Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
aller Augen sind bereits auf die kommenden Feiertage gerichtet, auf das Fest im Familien- oder Freundeskreis, auf ein paar Tage Entspannung und Besinnlichkeit. Mit dem Weihnachtsfest wird sich die Hektik der Vorweihnachtszeit legen und wir alle haben wieder ein Ohr für die alten und eigentlich ganz aktuellen Botschaften dieses Fests. Am Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen haben wir dann Zeit für uns, wir haben Zeit für die wahren Werte des Lebens. Die Zeit steht quasi still. Keine großen Entscheidungen in Politik oder Wirtschaft werden gefällt, keine großen Events sind irgendwo angesetzt. Wir können in aller Ruhe mit unseren Liebsten feiern.
Auch fragen wir uns in dieser Zeit zwischen den Jahren, was das alte Jahr gebracht hat und was das Neue bringen wird, für uns ganz persönlich und unsere Familie, aber auch für unsere Gemeinde, in der wir leben und tätig sind. Für viele war das letzte Jahr erfolgreich und es konnte vieles geschafft werden. Auch in unserer Gemeinde gab es Erfolge, so konnte der Radweg nach nunmehr über 13-jähriger Planungs- und Genehmigungsarbeit endlich abgeschlossen werden. Trotz der ausgesprochen schlechten Finanzausstattung der Kommunen im Freistaat, konnten gemeinsam mit der Gemeinde Geisleden und der Stadt Dingelstädt insgesamt ca. 2 Millionen Euro investiert werden. Der Anteil für die Gemeinde Heuthen belief sich dabei auf insgesamt (incl. Förderung) ca. 540.000,00. Doch ich denke das Geld ist gut investiert und man sieht bereits jetzt, wie gut der Weg angenommen wird. Persönlich sehe ich den Bau als Erfolg, bei meiner zweiten Einwohnerversammlung im Jahr 2010 habe ich als Bürgermeister 15 Ziele vorgestellt, welche wir gerne gemeinsam umsetzen wollen. Der Radweg war das letzte der auf der damaligen To-do-Liste. Denn neben noch zahlreichen anderen Projekten, konnte auch nun endlich auch diese letzte Aufgabe abgeschlossen werden. Dies zeigt, wie gut unsere Gemeinde funktioniert und vor allem was wir gemeinsam erreichen können.
Weiterhin konnten in diesem Jahr Anschaffungen für die Feuerwehr getätigt werden. So konnte ein Anhänger für den Hochwasserschutz (Wasserwehr) angeschafft werden. Beladen wird dieser mit den neubeschafften 4 leistungsstarken Pumpen, Schläuchen, Hochleistungsschmutzsauger sowie anderen Hilfsmitteln zur Hilfe bei Hochwasser. Wie wichtig dies aktuell ist, hat uns nicht zuletzt die Situation um Weihnachten vergangenen Jahres gezeigt, wo wir kurz vor einem Hochwasser standen und Schlimmeres nur durch den ehrenamtlichen Einsatz unserer Kameraden verhindert werden konnte. Somit sind die investierten 12.000,00 € für den Schutz unserer Häuser sehr gut investiert und wir hoffen, dass wir die Technik im Einsatz dennoch niemals benötigen werden.
Auch für unseren Bauhof konnte ein neuer Anhänger beschafft werden, der den Mitarbeitern mehr Flexibilität erlaubt und ihnen die Arbeit hoffentlich etwas erleichtert.
Für den Pavillon in der Allee wurden die Mittel für die Anpassung der Fläche freigegeben und die Bauarbeiten werden im Frühjahr beginnen.
