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Blickpunkt St Wendel
Ausgabe 3/2026
Aus unserer Stadt
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Freuet Euch, allezeit

Der ökumenische Taizé-Projektchor singt sich zum weihnachtlichen Abendlob ein.

Chorleiter Hermann Lissmann überreicht Frau Krächan von "Paten mit Herz" den Erlös der Türkollekte. (Im Bild von l. n. r. Hermann Lissmann, Monika Krächan, Pastor Erwin Recktenwald, Theo Schwarz)

Ökumenischer Taizé-Projektchor St. Wendel gestaltete weihnachtliches Abendlob

St. Wendel. Ein weihnachtliches Abendlob unter dem Leitgedanken "Freuet Euch, allezeit!" gestaltete der ökumenische Taizé-Projektchor St. Wendel gemeinsam mit Pastor Erwin Recktenwald, musikalisch am Klavier begleitet von Theo Schwarz unter der Gesamtleitung von Chorleiter Hermann Lissmann, am Sonntag, 4. Januar, in der evangelischen Stadtkirche in St. Wendel. Der Kirchenraum erstrahlte in warmem Kerzenlicht. In Anlehnung an den Andachtsraum in Taizé war ein orangefarbenes Tuch in festliches Licht getaucht, vor dem das Taizé-Kreuz aufgestellt war, was eine Verbindung zu der Gemeinschaft im Burgund herstellte, und der wunderschöne Weihnachtsbaum gegenüber sorgte für die weihnachtliche Atmosphäre. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt, so dass die Kirche nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt war. Als der Chor zu Beginn des Abendlobs seine Plätze einnahm, meinte man beinahe, dass es kein Ende nehmen wollte. Mehr als 50 Sängerinnen und Sänger füllten schließlich den Chorraum, was ein wunderbares Bild ergab.

Der erste Teil des Abendlobs wurde von Pastor Erwin Recktenwald in Form eines Wortgottesdienstes gestaltet. Der Chor begleitete den Gottesdienst überwiegend mit Gesängen, die dem Repertoire der Communauté der Brüder aus Taizé entstammen. Hermann Lissmann ermunterte die Besucher immer wieder, in die eingängigen Refrains der Taizé-Gesänge einzustimmen. Dem Chor gelang es mit seinen zahlreichen Stimmen mühelos, den Kirchenraum zum Klingen zu bringen und die Texte, Gebete und Fürbitten, die den Leitgedanken des Abendlobs thematisierten regten zum Mitbeten und Nachdenken über die weihnachtliche Zeit und auch die aktuellen Geschehnisse in Nah und Fern an.

Nachdem Pastor Erwin Recktenwald den Schlusssegen erteilt hatte, führte Hermann Lissmann in den zweiten Teil ein. Zum Abschluss der weihnachtlichen Festzeit hatte er mit dem Chor noch eine schöne Auswahl weihnachtlicher Literatur einstudiert. Zunächst präsentierten die Sänger des Chores in der Formation einer vierstimmigen Männerschola wohlklingend drei Weihnachtslieder. "Maria durch ein Dornwald ging" war sicher allen Zuhörern bekannt. Aber die beiden Lieder "Lasst und zum Kindlein eilen" und "Halleluja, lasst uns singen" waren eher unbekannt, haben sich aber daher auch von den vielen bekannten Weihnachtsliedern, die in den vergangenen Wochen immer wieder zu hören waren, wohltuend abgehoben.

Danach stimmte wieder der Gesamtchor drei Lieder an. Bei "Wisst ihr, wie das Kindlein heißt" konnte Hermann Lissmann als Vorsänger seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen. Das Lied "Wir sind in Gottes Händen" mit seinen warmen und melodiösen Klängen und einem hoffnungsvollen Text sorgte für besinnliche Stimmung. Der weihnachtliche Liederzyklus endete schließlich mit dem Lied, das das Motto für das Abendlob geliefert hatte, "Freuet Euch, allezeit, freuet Euch im Herrn!", das mit seiner Dynamik die Freude über die Geburt des Erlösers Jesus Christus unterstrich und einen Glanzpunkt im konzertanten Teil setze.

Nachdem die Zuhörer den Chor mit langanhaltendem Applaus bedacht hatten, bedankte sich Hermann Lissmann im Namen des Chores und aller Mitwirkenden. Danach nutzte er die Gelegenheit noch dazu, darauf hinzuweisen, dass der ökumenische Taizé-Projektchor in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiern kann. Das Abendlob sei der Auftakt des Festjahres, dem sich noch einige weitere Veranstaltungen anschließen würden. Schließlich bat er die Besucherinnen und Besucher um eine Spende bei der Türkollekte. Man habe sich überlegt, wem diese zukommen sollte und habe sich dabei auf das Projekt "Paten mit Herz" verständigt, das im Marienkrankenhaus St. Wendel verortet sei und dessen Motto laute "Gemeinsam gegen Einsamkeit". Er begrüßte die Koordinatorin des Projekts, Frau Monika Krächan, die die Arbeit der ehrenamtlichen Patentenbegleitung durch mittlerweile 50 ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer, vorstellte.

Zum Abschluss des Abends erklang schließlich noch das bekannte "Halleluja aus Taizé", bei dem Chor und Gäste noch einmal alle Stimmen erklingen ließen und dessen Verse und Schlusschor dann auf eindringlichen, durch entsprechenden Applaus demonstrierten Wunsch des Publikums als Zugabe wiederholt wurden.

Nachdem die Gäste die Kirche verlassen hatten, versammelte sich der Chor noch im Gemeindesaal zu einem gemütlichen Beisammensein, gemeinsam mit Pastor Erwin Recktenwald und Monika Krächan von "Paten mit Herz". Zwei Mitglieder des Chores konnten in der Zwischenzeit die Türkollekte zählen. Und zu aller Freude konnte Hermann Lissmann Frau Krächan schließlich den stolzen Betrag von 953 Euro zur Unterstützung des Projekts "Paten mit Herz" überreichen. Frau Krächan bedankte sich sichtlich ergriffen bei allen Beteiligten dafür, dass der Erlös des Abends dem Projekt "Paten mit Herz" zugewidmet wurde. Damit könne man wieder viel zum Wohl älterer, hilfsbedürftiger Menschen bewegen, die Unterstützung in ihrem häuslichen Umfeld oder nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus benötigten.

Text: Axel Birkenbach