Sinkende Einwohnerzahlen wirken sich auf den langfristigen Wohnraumbedarf aus
Der kommunale Wärmeplan der Kreisstadt St. Wendel ist mehr als ein technisches Energiekonzept. Er enthält zentrale Aussagen zur Bevölkerungsentwicklung – und damit zur Frage, wie viel Wohnraum die Stadt künftig tatsächlich benötigt. Der Endbericht wurde am 29.01.2026 in öffentlicher Stadtratssitzung vorgestellt.
Der Bericht zeigt, dass St. Wendel seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich Einwohner verliert. Laut Prognosen des Statistischen Landesamtes wird dieser Trend bis 2045 anhalten, mit einem Rückgang von rund 13,7 Prozent (Endbericht, S. 12–13). Diese Entwicklung beeinflusst nicht nur den Energiebedarf, sondern auch den Wohnraumbedarf. Entsprechend nennt der Bericht Nachverdichtung, Umnutzung und energetische Sanierung des Bestands als vorrangige Handlungsfelder. Die Bürgerinitiative „Missionshaus–Zukunft mit Weitblick“ sieht sich in ihren Analysen bestätigt und fordert seit Langem eine professionelle Wohnraumbedarfsanalyse, um Entscheidungen auf belastbarer Datengrundlage zu treffen.
Vor diesem Hintergrund rücken auch die Neubaupläne am Missionshaus in den Fokus. Sie stehen exemplarisch für die grundsätzliche Frage, ob zusätzliche Neubauflächen im Außenbereich erforderlich sind. Die zurückgenommene Ausschreibung für das Baugebiet „Sportplatz Alsfassen“ mangels Investoreninteresse verdeutlicht diese Problematik.
Wenn offizielle Planungsinstrumente von einem langfristigen Bevölkerungsrückgang ausgehen, gleichzeitig aber weiterhin mit einem steigenden Bedarf an Neubauflächen argumentiert wird, stellt sich eine zentrale Frage: Warum wird an Annahmen festgehalten, die durch die eigenen Daten infrage gestellt werden?
Weitere Informationen sowie den vollständigen kommunalen Wärmeplan stellt die Bürgerinitiative auf ihrer Website zur Verfügung. Dort kann auch der Newsletter RADAR abonniert werden.
www.bi-missionshaus.de