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Kahlaer Nachrichten
Ausgabe 7/2026
Vereine und Verbände
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Sportanglerverein Kahla e.V. 1924

Bild: Alljährlich nach der Schneeschmelze blicken die Sportfreunde besorgt zum Wasserstand der Saale, 2013 stand wieder einmal stand das Wasser vor der Tür des Vereinsheimes.

Bild: Baggerarbeiten gegen Verlandung zum Erhalt der Schröders Lache, weitere Beseitigung des Indischen Springkrautes. Dieses entwickelte sich Bundesweit zum Problem heimischer Pflanzen.

 

Warum die Vereinigung beider Dachverbände der Angler Ost und West bis in die Vereine noch immer nicht vollzogen scheint?

Erneut stand die „Saale" Land unter im Vereinsgelände!

In der zurückliegenden Ausgabe berichtete ich über den langen Weg der Vereinigung aller Angler und ihren Vereinen in Deutschland, über die unterschiedliche Philosophien der zuvor bestehenden Dachverbände, darüber das ein Zusammenwirken und sei es nur in den Vereinen seitens der alten und neuen Bundesländer weiterhin schwierig war.

Ich habe darüber berichtet das selbst unserm Sportanglerverein hier in Kahla die Bemühungen einer sportlichen Verbindung zu Anglervereinen der alten Bundesländer trotz aller Bemühungen des Vorstandes sowie der Sportfreunde nicht von langer Dauer waren.

Die unterschiedliche Philosophie beider zuvor bestehenden Dachverbände, selbst bis in die einzelnen Vereine und deren Mitglieder schienen sich zum „Problem" einer Vereinigung zu entwickeln.

Während in den alten Bundesländern sich die Sportfreunde in den Vereinen auf das eigentliche, der Ausübung des Angelns als „Nahrungsgrundlage" konzentrierten, einen Teich selbst nur in Beton gefasste Wasser zur Ausübung ihres Hobbys nutzten, kaum Pachtverträge mit den Kommunen über territoriale Gewässer besaßen und diese Gewässer Umweltgerecht Betreuten wie in den neuen Bundesländern, gingen die Ostvereine seit deren Gründung Verpflichtungen mit den Stadtverwaltungen ein, in Form von Pachtverträgen mit festgelegten Hege und Pflegeverpflichtungen der Gewässer um ihren Angelsport ausüben zu können.

Diese Verpflichtungen beinhalteten die Hege und Pflege der Gewässer und Uferzonen, dem Erhalt und Fortbestand der Flora und Fauna in all deren Artenvielfalt. Jahressportpläne sowie gemeinsame kulturelle Veranstaltungen waren fester Bestandteil der Vereine in den neuen Bundesländern in deren Vereinsleben.

Natürlich sah es in den Vereinen Ost wie West entsprechend unterschiedlich aus, betreffend der Leistungen der Sportfreunde bis hin zur Führung der Vereine.

Die Angler in den alten Bundesländern, so für den Angler hier empfunden, „begnügten" sich hinreichend einen Fisch aus dem Teich nach Haus zu tragen, ohne nennenswerte Arbeitsleistungen zu deren Erhalt zu leisten, wenn die Fische alle waren, werden halt neue gekauft und in den Teich eingesetzt.

Währenddessen es erforderlich war das jeder Sportfreund in den Vereinen der ehemaligen DDR, speziell hier in Kahla seit Vereinsgründung 1924, Pflichtstunden zur Hege und Pflege der Gewässer entsprechend der Pachtverträge mit der Stadtverwaltung leisten muss, Fischaufzucht in Aufzuchtteichen in vielen Vereinen betrieben wurde, um den Fischbestand in den Gewässern zu erhalten.

Den „Fisch des Jahres" in den alten Bundesländern jährlich Küren war das Eine, die „Rote Liste" aussterbender Fischarten ist lang, Arbeitsleistungen zum Erhalt der Fische in all ihrer Artenvielfalt zu leisten das Andere, wo sich die Vereine wesentlich unterschieden.

Ja, aus eigener Erfahrung, hier fehlte teils den Anglern West zum Angler Ost das Verständnis? Genügend Geld in den Kassen regelt alles?

 

 

Auch: Vertraue man der Statistik seitens des ehemaligen DAV der DDR so besaßen zur Wiedervereinigung 1989 nahezu 68 % der Anglervereine auf dem DDR - Gebiet ein eigenes Vereinsheim. Das war natürlich ein OHA - Effekt für die Sportfreunde und Vorstände befreundeter Anglervereine in den alten Bundesländern, diese Vereinsheime überwiegend im Verlauf der Wiedervereinigung käuflich von den Stadtverwaltungen erworben worden!

Die erforderlichen Arbeitsleistungen zum Erhalt der Vereinsheime, hier nahezu selbstverständlich, wären in den alten Bundesländern schien es ein Problem?

Wenige nicht so „Betuchte" Mitglieder versahen die Arbeitsleistungen, um das Angeln der „Betuchten" zu ermöglichen, so der Eindruck der Sportfreunde aus Kahla!?

