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Frankenblick Bote
Ausgabe 4/2026
Nachrichten aus dem Rathaus
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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ich bin von mehreren „Seiten“ gebeten worden, doch unter den Nachrichten aus dem Rathaus über das eine oder andere zu berichten bzw. auf etwas aufmerksam zu machen. Und auch wenn meine regelmäßigen „Berichte“ grundsätzlich meinen Gedanken entspringen, so möchte ich in der heutigen Ausgabe des Amtsblattes sozusagen eine Ausnahme machen und zweier Bitten nachkommen.

Die Thematik „Ordnung und Sicherheit“ ist ja regelmäßig im Amtsblatt vertreten. Wenngleich nur mit mäßigem Erfolg bereits mehrmals darum gebeten worden ist, doch das illegale Entsorgen von allerlei im eigenen Haushalt oder im eigenen Garten nicht mehr benötigter Gegenstände auf öffentlichen Flächen innerorts oder in Flur und Wald zu unterlassen, so möchte ich doch wiederholend auf die unschönen Hinterlassenschaften aufmerksam machen. Und dass nicht nur die Gemeindeverwaltung, der Bauhof, das Umweltamt die Nase voll haben, davon, Sorge tragen zu müssen, dass Bauschutt, Autoreifen, Grünschnitt, Rest- und Grobmüll etc. von öffentlichen Plätzen, Rangen, ja sogar vom Gedenkort Korberoth beräumt werden müssen, zeigen die Hinweise und das kommunizierte Unverständnis von Bürgerinnen und Bürgern.

So richtete sich eine eingangs erwähnte Bitte darauf, doch an dieser Stelle nochmal an die Vernunft zu appellieren. Und ich muss den Bittenden angesichts der bereits im jungen Jahre 2026 gemachten „Funde“ recht geben. Es kann doch nicht sein, dass man sich seines Abfalles auf dem vermeintlich einfachsten Weg, aber auf Kosten Aller entledigt. Unabhängig von Kosten und Aufwand stellen illegal entsorgte Abfälle, Gegenstände nicht selten Gefahren oder Gefährdungen für Umwelt und Tiere dar. Und sind wir ehrlich, es sind wahrscheinlich häufig Mitmenschen, die es gerne in Haus und Hof ordentlich haben, denen es aber egal ist, wo und auf wessen „Kosten“ der „Abfall“ aus dem eigenen Sichtkreis verschwindet. Hier also noch einmal eine „Warnung“, dass jede Ordnungswidrigkeit dieser Art entsprechend geahndet werden wird. Es können jedoch Verstöße nur mit einem bekannten Verursacher geahndet werden.

Und so möchte ich bitten, bei eventuell gemachten Beobachtungen Hinweise an das Ordnungsamt zu geben. Aus aktuellem Anlass, sprich zu Beginn der „Mähsaison“ sei hier und in der Reihe möglicher Ordnungswidrigkeiten auch noch die Ablagerung von Grünschnitt angesprochen. Dieser gehört auf einen Komposthaufen oder kann in die Grüngut-Annahmestellen gebracht werden. Auf keinen Fall darf er in einem Gewässer landen (Das Ablagern in unmittelbarer Nähe von Gewässerufern ist übrigens auch verboten.), darf er einfach im Außenbereich „abgekippt“ werden, möchten wir ihn in Säcke gestopft, an den Glascontainer-Stellplätzen aufsammeln…

Mit einer „Berichterstattung“ über ein aktuelles Thema in der Gemeinde bin ich durch einige Gemeinderäte beauftragt worden. Die geplante „Ansiedelung einer Nahversorgungseinrichtung“ ist zum Erstaunen der Gemeinderäte und auch meiner Person zu einem Thema ungeahnter Dimension erwachsen. Ich habe bereits in meiner Antwort auf eine während der letzten Gemeinderatssitzung übergebenen Bürgeranfrage (besser Aufforderung) erläutert, dass die bereits seit Jahren laufenden Bestrebungen, eine bessere, flächendeckendere Nahversorgung in unserer Gemeinde zu gewährleisten, nicht mit der Absicht verfolgt worden ist, Bürgerinnen und Bürger zu verärgern. Wir sind mit anfragenden Investoren bzw. Marktbetreibern aufgrund der (noch) bestehenden Einkaufsmöglichkeit im Ortsteil Mengersgereuth-Hämmern immer mit der Maßgabe und mit entsprechenden Forderungen in Gespräche gegangen, einen oder mehrere kleine Standorte im westlicheren Teil unserer Gemeinde zu etablieren. Die schlechte Versorgungssituation im zweitgrößten Ortssteil Rauenstein ist uns bekannt und die dementsprechenden Erwartungen begründet. Klare Aussagen von Marktbetreibern, Ansiedlungen nur an einer Bundesstraße ins Auge zu fassen, können jedoch leider nicht ignoriert werden.

