Sonnenschein lag über dem Ort Wingerode und die brütende Hitze der vergangenen Tage war gewichen, als sich die Prozession von der Kirche Sankt Johannes der Täufer zur Ignatiuskapelle am Ortsrand bewegte. Dort begrüßte Pfarrer i.R. Dr. Gerhard Marx die Wallfahrer aus Wingerode (insbesondere die Vereine des Ortes), Beuren und den umliegenden Ortschaften.
Als Hauptzelebrant und Festprediger war Jesuitenpater Fabian Reschke aus Berlin gekommen, auch Jesuitenpater Wolfgang Felber aus Göttingen hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Wallfahrt wieder zugegen zu sein. Konzelebranten waren außerdem die Ortsgeistlichen im Ruhestand Dr. Gerhard Marx, Prof. Hermann Josef Röhrig und Klaus Röhrig sowie Pfarrer i.R. Josef Birkefeld, ehemals Pfarrer in Birkungen.
Unter dem Eindruck des tödlichen Geschehens im Zusammenhang mit dem Christopher- Street-Day in Berlin stehend, ging Pater Reschke auf die vielfältigen Konflikte in der Welt ein, die das Zusammenleben der Menschen so stark beeinträchtigen. Auch Ignatius von Loyola, der einen Umbruch in seinem Leben von einem Lebe- und Kriegsmann zum Ordensmann mit der Losung „Alles zur größeren Ehre Gottes“ durchmachte, kannte Konflikte, die ihn stark umtrieben. Mit Gottes Hilfe löste er diese jedoch auf friedlichem Wege. Pater Reschke mahnte an, die Verschiedenartigkeit der Menschen anzuerkennen und Toleranz zu üben.
Zur Ignatiuswallfahrt gehört auch immer die Weihe des Ignatiuswassers am Nachmittag. Dieses holen sich die Gläubigen zum persönlichen Gebrauch in die Häuser.
| Text: | Werner Stitz |
| Bilder: | Peter Berthold |