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Blickpunkt St Wendel
Ausgabe 8/2026
Vereinsinfo
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Bürgerinitiative Missionshaus St. Wendel - Zukunft mit Weitsicht

Der letzte Urwald St. Wendels soll zerstört werden.

Missionshaus: Warum soll hierfür alles geopfert werden?

Im Verfahren zum neuen Landesentwicklungsplan Saarland 2030 (LEP) fordert die Stadt St. Wendel, das Gebiet für den Biotopverbund im Bereich des Missionshauses vollständig zurückzunehmen. In der Stellungnahme vom 29.12.2025 heißt es wörtlich auf Seite 3, das Schutzgebiet solle „für den gesamten Geltungsbereich des Bebauungsplanes“ aufgehoben werden.

Damit würde ein zentrales Instrument des Naturschutzes genau dort entfallen, wo ein Bauprojekt geplant ist. Gleichzeitig wurden an anderer Stelle Flächen zurückgenommen: Im Bereich Drehborn/Plantagenweg wurde ein Reservegebiet gestrichen, am Lanzenberg wurden Entwicklungsflächen reduziert, und für das Neubaugebiet „Sportplatz Alsfassen“ fand sich kein Investor.

Während andere Flächen gestrichen oder mangels Nachfrage nicht entwickelt werden, soll ausgerechnet am Missionshaus der Naturschutz gestrichen werden. Eine professionelle Wohnraumbedarfsanalyse für die Kernstadt wurde abgelehnt, ein belastbarer Nachweis, dass zusätzlicher Wohnraumbedarf besteht, liegt nicht vor.

Der LEP fordert Innen- vor Außenentwicklung sowie flächensparendes und bedarfsgerechtes Bauen. Das Missionshaus liegt jedoch in einem sensiblen Naturraum mit gewachsenem Biotopverbund, einer Quelle im Martinstälchen von außergewöhnlicher Qualität und einem historischen Ensemble.

Wenn Reserveflächen gestrichen, Bedarfsfragen nicht geprüft und gleichzeitig Schutzgebiete aufgehoben werden, entsteht der Eindruck, dass hier das Projekt Vorrang vor dem tatsächlichen Bedarf hat. Für ein Neubaugebiet ohne belegten Bedarf würde unwiederbringliche Natur zerstört werden.

Die Bürgerinnen und Bürger haben ein berechtigtes Interesse zu erfahren, auf welcher Grundlage solche Entscheidungen getroffen werden und wie sie mit den Prinzipien von Transparenz und Bedarfsplanung vereinbar sind. Es geht nicht nur um ein Baugebiet, sondern um die Frage: Geht Planung vom Bedarf aus – oder vom Projekt? Diese Antwort sind Verwaltung und Mehrheitsfraktion den Bürgerinnen und Bürgern schuldig.

Weitere Informationen zum Wohnraumbedarf, Stellungnahmen der Stadt und der LEP-Entwurf unter www.bi-missionshaus.de.