Dementsprechend werden bereits seit Jahren Anstrengungen unternommen, um im genannten Ortsteil einen sogenannten „Dorfladen“ zu errichten. Die Idee, die Herr Martin Truckenbrodt, ein Bürger aus Seltendorf, aktuell medial wie die Sau durchs Dorf treibt, „in drei Ortsteilen Dorfläden zu betreiben“, ist also nicht ganz neu. „Einzig“ besteht das Problem, dass es entsprechender Betreiber für solche Läden bedarf. Aus jahrelanger Erfahrung im Bestreben um eine Etablierung sage ich klar und deutlich, dass es nicht um einen Schnellschuss in Form eines geförderten Ladenbaus geht, sondern darum gehen muss, einen dauerhaften, wirtschaftlichen Betrieb der Versorgungseinrichtung anzustreben. Soll heißen, dass es auch in einem kleinen Dorfladen um Gewinnerzielung gehen wird und muss. Es braucht also nicht nur eine Örtlichkeit, die möglicherweise wirklich „unkompliziert hingestellt“ werden könnte, sondern einmal um Betreiber, die das Unternehmen verantworten und vor allen Dingen auch um eine Kundschaft, die dauerhaft und regelmäßig bereit ist, die nicht immer konkurrenzfähigen Preise zu zahlen und somit den Erhalt gewährleisten.

Doch zurück zur aktuellen Planung, die in Abstimmung zwischen Gemeinderat (wobei zu sagen ist, dass ein Gemeinderat sich an keine Abstimmung erinnern kann) und potentiellen Investoren im Ortsteil Seltendorf vorangetrieben werden soll. Der Standort ist seitens der Räte aufgrund der westlichen und auch zentralen Lage und damit guten Erreichbarkeit für unsere Bürgerinnen und Bürger ausgewählt worden und mitnichten, wie von einigen Seltendorfer Bürgern behauptet, um ihren schönen Ort zu verschandeln. Das zu beplanende Gelände ist laut Flächennutzungsplan für eine sogenannte gemischte (Wohnbebauung und Gewerbe) Nutzung vorgesehen. Auch wenn es sich derzeit baurechtlich noch im Außenbereich befindet, so handelt es sich um eine innerörtliche Bebauungslücke. Solche sollten laut dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept der Gemeinde Frankenblick bevorzugt geschlossen werden, bevor eine Bebauung im „tatsächlichen Außenbereich“ geplant wird.

Bei allem Verständnis der protestierenden „betroffenen Anwohner“, wie sie sich selbst nennen, ihren Bedenken hinsichtlich Umweltauswirkungen eines Marktes, sollte doch mit ein bisschen weniger Emotionalität und Unsachlichkeit kommuniziert werden. Wie gesagt, es herrscht Verständnis für private Interessen und persönliche Belange, die begründet sein können und im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren geprüft und beurteilt werden. Doch die gewählten Vertreter der Gemeinde Frankenblick haben Entscheidungen im Interesse der Allgemeinheit und dem Gemeinwohl zu treffen und sind sich mehrheitlich bei den aktuellen Planungen keiner „Schuld bewusst“. Der präferierte Standort hätte lediglich noch ein wenig mehr Richtung Rauenstein gelegen sein können, doch war dieser eben auch im Rahmen einer Standortprüfung hinsichtlich einer Wirtschaftlichkeit und bereits in der Umgebung vorhandener Märkte betrachtet worden.

Die Vorwürfe, „hinter verschlossenen Türen“ und ohne Bürgerbeteiligung die Planungen begonnen zu haben, müssen wir uns gefallen lassen. Jedoch ist es zum Einen üblich, erst einmal eine Machbarkeit und Realisierbarkeit zu prüfen, bevor weitere Schritte gegangen werden. Zum anderen ist eine öffentliche Beteiligung sowieso an entsprechender Stelle im Verfahren (z.B. bei Baugenehmigungen eben Nachbarschaftsbeteiligung, ggf. Beteiligung öffentlicher Belange etc.) üblich, gesetzlich vorgeschrieben und auch in Frankenblick geübte Praxis. Im Übrigen hat wohl kaum ein Gemeindevertreter mit Widerstand gegen ein Projekt gerechnet, dass der Verbesserung der Nahversorgung dienen soll und kann. Wir befinden uns derzeit, wie gesagt, in weiterführenden Planungen gegen die nunmehr durch den Bürger Martin Truckenbrodt Widerstand angekündigt worden ist. Sollte Interesse an weiteren Informationen oder zum jeweils aktuellen Sachstand bestehen, können Sie gerne auf mich zukommen. Ich bin gerne in Präsenz für Sie da, um mich den Ausführungen und Behauptungen, die über die sogenannten sozialen Netzwerke in die Welt posaunt werden, zu stellen und ziehe das direkte Gespräch einer medialen Schlammschlacht vor.

Mit besten Grüßen aus dem Rathaus verbleibe ich

Ute Müller-Gothe

Bürgermeisterin