Nun blickte unser altehrwürdiges Kahla mit neuem Charme auf stolze 1150 Jahre zurück. Wahrlich ein Grund zum Feiern. Ob man Jahrhunderte zurückblickend die Erstnennung in den Urkunden von Kloster Fuldaer bereits feierte, entzieht sich zwar unserer Kenntnis, deshalb sind die letzten fünf Jubiläen durchaus erwähnenswert.
Angefangen vom Heimatfest 1936 mit einem Umzug bis zum Heimatfest 1960 mit einem 10-tägigen Festprogramm. Auch die 6-tägige 1100-Jahrfeier 1976 krönte ein Umzug, der in seiner Länge und geschichtlichen Präsentation alle vorherigen in den Schatten stellte, zur Festwoche wurde ein 95-seitiges Buch zur Entwicklung und Geschichte Kahlas angeboten sowie einem ökumenischen Gottesdienst am Abend, der allerdings im Programmablauf keine Erwähnung fand. Nachfolgend die 9 Tage dauernde 1111-Jahrfeier 1987, mit einer Fotomappe mit 17 Fotos zur Stadt sowie 26 Blättern mit Collagen zur Kahlaer Jahrfeier von Theo Immisch, einem in der DDR sehr bekannten und beliebten Grafiker, Karikaturist und Cartoonist. In die Feierlichkeiten zur 1111-Jahrfeier war auch das 125-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr eingebunden. Alles umrahmt von einem breiten kulturellen Angebot.
Zur 1130-Jahrfeier 2006 gehörte auch die feierliche Eröffnung des umfassend saniertem Vorzeigeprojektes, dem Stadtmuseums, dessen Bestandsgrundlage das 1979 gegründete Traditionskabinett des Porzellanwerks bildete.
Seitdem engagiert sich die Stadt dieses einmalige repräsentative Gebäude aus dem 17.Jahrhundert als Stadtmuseum für die Öffentlichkeit zu erhalten. Dazu trägt die Nutzung des unteren Bereichs durch den Maler Eckard Weder mit seinem Atelier sowie dem Museums Café und Honigspezialgeschäft von Katrin Hellwig bei. Freundlich bedient, erhält man hier Auskunft auf viele Fragen. In den oberen 3 Etagen ist die Geschichte Kahlas von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart präsentiert. In den stilvollen Räumlichkeiten sind für die ganze Familie alle Themen anschaulich, verständlich und umfassend gestaltet. Selbst Jugendprojekte erhielten hier Anregungen sowie fachliche Begleitung und Schulklassen verlegten ihren Geschichtsunterricht einfach mal ins Museum.
Hier werden 2026 geschichtlich gleich mehrere Jubiläen dokumentiert, so unter anderem das 20-jährige Museumsjubiläum, das 150-jährige Bestehen des Kahlaer Standesamtes oder die 1906 in Betrieb gegangene Massenmühle in der Gerberstr., selbst die Saalebahn ist dieses Jahr 155 Jahre auf den Schienen. Im Wandel der Zeit verändern sich auch Ausstellungsthemen, neue kommen hinzu und alte werden repräsentativ umgestaltet, das Museum lebt, die Besucher sind von der angenehmen Atmosphäre und Vielfalt der Ausstellung immer wieder überrascht. Ein Dank geht an dieser Stelle an alle, die die Museumsarbeit unterstützen und mit Schenkungen bereichern. Ein Besuch lohnt sich immer.