Neben den großen und den kleineren Baumaßnahmen gab es aber auch noch zahlreiche besondere Events in unserer Gemeinde. Besonders stolz macht mich immer wieder die Arbeit der Vereine in unserer Gemeinde. Diese haben unter anderem beim ersten Weihnachtsmarkt auch gezeigt, wie gut sie gemeinsam arbeiten und wie einig unser Dorf ist! Auch haben es alle geschafft, die Coronazeit vergessen zu machen. Es hat die Beteiligten viel Zeit und Mühe gekostet alles wieder in Gang zu bekommen. Denn diese Jahre haben das Gemeindeleben fast zum Erliegen gebracht und ich bin stolz auf euch und unser Dorf, dass alle Events so stattfinden, als hätte es die Pandemie nie gegeben.
Doch einige von uns haben auch Tragödien erlebt und mussten Schicksalsschläge erdulden. Doch wie reagieren wir?
Wir sollten uns öfter darauf besinnen wie wertvoll jeder Mensch, bestimmte Begegnung und jeder Moment ist, den wir erleben. Leider nehmen wir so vieles für selbstverständlich und Glauben unendlich viel Zeit zu haben. Erst im Angesicht eines Verlusts erkennen wir wieder, dass jeder Moment in Wahrheit ein Geschenk ist. Wie viele Geschenke nehmen wir einfach nicht an und übersehen sie sogar, weil wir uns zu sehr auf Sorgen konzentrieren oder auf angeblich Wichtigeres. Wir brauchen mehr Abstand bei allen Sorgen und Problemen. Fragen Sie sich einfach einmal, was wird in fünf Jahren von diesen Problemen noch übrig sein? Wahrscheinlich nichts, höchstens eine ruinierte Gesundheit, wenn wir Negatives zu wichtig nehmen. Was uns dagegen erhalten bleibt, sind die Momente, die unser Herz berühren. Oft nehmen wir uns zu wenig Zeit für das Miteinander und hetzten durch den Alltag. Wir versuchen oft Minuten zu sparen, während viele Menschen Jahre verpassen. Wenn wir unser Augenmerk nur auf das Sparen von Zeit legen, gelangen wir oft nur schneller ans falsche Ziel. So kommt es in der heutigen Zeit häufig vor, dass alles Unvorhergesehene zu Unterbrechung deklassiert wird. Selbst Menschen, die wir lieben, werden auf diese Art zur Störung. Dieses fällt uns vielfach erst dann auf, wenn es zu spät ist. Daher sollten wir uns besonders in der Weihnachtszeit und an den ruhigen Tagen zwischen den Jahren die Zeit nehmen, uns auf die Richtung, die wir für uns als die Richtige erkannt haben, zu konzentrieren. So gibt uns diese Zeit auch die Chance dankbar zu sein. In diesem Gedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern für ihr ehrenamtliches Engagement bedanken. Denn ohne die zahllosen großen und kleinen Dinge, welche durch unsere Nachbarn, Freunde, Verwandte und Bekannte tagtäglich vollbracht werden, wäre unser Dorf nicht so schön wie es sich täglich zeigt. Sei es die Pflege der Grünflächen vor den Häusern, die Pflege der Bildstöcke, das Aufheben von Müll am Straßenrand und all die zahlreichen kleinen Dinge, die man so selten sieht und die doch von den Einwohnern erledigt werden, damit wir uns hier alle so wohl fühlen. Ein großer Dank euch allen! Auch möchte ich mich ganz besonders bei allen bedanken, die sich bei der Organisation, Vorbereitung und Durchführung der zahlreichen Feste beteiligen, denn auch das gute Miteinander bildet den Kern einer guten Gemeinschaft. Danke! Wir können für so vieles weitere dankbar sein, für die Menschen die an ihre Nachbarn denken, sich mit ihnen unterhalten, für sie einkaufen oder einfach als gute Nachbarn und Helfer da sind. Für die Mitbürger, die unsere Kranken besuchen oder anderen in schwierigen Situationen beistehen. All denen sei an dieser Stelle ein aufrichtiges und anerkennendes Danke gesagt. Wir sollten jeden Tag als eine einmalige Chance sehen und die Menschen schätzen, die um uns herum sind, als das was sie sind, Geschenke und Wunder des Lebens!