Nun endgültig schien es den Sportfreunden hier auch nicht zu gefallen das die Anglerfreunde aus dem „Westen" sich an den Gewässern hier in Kahla schöne Angelerlebnisse gestalten wollten und dies als Kurzurlaub beim „Ossi" betrachteten!? Dafür haben die Sportfreunde des Kahlaer Sportanglervereines alljährlich ihre Arbeiten an und in den Gewässern unserer Stadt Kahla in der Realisierung des Hege- und Pflegeplanes nicht geleistet, so die Mitglieder in ihrem Empfinden!?

 

 

Auch war es völlig neu für die Vorstände der Vereine der alten Bundesländer das in den Vereinen der neuen Bundesländer in den Jahreshauptversammlungen Anfang des Jahres Jahresportpläne für das laufende Jahr beschlossen wurden. Planwirtschaft noch immer ala DDR, war es das, was so die Vorstände der alten Bundesländer hierzu empfanden?

Dieser Jahressportplan sowie ein Hege- und Pflegeplan ist die alljährliche Grundlage in der Organisation und Durchführung der zu leistenden Arbeiten der Sportfreund an und in den Gewässern.

Wie sah und sieht solch Hegeplan aus?

Nun, wir befinden wir noch immer im Jahr 2013.

Hier einmal Zahlen und Aktivitäten aus dem Jahr 2013

Laut Mitgliederstatistik waren 2013 im Verein 68 Sportfreunde organisiert, hinzu 13 Kinder und Jugendliche. Im Detail, das Durchschnittsalter der Mitglieder lag bei 47 Jahre, des Vorstandes bei 48 Jahre und nicht zuletzt der Jugend bei 14.

Der Bereich Gewässerwirtschaft:

Im Bereich der Gewässerwirtschaft wurden im Jahr 2013 folgende Maßnahmen geplant und durchgeführt, mit einer abrechenbaren Arbeitsleistung von 1.020 Stunden geleistet durch die Sportfreunde.

  • 23. März, Arbeitseinsatz Großpürschütz und Neubeschilderung unserer Pachtgewässer
  • 4. Mai, Arbeitseinsatz an der Mühllache
  • 8. Mai, Besatzmaßnahmen 75 kg Rotaugen
  • 27.Juli, Groß- Arbeitseinsatz an Saale und Mühllache
  • 25.Oktober, Fischbesatz an Saale (oberhalb vom Wehr)
  • 31.Oktober, Fischbesatz an Saale
  • 14.November, Forellenbesatz in Mühllache
  • 15.November, Besatzmaßnahmen an Saale, Mühllache und Schröders-Lache
  • 28.November, insgesamt 30 kg Grassamen an Schröders-Lache und Saale ausgesät
  • 2x Hegeangeln am 1. Juni und 28. September zur Feststellung des Fischbestandes sowie Prüfung der Ergebnisse bereits getätigter Besatzmaßnahmen in den Gewässern
  • weitere Entschlämmung der Schröders Lache mit Hilfe von der Firma Strassing Limes mit schwerem Gerät

 

 

  • Baumfällarbeiten an Mühllache und Schröderslache
  • Vorbeugung und Beseitigung der Hochwasserschäden an unserem Vereinsgelände
  • Antragstellung für Hochwasserspenden und Fördermitteln
  • Zusammenarbeit mit 1 Euro-Jobbern, dem Arbeitsamt und der Stadt zur Beseitigung der Hochwasserschäden und weitere Bekämpfung des Indischen Springkrautes
  • Beseitigung der Schäden an dem Mönch von Teich 3 im Leubengrund mit Hilfe der Feuerwehr Lindig, dem Bauhof Kahla und des ZWA, um die Aufzucht zu erhalten
  • Arbeitseinsätze an unseren Gewässern ( Grasmahd an Schröders Lache, Bereinigung des Bachlaufes im Leubengrund ), Hilfe bei Entschlämmung der Schröders Lache
  •  Baumfällarbeiten an unseren Gewässern
  •  Neubepflanzung der Schröders Lache mit Bäumen, Büschen und ausbringen von Grassamen
  •  Beschilderung unserer Vereinsgewässer
  •  Bekämpfung des Indischen Springkrautes weiterhin

Ja, es schien welches die Angler in den alten Bundesländern nicht verstehen konnten?

Hegepläne, realisiert durch die Arbeitsleistungen der Sportfreunde hier in Kahla, „nur" um ihren Angelsport ausführen zu können!?

War oder ist die Vereinigung der Angler Deutschlands gescheitert bei den dennoch gemeinsamen Interessen in der Ausübung des Angelsportes, nicht betrachtend noch immer Angler- Philosophisch unterschiedlicher Ansichten!?? Die Mitglieder in der wirklichen Mehrheit der alten Bundesländer entscheidend für alle in der Republik, seiner Zeit wie in der Realität bis heute noch immer?

Jedoch werde ich immer wieder sagen, die Begegnungen und Aufnahme, wenn wir Kahlaer Sportfreunde zu Gast in dem Verein in den alten Bundesländern waren, wirklich überaus gastfreundlich und zuvorkommend durch deren Mitglieder und Familienangehörigen!

Hier schien ist die Vereinigung angekommen!

Dies sind nur die Erfahrungen des Vorstandes sowie Sportfreunde unseres Sportanglervereines, durchaus möglich das es in anderen Vereinen wirklich anders verlief, bis zum heutigen Tag.

Bleiben Sie interessiert!

Dieter Melzer, sen.

P/Ö