Beim Durchstöbern alter Akten findet man immer wieder kuriose Stücke. So wie in diesem Fall: ein Unterrichtsplan für die 2. Knabenklasse zu Kölleda. Eine Jahreszahl wurde leider nicht notiert, dennoch kann man davon ausgehen, dass der Plan etwa aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert stammt. So oder so ist er ein interessantes Beispiel für die damalige Schulbildung, welche zu der Zeit noch hauptsächlich aus Bibel- und Religionsunterricht bestand. Rechnen und Schreiben kamen da noch wesentlich kürzer.
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Lectionsplan für die 2te Knabenclasse zu Cölleda | ||||||
| Stunde | Montags | Dienstags | Mittwochs | Donnerstags | Freitags | Sonnabends |
| 7 bis 7:30 | Gesang, Gebet und Festigung eines Hauptstücks aus Luthers Katechismus |
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| bis 8:30 | Wiederholung einer Predigt, Religionsunterricht nach Auszug aus dem Dresdner Katechismus von Dinter1 | Religionsgeschichte | Religionsunterricht nach Dinter1 | Biblische Geschichte nach Hübner3 und Lange | Religionsunterricht | Lesen und Erklärung der Sonntagsepisteln und Evangelien |
| bis 9:30 | Kalligraphie | Tafelrechnen nach Schellenberg2 | Orthographische Übungen | Kalligraphie | Hersagung und Erklärung erlernter Liederverse oder Denksprüche | Moralische Erzählung, als Übung ein Lesen und Erzählen, und zur Bildung des sittlichen Gefühls und anständigen Verhaltens |
| bis 10 | Kopfrechnen | Formen- und Größenlehre | Correctur des Dictierten | Sprach- und Verstandesübungen nach Heinsius4 | Kopfrechnen | Deutsche Sprachlehre nach Heinsius4 |
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Nachmittags | ||||||
| nach 12 bis 1 | Singstunde | |||||
| bis 2 | Bibellection Altes Testament | Naturgeschichte, Naturlehre, Technologie |
| Bibellection Neues Testament | Geographie und Geschichte |
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| bis 3 | Tafelrechnen nach Schellenberg2 | Kalligraphie |
| Tafelrechnen | Leseübungen |
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| 1 gemeint ist vmtl. der Theologe und Pädagoge Gustav Friedrich Dinter (1760-1831) | ||||||
| 2 gemeint ist vmtl. der Pädagoge Jacob Ludwig Schellenberg (1728-1808) | ||||||
| 3 gemeint ist vmtl. der Theologe und Pädagoge Johann Hübner (1668-1731) | ||||||
| 4 gemeint ist vmtl. der Grammatiker und Lexikograph Theodor Heinsius (1770-1849) | ||||||