45 Jahre Schuldienst bedeutet für Grundschullehrerin Margit Weicht aus Heyerode von der ersten Minute die Freude, ihren Schülern den Weg in die Zukunft zu bereiten, wichtige Bausteine mitzugeben und schließlich stolz zu erleben, was aus den einstigen Schülern wurde.
So erinnert sie sich vor dem Ausscheiden an Louis Zengerling, den sie die ersten vier Grundschuljahre unterrichtete. Aktuell studiert der mittlerweile 20-Jährige an der Universität Erfurt Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Sport, wie es einst auch Margit Weicht in Nordhausen tat.
Die Vollblutlehrerin war nach ihrem Studium 10 Jahre an der POS 11 in Mühlhausen im Hort tätig. Danach wechselte sie in den Schuldienst zur Grundschule Heyerode, unterrichtete auch Asylbewerber und war an verschiedene Schulen abgeordnet.
Zum letzten Mal vor ihrer Pensionierung bot die Pädagogin dieser Tage das Basteln sorbischer Ostereier an. Dieses Projekt rund um die kunstvolle Volkstradition organisiert Weicht schon seit den Anfängen ihrer Berufslaufbahn im Hort, als ihr Kollegin Christina Niemand hilfreich zur Seite stand. Immer zur Osterzeit freut sie sich, mit den vierten Klassen diesen Brauch lebendig zu halten und Wissen rund um die Ostereiertradition und deren Geschichte in der Ober- und Niederlausitz sowie Allgemeines zu österlichem Brauchtum zu vermitteln. Das Schmücken von Eiern gehört zu den ältesten Zeugnissen künstlerischer Gestaltung, da das Ei als Symbol für den Ursprung allen Lebens gesehen wurde. Das Verzieren von mittels Wachstechnik gestalteten Eiern bereitete den Schülern große Freude.
Margit Weicht erinnert sich gern an die vielen Jahre, während derer sie stets engagierte Hilfe erfuhr. So konnte sie bezüglich ihrer zahlreichen schulischen Projekte immer auf die Eltern und Großeltern ihrer Schüler zählen. Sie setzte stets auf lebendigen Unterricht und bot das Apfel-, Kürbis- oder Kartoffelprojekt sowie die Lesenacht in der örtlichen Bibliothek an. Auch das Thüringer Spezialitätenfrühstück, welches die Schüler eigenständig organisierten, war sehr beliebt. Selbst Ehemann Günter unterstützte seine Frau und war beispielsweise für die Verpflegung während der Wandertage zuständig.
Als Sportlehrerin nahm Margit Weicht mit ihren Schülern an regionalen Wettkämpfen teil und blickt beispielsweise auf den Sieg einer Kreismeisterschaft zurück. Gern erinnert sie sich auch an die Teilnahmen an den Altstadtläufen mit den Schülern der TGS Südeichsfeld.
Rückblickend auf ihre Berufslaufbahn erinnert sich die Heyeröder Lehrerin an die stets wissbegierigen Kinder, die sehr gute Zusammenarbeit mit den Eltern und die Veränderung der Arbeit über die Jahrzehnte bezogen auf die moderne Technik, die heute mit Computer und Internet zum Einsatz kommt, was in den 1980er Jahren noch nicht der Fall war. Damit musste sie sich auseinandersetzen, sah es als Chance und sagt heute: „Man wächst mit seinen Aufgaben."
Es fällt der Lehrerin nicht leicht, aus dem Schuldienst auszuscheiden, da sie ihre Arbeit immer mit Liebe verrichtet hat. Sie sagt: „Man muss den jungen Menschen Platz machen, die auch ihren Weg gehen wollen."
Text und Bilder: Heidi Zengerling