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Kahlaer Nachrichten
Ausgabe 4/2026
Vereine und Verbände
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Sportanglerverein Kahla e.V.

Ein aufgebrochener Kormoran mit Inhalt nach der Nahrungsaufnahme.

Udo Gudd als 1. Vereinsvorsitzender scheint zufrieden mit der organisierten Maßnahme zur Rettung des Gewässers, nach Aussage der Beteiligten wurden ca. 50 Tonnen Aushub entsorgt. Hier wurde mit schwerer Technik sowie enormer Arbeitsleistungen seitens der Sportfreunde die Grundlage geschaffen was diesem Gewässer auch weiterhin einen gesunden Fischbestand in all seiner Artenvielfalt ermöglicht, auch weiterhin für all jene welche sich daran erfreuen ein Refugium der Umwelt und Natur in unserer Heimatstadt bleibt.

"Schießerei an der Saale in Kahla!" im Jahr 2009

Anwohner der Rudolstädter Straße sowie Spaziergänger lösten einen Polizeieinsatz an der „Saale“ in Kahla aus

Über den Notruf der Polizei meldeten im Dezember 2009 unabhängig voneinander mehrere Bürger unserer Stadt „eine Schießerei im Bereich der „Saale“ und Betonwerk“.

Natürlich löste dies einen entsprechenden größeren Einsatz seitens der Polizei aus, waren solche Hinweise der Bevölkerung schon etwas Außergewöhnliches, zumal in unserer Stadt Kahla.

In der OTZ konnte man später lesen:

"Am Freitag gegen 16:00 Uhr meldeten Spaziergänger mehrere Schüsse, welche aus dem Bereich zwischen Saale und Betonwerk herkamen. An einem Wanderweg entlang der Saale sahen sie dann später einen Mann mit einem geschulterten Gewehr, welcher mit 2 Hunden und 3 Kindern unterwegs war. Der Mann entfernte sich dann folgend in Richtung Badweg. Die Polizeibeamten konnten die Person jedoch nicht mehr aufgreifen “.

Quelle: OTZ

Die Kahlaer Sportangler machen gemeinsam mit den ansässigen Jägern mobil gegen den Kormoran, zum Schutz und Erhalt aller heimischen Fischarten!

Auf Initiative des 1. Vereinsvorsitzenden Sportfreund Udo Gudd führten die Vorstandsmitglieder des Vereines gemeinsam mit der Jägerschaft in und um Kahla eine Vielzahl an Gesprächen, Ziel: die Jäger um das Problem der Kormoraneinfälle in die Gewässer der Stadt Kahla zu sensibilisieren. Mit vereinzelten Abschüssen eines Kormorans soll der Schwarm vertrieben werden.

In Thüringen darf der Kormoran durch Jäger abgeschossen werden, dies regelt die Thüringer Verordnung über Ausnahmen von den Verboten des § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes und zur Übertragung einer Ermächtigung (Thüringer Kormoranverordnung - ThürKormVO) vom 9. Dezember 2008 (GVBl. S. 446), zuletzt geändert durch Verordnung vom 6. Dezember 2016 (GVBl. S. 652).

Über die entsprechende Behörde im Landratsamt des Saale- Holzland- Kreises erhielten 12 Sportfreunde den kleinen Waffenschein, um mittels Platzpatronen ebenfalls Vergräm-Schüsse abzufeuern, die Vögel zur Flucht zu bewegen.

„Nichtfischer“ verstehen oft nicht, warum die Kormorane für die Fischerei und Anglervereine ein so großes Problem sind.

"Vergönnt doch den Vögeln die paar Fische!", sagen sie...

Gerne wenn es tatsächlich nur um "ein paar Fische" ginge...

Das Problem ist nicht "der KORMORAN" - sondern ihre zu große Zahl.

Um 1970 gab es im westlichen Europa knapp 30.000 Kormorane. Seither haben sie sich auf rund 2 bis 3 Millionen Vögel vermehrt. Ursächlich in einer verfehlten Entscheidung in den 1970 bis 1980ern den Kormoran als nicht heimischen Vogel unter Schutz zu stellen.

Weil es so viele Kormorane gibt, geht es leider nicht nur um "ein paar Fische“, sondern um sehr viele Fische, in der EU um ca. 1000 Tonnen Fisch pro Tag.

Schlimm sind vor allem aber die Störungen der Altersklassen, es fehlen 3 bis 4 Fischjahrgänge in den befallenen Gewässern.

Was macht die Kormorane so „gefährlich“?

Der große Nahrungsbedarf des einzelnen Vogels - 72 bis 96 cm groß, mitunter 2,5 kg schwer - die Effizienz ihrer Jagdweise: Tauchjäger, man sagt bis max. 60 m Tiefe (im Bodensee) bejagt faktisch jede Gewässerzone, bewältigt Fischgrößen bis zu 50 cm Länge und 25 cm Rückenhöhe.

Kormorane kommen nie allein, meistens sind Trupps von 25 - 30 Vögeln die Regel, 100 bis 300 Kormorane keine Seltenheit, bis wenigstens 5 Kg Nahrung je Vogel + indirekte Verluste durch Verletzungen mit anschließender Mortalität.

Ihr überregionaler Aktionsradius, Durchschnitts-Fluggeschwindigkeit bis 50 km/h, Aktionsradius bis 60 km pro Tag.