„Die Zukunft erkennt man nicht, man schafft sie mit“ (Stanislaw Brzozowski).
Im ablaufenden Jahr 2024 haben wir viel erreicht. Zu Beginn des neuen Jahres 2025 dürfen wir mit gewisser Zuversicht in die Zukunft blicken. Selbstverständlich sieht, wie allgemein bekannt, die Finanzlage sehr düster aus. Bund und Land haben riesige Haushaltslücken, nur im Gegensatz zu den Gemeinden, darf es hier Sondervermögen genannt werden. Daher sind bessere Zuweisungen nicht zu erwarten und schon jetzt erhalten wir nur dieselbe Schlüsselzuweisung, welche es in derselben Höhe 2002 gab. Doch all die Preissteigerungen gelten auch für uns als Gemeinde. Die Kreisumlage ist erneut deutlich gestiegen und auch die Aufgaben vom Land, wie die Unterhaltung von Straßen u.v.m., hat die Gemeinde bekommen. Was für Grundstücksbesitzer erfreulich, stellt die Gemeinde vor weitere Probleme. Denn die Einnahmen durch die Grundsteuer werden aufgrund der Neuberechnung voraussichtlich um fast 20.000,00 € sinken.
Dennoch sollten wir nicht nach Stolpersteinen suchen, sondern die Steine, welche uns in den Weg gelegt werden, nehmen und daraus etwas Vernünftiges bauen. Denn wenn wir nicht über Schwierigkeiten schimpfen, sondern diese von allen Seiten realistisch betrachten, ergeben sich häufig mehr Chancen als Probleme. So werden wir auch im kommenden Jahr wieder in unsere Gemeinde investieren. Wir werden die Steingasse grundhaft ausbauen. Die Ausschreibung soll bis Mai kommenden Jahres abgeschlossen sein und es ist beabsichtigt mit den Bauarbeiten noch im Juli zu beginnen. Leider kann das kleine noch auszubauende Teilstück der Flinsberger Straße nicht zeitgleich mit fertiggestellt werden. Hintergrund ist, dass das Land als Straßenbaulastträger dies in den Haushalt nicht aufnehmen konnte. Positiv ist allerdings auch hier zu sehen, dass dies für das Haushaltsjahr 2028 zugesichert wurde, denn nach Zusage des Straßenbauamtes soll in 2028 die Flinsberger Straße in Gänze saniert werden. Somit ist beabsichtigt die Ortsverbindungsstraße so herzurichten, dass man diese endlich wieder ohne Bandscheibenvorfall befahren kann.
Dieses zeigt, dass unsere Gemeinde Zukunft hat! Auch weitere kleinere Maßnahmen sollen umgesetzt und realisiert werden, denn wir sind ein Dorf, dass sich voller Stolz auf eine sehr alte Geschichte stützen darf. Doch wir sind noch viel mehr eine Gemeinde, die eine vielversprechende Zukunft hat!
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen / Euch vor allem Gesundheit, Glück und ganz viel Erfolg!
Das alte Jahr vergangen ist,
Das neue Jahr beginnt.
Wir danken Gott zu dieser Frist,
Wohl uns, dass wir noch sind!
Wir sehn aufs alte Jahr zurück
Und haben neuen Mut:
Ein neues Jahr, ein neues Glück!
Die Zeit ist immer gut.
Und weil die Zeit nur vorwärts will,
so schreiten vorwärts wir;
Die Zeit gebeut, nie stehn wir still,
Wir schreiten fort mit ihr.
Ein neues Jahr, ein neues Glück!
Wir ziehen froh hinein,
Denn vorwärts! vorwärts! nie zurück!
Soll unsre Losung sein.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine wunderschöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch in das neue Jahr und ganz viele magische Momente für das Jahr 2025.
Michael Gaßmann