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Kahlaer Nachrichten
Ausgabe 3/2026
Vereine und Verbände
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Sportanglerverein Kahla e.V.

Einladung zur Festveranstaltung zum 85. Gründungsjubiläum des SAV Kahla e.V. 1924.

Ergebnis eines Samstageinsatzes nur an der Mühllache, Entsorgung durch den Bauhof Kahla

19.01.1924

102 Jahre

Sportanglerverein Kahla e.V.1924

19.01.2026

102 Jahre

Umwelt- und Naturschutz in Kahla

Artenschutz und Artenerhalt, seit 85 Jahren Programm der Kahlaer Sportangler

2009, die Sportfreunde des Kahlaer Sportanglervereines begehen ihr 85. Gründungsjubiläum mit einem würdigen Fest im Vereinsgelände am „Saalewehr“.

Und: „Papa, wie kommen die Fische in die „Saale“?“

Nahezu täglich kann man es beobachten, auf der Saalebrücke stehend schauen Passanten, Erwachsene wie Kinder, Väter und Mütter mit ihren Kindern zur „Saale“ und erfreuen sich an den Fischen, wie sie sich im Wasser tummeln.

In jenem Jahr, seinerzeit wohnte ich noch in Löbschütz, auf dem Weg nach Kahla sah ich sehr viele Mitbürger auf der Saalebrücke, mit dem Blick auf die „Saale“ Stromaufwärts.

Da stand unser Sportfreund Karsten Riedel im Wasser, mit seiner Fliegenrute in der Ausübung seines Angelsportes. Ja, wirklich für mich die Königsdisziplin des Angelsportes, immer ein Moment des Wow wie „Majestätisch“ in der Handhabung der Rute ….

Wenig neben mir hörte ich eben diesen Jungen Fragen:

„Papa, wie kommen die Fische in die „Saale“?“

Es dauerte wohl einen gefühlten Moment, bis er seinem Sohnemann zur Antwort gab: “Die Vermehren sich halt!?“.

Nun, wer meine Beitrag Serie verfolgt, weiß das in der Vergangenheit bis Heute verschiedene Umwelteinnlüsse bis hin zur Kormoranpopulation eine natürliche Vermehrung beeinflussen, unsere Gewässer ohne die Leistungen der Sportangler in Deutschland, hierin unseren Gewässern, nicht den Fischbestand in all seiner Artenvielfalt aufweisen würden.

Hierzu konnte der 1. Vorsitzende der Kahlaer Sportangler, Sportfreund Udo Gudd, in seiner Festansprache eine Positive Bilanz ziehen, und diese seit nunmehr 85 Jahren.

Gerade im Geschäftsjahr 2008, um hier dies auch mal Zahlen zu verdeutlichen, wurden in Auswertung der Fangprotokolle entsprechend gezielte Besatzmaßnahmen in unsere Gewässer vorgenommen, diese überwiegend aus Beitragsmitteln der Sportfreunde finanziert.

Bilder hierüber gibt es leider keine da der zuständige Sportfreund kurz vor Beginn die Festveranstaltung verlies. Aber das ist eine andre Geschichte.

Zu den Besatzmaßnahmen des SAVK 1924 e.V. im Jahr 2008.

Quelle:

Besatzprotokolle des Gewässerwartes 2008

Gewässer:

„Mühllache“, „Saale“ sowie „Schröderslache“

Besetzt wurden:

70 Kg K3 (3- jährige)

85 kg S3 (Schleien, 3- jährig)

150 S1- S3 ( Schleien 1 - 3-jährig)

35 000 Weißfische, 4 - 6 cm

2000 Barsche / 10 - 15 cm

300 Laichschleien

40 Barsche - Laicher

200 Deutsche Edelkrebse

500 Teichmuscheln

50 kg Aale

Entsprechen ca. 40.000 Fische- aus dem Aufkommen und Arbeitsleistungen der Mitglieder des Vereines sowie der Förderung des Dachverbandes der Kahlaer Angler- dem DAV.

Arbeitseinsätze an den Gewässern:

11 komplexe Arbeitseinsätze der Sportfreunde mit insgesamt 850 Stunden.

Bereinigung der Gewässer und Uferzonen / Maßnahmen zur Hege und Pflege zum Erhalt der Besatzmaßnahmen der vergangenen Jahre / Umwelt- und Naturschutz.

Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadtverwaltung Kahla:

  • 56 Stdn. bei Beräumung der Mühllache mit den Mitarbeitern des Bauhofes,
  • 37 Stdn. mit der Entsorgung von Unrat in der Saale sowie deren Uferzone durch die Jugendgruppe des Vereines, u.v.m.

Ohne die Anglervereine in Deutschland ja Europa, deren Enthusiasmus beim Umwelt- und Naturschutz, deren Kampf um Artenschutz und Artenerhalt in den Gewässern, deren fordernde Zusammenarbeit mit den zuständigen Bereichen in den Kommunen, Kreisen, Ländern sowie auf Bundesebene, gäbe es in keine Fische von der Brücke aus zu sehen…

Hierbei gibt es viele „Kämpfer“, oft zunächst Einzelkämpfer fanden sie Mitstreiter, in den Vereinen, Kommunen, zuständigen Ämtern sowie Behörden und im speziellen der CDU im Freistaat Thüringen, welche sich über das Maß hinaus einbringen, um gemeinsam mit uns Anglern dieses Ziels zu erreichen:

Artenschutz, Artenvielfalt- Umwelt- und Naturschutz.

