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Kahlaer Nachrichten
Ausgabe 4/2026
Vereine und Verbände
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Der Förderverein „Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V.“, Sitz Kahla, informiert:

Gemälde von Jozef Zechmeister, Start vom Walpersberg, 1945

Kaserne General Göring Regiment, Berlin-Reinickendorf

Fliegertechnische Schule Schleißheim

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Von der Bf 109 im Afrikafeldzug zur Me 262 am Walpersberg - Teil 1

Es ist Mittwoch, der 21. Februar 1945, ein regnerischer Tag.

Für Gauleiter Sauckel und die Betriebsdirektion der „REIMAHG“ ein wichtiger Tag. Aber auch für den Piloten, der an diesem Tag mit dem ersten montierten Düsenjäger, der Me 262, vom Walpersberg starten soll.

Zwar hat er genug Flugerfahrung jedoch ist das Jagdflugzeug mit seinen zwei Strahltriebwerken und der Startbahn auf dem Bergrücken eine ganz besondere Herausforderung. Das Flugzeug zählt zur neuesten technischen Errungenschaft, die Startbahn ist einmalig in ihrer Lage aber nur 1.200 m lang, eigentlich zu kurz und dann noch an den Enden leicht abgeknickt. Der Pilot fliegt somit ins Leere, denn er kann das Startbahnende nicht einsehen. Nur mit Hilfe von 2 Feststoffraketen unter den Flügeln, rechtzeitig gezündet, ist das Abheben von der Startbahn überhaupt möglich.

Die Piloten für diesen Strahljäger müssen erfahrene Werkspiloten und Einflieger sein. Von den sechs Piloten der REIMAHG wird für den ersten Start Oberfeldwebel Siegfried Fricke bestimmt.

Als Einflieger konnte er bereits eine beachtliche Karriere bei der Luftwaffe vorweisen.

Am 22. November 1917, im Niedersächsischen Wolfenbüttel geboren, wird er nach seinem Schulabschluss, im September 1939 als Soldat im 1. Wachkompanie des Regiment General Göring aufgenommen. Diese Kompanie gehörte zum Polizei-Regiment, dass im April 1935 durch die Landespolizei gebildet wurde, mit Standort in Berlin-Reinickendorf.

Diese Polizeieinheit überstellte man auf Befehl Görings im Herbst 1935 zur Luftwaffe. Während des Angriffskriegs gegen Polen war ein kleiner Teil des Regiments in die Kämpfe involviert, da die Mehrheit als persönlicher Wachschutz für Göring und die NS-Führung weiterhin in Berlin verblieb.

Siegfried Fricke gehörte bis Juni 1940 dieser Einheit an und begann 1940/1941 eine Ausbildung als Flugzeugführer in der Jagdfliegerschule 1, Werneuchen (Barnim, Brandenburg), sowie in der Fliegertechnische Schule Schleißheim (Bayern).

Nach erfolgreichem Abschluss als Jagdflieger wird er zum Jagdgeschwader 27 (JG 27) versetzt und nimmt am Afrikafeldzug teil. Das Geschwader wurde vor allem durch seine Einsätze in Verbindung mit dem Deutschen Afrikakorps bekannt. Auch Hans-Joachim Marseille, einer der erfolgreichsten Piloten im Afrikafeldzug, flog hauptsächlich für dieses Geschwader.

Fricke wird im JG 27 zur 5. Staffel abkommandiert und hier in der 2. Gruppe eingesetzt.

Sein Vorgesetzter, Hauptmann Eduard „Edu“ Naumann, war einer der bekanntesten Jagdflieger und Geschwaderführer der deutschen Luftwaffe.

Der Flugzeugtyp, der im JG 27 zum Einsatz kam, war die Messerschmitt Bf 109, F4 trop Version. Feldwebel Fricke flog das Flugzeug mit der Werksnummer 8466, dass 1941 in der Erla Maschinenwerk GmbH, Leipzig, gefertigt wurde.

Er hatte verschiedene Einsätze in der Region um Marsa Matruh und schoss dort am 26. Juni 1942 auch eine britische Hurricane Mk II ab.

Am Abend des gleichen Tages griffen britische Jagdbomber den Stellplatz der 2. Gruppe an wobei Siegfried Fricke schwer verletzt wird. Sein rechter Unterschenkel wird amputiert und man bringt ihn nach Deutschland zurück. Er wird bis zum 18. Dezember 1942 in den Lazaretten von Rosenheim und Berlin-Charlottenburg behandelt.

 — - Fortsetzung folgt -