Martinroda. Geschäftsführer Jens Grotzke stellte den Betrieb vor und berichtete über Investitionen in den Umbau der Stallanlagen, Photovoltaik sowie ein modernes Milchkarussell. Positiv hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Ilm-Kreises. Auch der erfolgreiche Einsatz internationaler Fachkräfte wurde als wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung genannt.

Im Anschluss informierten sich die Teilnehmenden über die massiven Hagelschäden im Raum Rippersroda durch das Unwetter am 14. Juli. Auf einzelnen Flächen kam es zu Ernteausfällen von bis zu 100 Prozent. Zwar sind die betroffenen Betriebe versichert, dennoch entstehen erhebliche zusätzliche Kosten.

Bei der Agrargesellschaft Griesheim erläuterte Vorstandsvorsitzender Moritz Wambutt die aktuelle Situation des Betriebes. Ein Problem stellen durch den Biber angestaute Wiesenflächen dar, die für die Grünfuttergewinnung kaum noch nutzbar sind. Das Landratsamt sagte Unterstützung zu. Die Untere Naturschutzbehörde wird gemeinsam mit dem Betrieb mögliche Lösungen vor Ort prüfen.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Erhalt der Wasserspeicher im Ilm-Kreis. Vertreter des Bauernverbandes verwiesen auf das Thüringer Projekt "Land.Wasser", das sich mit der Sicherung und Entwicklung solcher Speicher befasst. Landrätin Petra Enders unterstrich deren Bedeutung für Landwirtschaft, Hochwasserschutz, Biodiversität und Klimaanpassung. Das Landratsamt werde sich als Eigentümer verschiedener Gewässer und mit seinen Fachämtern aktiv in die weiteren Abstimmungen einbringen. Gleichzeitig bot die Landrätin an, bei größeren Investitionsvorhaben Ämterkonferenzen zu organisieren, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen.

Nach Einschätzung des Bauernverbandes fällt die diesjährige Ernte insgesamt besser aus als im Vorjahr. Ausreichende Niederschläge sorgten vielerorts für gute Bedingungen. Gleichzeitig belasten regionale Hagelschäden, sinkende Erzeugerpreise und steigende Anforderungen die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe. Auch die Zukunft der Biogasanlagen wurde diskutiert. Auslaufende Förderungen und sinkende Einspeisevergütungen gefährden nach Angaben der Betriebe deren Wirtschaftlichkeit.

In Nahwinden standen neue Anbaukulturen wie Dinkel und Sonnenblumen sowie die schwierige wirtschaftliche Lage der Schweinehaltung im Mittelpunkt. Darüber hinaus sprachen die Betriebe über den zunehmenden Fachkräftemangel und die Nachwuchsgewinnung. Das Landratsamt kündigte an, die Landwirtschaft in der geplanten Berufsorientierungsbroschüre für den Bereich Stadtilm und die Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg stärker zu berücksichtigen.

Auch der Ausbau erneuerbarer Energien, das Repowering bestehender Windkraftanlagen sowie der Zustand ländlicher Wege wurden thematisiert. Einigkeit bestand darüber, dass tragfähige Lösungen nur im engen Austausch zwischen Landwirtschaft, Kommunen und Behörden entwickelt werden können.

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmenden den Wasserspeicher Döllstedt. Sein Erhalt wurde von allen Beteiligten als wichtiger Beitrag zur Sicherung der Wasserverfügbarkeit und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bewertet.

 

 

"Unsere Landwirtschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil des ländlichen Raums und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Ilm-Kreis. Die Flurfahrt zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig der direkte Austausch ist. Viele der angesprochenen Themen werden wir gemeinsam mit den zuständigen Stellen weiter begleiten", betonte Landrätin Petra Enders zum Abschluss der Veranstaltung.