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Der Leinetalbote
Ausgabe 8/2026
Örtliche Mitteilungen
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Aus alten Tageszeitungen VI.-VIII.

von Dr. Alfons Grunenberg

VI. Opfer der Kriege

Totenglocke. Im Alter von 84 Jahren verstarb die Witwe Margarete Löffelholz geb. Kruse. Als obereichsfeldische Kleinbäuerin hat sie ein arbeitsreiches Leben geführt. Dabei zog sie acht Kinder auf. Von ihren fünf Söhnen, die im [1.] Weltkriege an der Front kämpften fiel der älteste. Zwei kehrten schwerverwundet zurück.

Südhannoversche Zeitung, Eichsfelder Post Nr. 164 vom 16. Juli 1940

Eichsfelder im Dienste Frankreichs. Es ist kein vollzähliges Verzeichnis über die Teilnahme von Eichsfeldern am Zuge der Franzosen nach Rußland im Jahre 1812 vorhanden. Jedenfalls ist aus dem Königreich Westfalen, zu dem das Eichsfeld nach der unglücklichen Schlacht von Jena und Auerstädt bis zu den Freiheitskriegen gehörte, an Rekruten herausgeholt worden, was nur zu erhalten war. Von unserem Dorfe zogen 18 Mann mit nach Rußland … Leider wissen wir nicht genau, wie viele nicht wieder heimgekehrt sind. Es sollen nicht viele zurückgekommen sein. Von zehn Soldaten aus Uder z. B. kam keiner wieder. Der verstorbene Seminarleiter Rogge, der Material zu dieser Frage gesammelt hat, schätzte die Zahl der Opfer des Eichsfeldes auf etwa 2000.

Südhannoversche Zeitung, Eichsfelder Post Nr. 200 vom 27. August 1940

Der älteste Einwohner unseres Ortes, der Maurer Wilhelm Werner [* 1851 Teistungen † 1946], konnte seinen 90. Geburtstag feiern, wozu er von zwei Söhnen und zwei Töchtern beglückwünscht wurde. Zwei seiner Söhne fielen im Weltkriege. Mit seinen Kindern konnten ihm auch 18 Enkel und 3 Urenkel gratulieren.

Südhannoversche Zeitung, Eichsfelder Post Nr. 30 vom 5. Februar 1941

VII. Aus der Gemeinde, von Vereinen, der Schule und dem Kindergarten

Stiftungsfest des Radfahrvereins. Der hiesige Radfahrverein Wanderlust feiert am Sonntag und Montag sein Stiftungsfest, wozu recht viele auswärtige Gäste erwartet werden.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 30 vom 30. Juli 1925

Verschiedenes. Der Keuchhusten herrscht hier unte[r] den Kindern so stark, daß, um weitere Ansteckungen zu vermeiden, die Schule geschlossen werden mußte.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 42 vom 11. August 1925

Wie im benachbarten Geisleden, so fand[en] auch in unserem Orte am Mittwoch die Verhandlungen wegen Einbeziehung unserer Ortslage in das Separationsverfahren statt. Das Ergebnis ist noch nicht heraus, doch scheint es wesentlich ungünstiger als im Nachbarorte zu sein, da fast alle Frauen dagegen stimmten. Anscheinend haben die Gegner in unzutreffenden Vorstellungen über die Höhe der entstehenden Kosten gehandelt, ohne daran zu denken, wie sehr sie gegen ihr eigenes Interesse gehandelt haben. Bei uns im Ort sind die Grenzverhältnisse besonders unklar und eine Karte der Dorflage fehlt vollständig. Ein einziger Grenzstreit-Prozeß verursacht mehr Kosten, als wenn die Ortslage im Separationsverfahren vermessen würde. Es wäre mehr wie bedauerlich, wenn uns die Gelegenheit zur Schaffung von etwas Gemeinnützigen für unsere Gemeinde verloren ginge, noch dazu wir durch unsere Staatssteuern dazu beitragen, daß andere Gemeinden staatlichen Zuschuß bekommen, den wir uns selbst verscherzten.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 82 vom 20. September 1925

Separation der Dorflage. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, auch die Dorflage in das Separationsverfahren mit einzubeziehen.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 119 vom 27. Oktober 1925

Nachahmenswerter Beschluß. Am 1. Weihnachtsfeiertage beschloss der Kriegerverein Heuthen in einer anberaumten Versammlung, wegen der jetzigen schweren Zeit auf Tanzlustbarkeiten zu verzichten. Der Feuerwehrverein schloß sich obigem Verzicht an. Dies ist das erste Mal seit langen Jahren, daß sich die Vereine infolge der allgemeinen Geldknappheit und Mißernten, die auch ihren Teil dazu beitragen, veranlaßt sahen, auf jedes Vergnügen zu verzichten.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 3 vom 5. Januar 1926

Der Lohkopf hat es in sich. Wiederholt ist es in diesem Winter vorgekommen, daß Kraftwagen, die von Geisleden herüberkamen, am Lohkopf in Schneewehen hängen geblieben sind. Öfter mußten auch mehrere Wagen zu gleicher Zeit freigeschippt werden. Aber das ist alles nichts gegen die Schwierigkeiten, die es vor dem Straßenbau gab, als die Fuhrwerke, besonders die Müllerwagen, noch über den Heidelberg fahren mußten.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 26 vom 31. Januar 1927

Wegebau. Der Bau der Straße nach Kreuzeber geht schnell vorwärts. Wir hoffen, daß die Verbindung mit Kreuzeber bis zum nächsten Frühjahr hergestellt ist, so daß das Postauto auch unser Dorf wieder erreichen kann.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 95 vom 26. April 1927

Sommerfest im Kindergarten. Auf dem Friedensberg führte der hiesige NSV-Kindergarten sein Sommerfest durch. Im Kreise der Eltern und Geschwister stellt[en] die Kleinen ihr Können unter Beweis und erhielten als Lohn für ihre Darbietungen in Form von Süßigkeiten und kleinen Spielsachen.

Südhannoversche Zeitung, Eichsfelder Post Nr. 199 vom 28. August 1940

Aus der Gemeindeverwaltung. Der Einwohner Franz Löffelholz wurde zum ersten Beigeordneten der Gemeinde berufen.

Südhannoversche Zeitung Nr. 243 vom 16. Oktober 1941

VIII. Jagd und Wald

Bei der hier stattgefundenen Treibjagd wurden von den Schützen 39 Hasen und 2 Rehe erlegt.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 129 vom 6. November 1925

Verschiedenes. Für die Arbeiter bieten sich trübe Aussichten, da die Arbeit auf den Zuckerfabriken zu Ende geht und Ersparnisse kaum gemacht werden konnten. - Bei der Treibjagd am Donnerstag wurden 40 Hasen und 3 Füchse zur Strecke gebracht.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 147 vom 24. November 1925

Jagdverpachtung. Unter starker Beteiligung aus Dingelstädt, Heiligenstadt, Wachstedt und Leinefelde fand gestern in der Gemeindeschenke die Verpachtung der hiesigen Jagd statt. Mindestangebot 500 Mark. Höchstbietende blieben die Herren Gunkel (Senffabrik) Leinefelde mit 880 Mark, Leister- Wachstedt 870 Mark und Metze-Dingelstädt mit 900 Mark. Der Zuschlag wird im Laufe der nächsten Woche an einen der drei Letztbietenden erteilt.

Eichsfelder Morgenpost Nr. 76 vom 31. März 1926