Hierbei hatten die Sportfreunden des SAV Kahla e.V. 1924 stets gute verlässige Partner in Sachen Umwelt- und Naturschutz, unserem Bürgermeister - Bernd Leube, unserem Ehrenmitgliedern Wolfgang Fiedler- LTA der CDU sowie dem damaligen Landrat Jürgen Mascher - CDU, den zuständigen Abteilungen des Landratsamtes des Saale- Holzland- Kreise, Herrn Volker Sklenar, Minister für Landwirtschaft und Naturschutz im Freistaat, bis hin zur Landesregierung des Freistaates Thüringen, in enger Zusammenarbeit mit unserem Dachverbandes dem DAV stets um die Belange des Umwelt- u. Naturschutz, des Artenschutz- sowie Artenerhalt große Unterstützung. Und alle waren Gäste unserer 85- Jahrfeier, würdigten die Leistungen der Sportfreunde, deren Beitrag beim Umwelt- und Naturschutz in unserer Heimatstadt Kahla.

Also Papa: So kommen die Fische in die „Saale“!

Seit 2009 gibt es eine neue Kormoranverordnung, am zustande kommen der Diskussion bis hin zur ersten Kormoranverordnung haben die Kahlaer Angler maßgeblichen Anteil.

Die erste „Kormorankonferenz“ der Bundesrepublik, unter der Teilnahme des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt des Freistaates Thüringen, Herr Volker Sklenar- CDU, weiteren Staatssekretären der CDU und Verantwortlichen seitens entsprechender Behörden des LRA des SHK sowie Vertretern der Jägerschaft, fand bereits 1998 im Anglerheim in Kahla statt. Hierüber habe ich bereits berichtet.

Wie aktuell dieses Thema auch im der Zeiten Winter ist ersichtlich betrachtet man die Kormorane längs unserer „Saale“ in diesem Winter 2026. Die Teiche längst zugefroren, selbst das größte Binnengewässer im Februar 2026 komplett vereist, ziehen die Kormorane an die fließenden Gewässer, um Nahrung zu finden.

Ich verwies bereits in vorangegangenen Beiträgen darauf, ein Vogel benötigt 5 bis 6 Kg Fisch je Tag, ca. 150 Vögel wurden in Kahla täglich am Gries und Saale gezählt.

Ein nahezu Totalverlust des Fischbestandes in unseren Gewässern ist in diesem Winter 2026 zu erwarten!

Die Gefährdung der Fische u. ihres "aquatischen Lebensraums" belegt die sogenannte „Rote Liste“ der gefährdeten Tiere der "Bundesrepublik Deutschland".

In der aktuellen Ausgabe sind 74 % der in Süßwasserarten in dieser Liste geführt.

Je nach Bedrohung Situation werden die Arten in 5 Klassen (ausgestorben od. verschollen, vom Aussterben bedroht, stark gefährdet, gefährdet sowie "sehr seltene Arten bzw. Arten mit "geografischer Restriktion" also regional begrenztem Vorkommen) eingeteilt.

Stark gefährdete Arten in alphabetischer Reihe, Auszug aus der „Roten Liste“ unsere Gewässer betreffend.

Aal, dieser muss in ganz Europa als äußerst gefährdet betrachtet werden. Das „Essverhalten verschiedener Nationen“ sowie die Wasserkraftwerke fügten den zum Laichen meerwärts wandernden Blankaalbeständen schwerste Schäden zu. Aalrutte (Quappe), Äsche, Bachforelle, Bachneunaugen, Barbe, Bitterling, Elritze, Frauennerfling, Goldsteinpeitzger, Hecht, Huchen, Hundsfisch, Giebel (Silberkarausche), Gründlinge, Karausche, Karpfen, Koppe, Nase, Moderlieschen, Rotfeder, Schlammpeitzger, Schleie, Schmerle, Stichling, Steinpeitzger, Wildkarpfen, Zander, ….

Süßwasserkrebse, Muscheln, Bachflohkrebse, Kleinstlebewesen schlechthin,...

Oft belächelt, trotz vieler Rückschläge und Unterstellungen die Angler wollen ja nur Angeln, Angler waren und sind Enthusiasten und das hat sich auch nach 85 Jahren, „Sportanglerverein Kahla e.V. 1924“ im Jahr 2009 nicht geändert.

Nach wie vor, seit Vereinsgründung 1924, für die Sportfreunde heißt die Mitgliedschaft in ihrem Verein: 80% Arbeiten für Umwelt- und Naturschutz, dem Artenschutz - sowie Artenerhalt, 20% Ausübung des Angelsportes. Ist dies doch die Grundlage des Bestehens des Angelsportes, dem Fortbestehen der Anglervereine in unserer Republik!

Wer vermag zu beziffern was die Kahlaer Angler in ihren im Jahr 2009 zurückliegenden 85 Jahren, seit Vereinsgründung, für Arbeitsleistungen erbracht haben, um dies zu realisieren.

Darüber hinaus, alljährlich werden durch Aufzucht und Zukauf Fischbesatzmaßnahmen in Auswertung der Fanglisten getätigt- dies seit 85 Jahren!

Jeder kann übrigens hierbei einen Beitrag leisten, zu viele Arbeitsstunden seitens der Sportfreunde sind notwendig, um regelmäßig Unrat von Autoreifen selbst Haushaltsgeräte an bzw. in den Gewässern zu beräumen, welche seitens der Bevölkerung so „entsorgt“ werden.

Das auch weiterhin Fische in all ihrer Artenvielfalt in den Gewässern unserer Heimatstadt sind, das ist worauf sie sich auch weiterhin, auf die Sportangler in Kahla, verlassen können!

In diesem Sinne:

„Allzeit „Petri Heil!“

Dieter Melzer, sen.

P/Ö