Der Stadtrat der Kreisstadt St. Wendel hat den Haushalt 2026 in der vergangenen Woche einstimmig verabschiedet. Stadtratsmitglied Tobias Decker sieht trotz einer kurzfristigen Verbesserung weiterhin erheblichen strukturellen Handlungsbedarf – und fordert deshalb die Einführung eines Sparbeirats nach dem Vorbild anderer Kommunen.
Zwar seien im Haushalt durchaus Einsparbemühungen der Verwaltung erkennbar – etwa im Bereich der Gebäudebewirtschaftung oder bei den Personalkosten. Dennoch fehle aus seiner Sicht weiterhin ein systematischer Ansatz, um dauerhaft Einsparpotenziale zu identifizieren und Prioritäten frühzeitig gemeinsam zu diskutieren.
„Wir brauchen mehr Transparenz, klare Priorisierung und gezielte Effizienzmaßnahmen – und zwar nicht erst beim fertigen Haushalt, sondern bereits während seiner Entstehung“, so Decker.
Decker schlägt deshalb die Einrichtung eines Sparbeirats vor. Ein solches Gremium könnte aus Mitgliedern des Stadtrats und der Verwaltung bestehen und regelmäßig Einsparpotenziale sowie strukturelle Verbesserungen beraten.
Dabei begrüßt Decker, dass die CDU-Fraktion im Stadtrat zumindest erste Schritte in diese Richtung angekündigt hat. „Ich halte das für ein wichtiges Signal. Aus meiner Sicht sollte man diesen Gedanken jetzt konsequent weiterentwickeln und in einen dauerhaften strukturierten Prozess überführen.“
Als mögliche Themenfelder nennt Decker insbesondere Energieeffizienzmaßnahmen in städtischen Gebäuden zur Senkung von Betriebs- und Bewirtschaftungskosten, Digitalisierung und Prozessoptimierung sowie eine stärkere Priorisierung freiwilliger Ausgaben.
Gerade im Gebäudebestand sieht Decker erhebliche Potenziale: „Es gibt Maßnahmen, die sich innerhalb weniger Jahre amortisieren und gleichzeitig zu mehr Nachhaltigkeit führen. Solche sogenannten ‚Quick Wins‘ müssen wir konsequenter identifizieren und umsetzen.“
Decker betont, dass es ihm ausdrücklich nicht um pauschale Kürzungen gehe: „Ein Sparbeirat soll nicht einfach den Rotstift ansetzen, sondern auch unterjährig helfen, bessere und langfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen. Ziel muss es sein, die knappen finanziellen Mittel der Stadt möglichst effizient einzusetzen und politische Prioritäten frühzeitig gemeinsam zu definieren.“