Kreisstadt St. Wendel/Oliver Reis
St. Wendel. Mit der Auftaktveranstaltung des St. Wendel Innovation Circle am Montag, 11. Juni, im Museum St. Wendel, hat die Kreisstadt St. Wendel ein neues Dialog- und Vernetzungsformat gestartet, das Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune stärker miteinander verbinden soll. Die Veranstaltung griff eine zentrale Zukunftsfrage für St. Wendel und die Region auf: Wie können junge Menschen frühzeitig mit regionalen Perspektiven, Unternehmen und Entwicklungsmöglichkeiten in Kontakt gebracht werden? Gerade für eine Mittelstadt im ländlich geprägten Raum ist die Bindung junger Menschen an den Standort ein wichtiger Baustein für Fachkräftesicherung, Standortentwicklung und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. St. Wendel verfügt über eine hohe Lebensqualität, kurze Wege, starke Unternehmen, ein lebendiges Vereins- und Kulturleben sowie ein attraktives Stadtumfeld. Gleichzeitig stellt die Abwanderung junger Menschen nach Schule, Ausbildung oder Studium eine Herausforderung dar.
Der erste St. Wendel Innovation Circle setzte genau an dieser Stelle an: Er sollte Perspektiven sichtbar machen, Begegnungen ermöglichen und konkrete Kooperationen zwischen Stadt, Unternehmen und Hochschule anstoßen - mit Erfolg. Ein besonderer Fokus lag auf der Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier. Ziel der Kreisstadt ist es zu zeigen, welche beruflichen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten St. Wendel und die Region bieten.
St. Wendels Bürgermeister Peter Klär: "Der Fokus der Auftaktveranstaltung unseres neu geschaffenen St. Wendel Innovation Circle lag auf Studierenden und jungen Talenten. In den kommenden Veranstaltungen werden wir weitere Schwerpunkte setzen, die für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes St. Wendel und unserer Stadtentwicklung von Bedeutung sind. Lassen Sie den Abend deshalb als Einladung verstehen, St. Wendel gemeinsam weiterzudenken - als Wirtschaftsstandort, als Lebensmittelpunkt und als Ort, an dem junge Menschen Perspektiven finden."
In den Impulsen wurde deutlich, dass Wissenschaft und Praxis voneinander profitieren können - etwa durch duale Studiengänge, Praktika, Abschlussarbeiten, Projektkooperationen und den Transfer von Forschung in Unternehmen und Kommune.
Prof. Klaus Helling, Dekan des Fachbereichs Umweltwirtschaft/-recht am Umwelt-Campus Birkenfeld, stellte das Erfolgsmodell Umwelt-Campus und die Potenziale einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Stadt und regionaler Wirtschaft heraus. "Der Umwelt-Campus Birkenfeld kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich mit Unternehmen und Einrichtungen im St. Wendeler Land, aber es bestehen noch Potenziale diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Das von der Stadt St. Wendel initiierte Wirtschaftsforum "St. Wendel Innovation Circle" bietet dazu eine tolle Plattform und sollte unbedingt als regelmäßiges Format etabliert werden," so Helling.
Matthias Bruch, Geschäftsführer der Globus Holding GmbH & Co. KG, brachte die Perspektive eines großen regional verwurzelten Handelsunternehmens ein und zeigte auf, welche Bedeutung Nachwuchsförderung, duale Studienmodelle und frühe Talentbindung für Unternehmen haben. "Wir reden oft über das, was uns fehlt. Viel wichtiger ist aber, selbstbewusst auf das zu schauen, was wir haben: eine hohe Lebensqualität, Sicherheit, Natur, engagierte Menschen und starke Gemeinschaften. Gerade in einer Zeit, in der viele nach Vertrautheit, Zugehörigkeit und Heimat suchen, hat St. Wendel unglaublich viel zu bieten," so Bruch.
In der anschließenden Gesprächsrunde mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land, Julian Schneider, der Referentin für Nachhaltigkeit der Globus Gruppe, Vanessa Agné und Citymanagerin der Kreisstadt, Carina Clüsserath, wurden persönliche Karrierewege und konkrete Erfahrungen aus der Verbindung von Hochschule, Unternehmen und Region verdeutlicht.
Die Beiträge zeigten: Fachkräftesicherung beginnt nicht erst bei der Stellenausschreibung, sondern bereits dort, wo junge Menschen einen Bezug zu einem Ort, seinen Unternehmen und seinen Möglichkeiten entwickeln. Bürgermeister Klär sieht den erfolgreichen Auftakt als Bestätigung des neu geschaffenen Formats: "St. Wendel will Zukunft aktiv gestalten - gemeinsam mit starken Partnern, regionalen Unternehmen und mit Perspektive für junge Menschen."