In vielen Gewässern entnehmen die Kormorane wesentlich mehr als natürlich nachwächst, und das schaffen sie faktisch in jedem Gewässer, das macht die Situation so problematisch.

Durch die großen Fischverluste stehen betroffene Anglervereine und Berufsfischer vor dem Dilemma, entweder die Pacht des Fischwassers aufzugeben, damit verbunden es gibt keine Fische mehr in den Gewässern, oder den Verlust durch Besatzfische aus den eigenen Mitteln der Vereine und der Berufsfischer auszugleichen. Dann ist der Schaden nur noch durch Besatzmaßnahmen der Anglervereine, finanziert überwiegend durch Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder, sowie durch die Arbeitsleistung der Sportfreunde in den Aufzuchtsteichen noch ausgeglichen.

Auch in den zurückliegenden Tagen des Jahres 2026 kam es zu Vergämmaßnahmen bis hin zu Abschüssen von Kormoranen im Bereich unserer „Saale“ durch ansässige Jäger.

Wir bedanken uns bei all den Unterstützern, jenen welche all dies Verstehen bis hin zu den Mitgliedern der Jägerschaft, ebenso all jenen welche es jetzt verstehen zu beginnen.

Also, wenn wieder mal „Schüsse an der Saale ...“

Übrigens, wussten Sie!?

Ohne die 1,4 Millionen in Vereinen organisierte Angler, hinzukommen 646 Selbstständige Berufsfischer, wären die Gewässer längst Fischleere Gewässer!

Jährlich werden in Deutschland ca. 3,6 Milliarden ehrenamtliche Stunden Arbeitsleistungen im Umwelt- Naturschutz sowie der Artenerhaltung in all seiner Vielfalt durch die Angler und Berufsfischer geleistet! Der Staat „Drückt“ sich- ebenso die GRÜNE, einst Umwelt- und Naturschutz Partei!

Weitere Ereignisse 2009

In den nun schon etwas zurückliegenden Ausgaben berichtete ich über die „Schröders Lache“, der Aktivitäten, um diese Gewässer zu erhalten.

Im Jahr 2009, und dies nun schon zum 3. Mal in der Vereinsgeschichte, wurde das Gewässer vom Faulschlamm ein zu flaches Gewässer, entstanden nicht nur durch das Laub der umstehenden Bäume. Um das Gewässer auch weiterhin nicht nur als attraktives Angelgewässer unserer auch älteren Sportfreunde, sondern auch als beliebtes Ausflugziel unserer Mitbürger zu erhalten wurden umfangreiche Maßnahmen notwendig.

Nun, liest sich zumindest leichter als das Unterfangen war, war es doch nicht wie einst zu Zeiten der DDR. Seinerzeit genügten Absprachen mit der „Kolchose“ durch den Vereinsvorsitzenden, dem Baggerfahrer sowie LKW- Fahrern ein Handgeld sowie der Bereitschaft der Sportfreunde ihr Gewässer zu erhalten.

Im Jahr 2009 sah dies längst anders aus, allein der Transport den Bagger zum Gewässer, die Behördengenehmigungen, die Fachgerechte Entsorgung des Faulschlammes, und so einiges mehr. Enorme finanzielle Aufwendungen für den Verein, vor allem behördliche Auflagen waren hier, wo die Vorstandsmitglieder mitunter kein Verständnis aufzubringen schienen.

Am Ende zählt das Ergebnis, all die Mühen und Unverständnis sind vergessen, Dank den Bemühungen der Vorstandsmitglieder sowie den beteiligten Sportfreunden bleibt uns unsere „Schröders Lache“ auch weiterhin erhalten!

Zum Schutz unserer heimischen Vogelarten fertigte Sportfreund R. Wohllebe Nistkästen, 49 davon wurden 2009 bereits im Bereich unser Gewässer angebracht, weitere folgten bis dato!

Zeit für neues gibt es jederzeit.

Zum Jahresende 2009 gab es im Vorstand eine Veränderung. Der Vorstand entschied die Position eines Heimwartes nicht mehr zur bevorstehenden Jahreshauptversammlung 2010 zu besetzen! Ups, das Einzige, was den Mitgliedern des Vereines wirklich selbst gehört benötigt keinen mehr, welcher sich als gewählter Heimwart um den Erhalt kümmert!?

Nun ja, dass Vereinsheim sowie Vereinsgelände hatte sich in der Zeit des Heimwartes seit 2001 gemeinsam mit den beteiligten Sportfreunden grundlegend verändert, trotz Modernisierungsmaßnahmen gab es in den warmen Monaten Räucherabende mit „Klampfe“ am Lagerfeuer und großer Beteiligung der Sportfreunde und Angehörigen, jährlich ein Sommerfest mit „Konny´s Musikladen, Weihnachtsfeiern sogar mit Weih- Nacht- Angeln, ja sogar zur Mitgliederversammlung Bockwurst mitunter Rostbrät´l bis Hackepeter, gesellige Erlebnisse nach Arbeitseinsätzen mit „Anglerlatein“, selbst bei den Arbeiten am und im Vereinsheim sowie dem Vereinsgelände war Begeisterung seitens der Sportfreunde erlebbar, welche der Heimwart wohl nie vergisst!

Angekündigt hatte sich diese Veränderung längst durch die ständige Diskrepanz zwischen dem Heimwart und seinem 1. Vereinsvorsitzenden.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Bleiben Sie interessiert!

„Petri Heil!“

Dieter Melzer, sen.

P/Ö