Das Heyeröder Ehepaar Kurt und Helga Müller liebt Tiere und ist naturverbunden. Mit ihrem Hund sind sie oft in der heimischen Flur unterwegs. Unweit der kleinen Bahnbrücke machten die beiden gern Rast an der Waldschenke. Nachdem ihr Vogelfutter von den Wildtieren gut angenommen wurde begann Kurt Müller 2018 an besagtem Ort Vogelhäuschen anzubringen. Der Zuspruch nicht nur der Tiere, sondern auch Menschen bestätigte den Naturliebhaber in seinem Tun, sodass "Kurts Vogelparadies" - wie dieser idyllische Ort mittlerweile bezeichnet wird - schrittweise Erweiterung erfährt. Hinzu kamen zahlreiche weitere Futterplätze unterschiedlicher Art, sodass aktuell 15 Futterhäuser installiert sind. Die Erweiterung bezieht sich auch auf Annehmlichkeiten für Besucher. So werden Sitzkissen angeboten und eine Rückenlehne wurde an der Waldschenke installiert. Das Konzept wird durch eine Sichttafel zur heimischen Vogelwelt abgerundet.
Etwa zehn Vogelarten erfreuen sich an den gefüllten Futterstationen und Wassertränken. (Blau- und Kohlmeise, Kleiber, Specht und Kernbeißer, Rotschwänzchen oder Buchfink) Auch das vierpfötige Eichhörnchen kann beim Futtern beobachtet werden. Kindergartengruppen machen hier Station, um die kleinen gefiederten Freunde zu beobachten. Die Grundschule nutzt den Ort als "Grünes Klassenzimmer".
½ Tonne Futter pro Jahr verbrauchen die Müllers, um das Dazufüttern möglich zu machen. "Die natürlichen Futterspender werden immer weniger", berichtet Müller. Neben gemischtem Vogelfutter und Nüssen gibt er in der Brutzeit wegen des nötigen Proteins zusätzlich getrocknete Mehlwürmer. "Ohne die Hilfe zahlreicher Naturfreunde, die uns mit ihren Geld- und Futterspenden zur Seite stehen, wäre es nicht möglich, den Tieren in diesem Umfang zu helfen.
Schön länger plante der engagierte Naturfreund, ein Insektenhotel zu basteln, um auch etwas für den Erhalt dieser Tiere zu tun. Aufgrund seiner Krankheit verzögerte sich die Fertigstellung. Die Arbeit am Projekt war für ihn Abwechslung und Balsam für die Seele. "Ohne die Hilfe weiterer Naturliebhaber hätte es nicht zu Ende geführt werden können", erklärt er und zeigt sich erfreut, dass sein "Hummelhaus" von Bienen und anderen Insekten gut angenommen wird.
Wichtig sei, so Müller, sich im Vorfeld zu Informieren, was beim Bau eines Insektenhotels beachtet werden muss. So gilt es bezüglich der verwendeten Naturmaterialien und deren Verarbeitung darauf zu achten, dass die Schlupflöcher fein geschliffen sind, damit kein Grat entsteht, welcher die zarten Flügel der Insekten verletzen könnten. Auch ein sonniger Standort sei wichtig. Das Obergeschoss ist Florfliegen und Ohrkneifern vorbehalten, der untere Bereich bietet Schlupfmöglichkeiten für Bienen und Hummeln. Mit der Gemeinde Südeichsfeld ist vereinbart, dass um das Insektenhotel Splitt aufgebracht wird, um das Holzgestell vor Spritzschmutz zu schützen. Im Gespräch lässt Naturfreund Müller verlauten, dass er es nicht gut findet, dass die Wegränder im Sommer extrem kurz gehalten werden. Hier sollten die Verantwortlichen etwas mehr Naturbewusstsein beweisen.
Bild und Text: Heidi Zengerling