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Gemeindenachrichten Amtsblatt der Gemeinde Nesse-Apfelstädt
Ausgabe 3/2026
Regionalnachrichten für alle Einwohner im Gebiet der Gemeinde Nesse-Apfelstädt
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Aktuelle Informationen aus der Gemeinde

Rückblick auf das Haushaltsjahr 2025

Nach der sehr angespannten Einnahmesituation im Jahr 2024 infolge der wesentlich geringeren Gewerbesteuereinnahmen, waren diese Einnahmen mit rund 3,9 Mio. Euro im abgelaufenen Jahr überdurchschnittlich gut. Zum Vergleich: In 2024 waren es nur 2,4 Mio. Euro. Zum Glück ist das so, ansonsten wäre ein Haushaltsausgleich schwer möglich gewesen. Tendenziell wird dies auch so bleiben, da die Einnahmen insgesamt stark stagnieren und insbesondere die Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten stark steigen und Einsparpotentiale eher gering sind.

Der Verwaltungshaushalt schloss ausgeglichen mit ca. 11,8 Mio. Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 1,7 Mio. Euro. Aufgrund der sehr guten Gewerbesteuereinnahmen war eine Zuführung in Höhe von 732 T€ zum Vermögenshaushalt möglich. Dadurch wurde ein Überschuss ausgewiesen und nach dem Ausgleich der Ausgaben des Vermögenshaushaltes war eine geringe Zuführung von 104 T€ an die allgemeine Rücklage möglich. Der Rücklagenbestand betrug zum 01.01.2026 rund 245 T€ und liegt knapp über der gesetzlich geforderten Mindestrücklage.

Es bleibt festzustellen, dass keine großen finanziellen Reserven zur Finanzierung der anstehenden Investitionen bestehen. Die in den letzten Jahren getätigten und vorbereiteten großen Investitionsmaßnahmen haben die angesammelten Mittel ziemlich aufgebraucht und vorerst steht die Abfinanzierung der laufenden oder begonnenen Maßnahmen im Vordergrund. Hierzu zählen zum Beispiel die Endabrechnung der Baumaßnahmen in den Ortsdurchfahrten Neudietendorf und Kleinrettbach, die energetische Sanierung des Kindergartens Sonnenschein Apfelstädt sowie die Erneuerung der Bushaltestelle und Wendeschleife an der Grund- und Regelschule Neudietendorf.

Mit Blick auf die Grundsteuerreform und die komplette Neufestsetzung der Messbträge sowie darauf aufbauend der Grundsteuerhebesätze ist für unsere Gemeinde festzustellen, dass bei der Erhebung der Grundsteuer A und B die angepeilte Aufkommensneutralität des Steueraufkommens in der Gemeindekasse fast erreicht wurde, lediglich geringe Mindereinnahmen von je 1.600 € sind mit den neuen Hebesätzen zu verzeichnen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die genauen Zahlen.

Der Gemeinderat hatte hier gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung im ersten Halbjahr 2025 intensiv beraten und durch mehrmalige Überarbeitung sowie Aktualisierung der Hochrechnungen anhand der noch nicht vollständig vom Finanzamt vorliegenden Grundlagenbescheide zielgenau die neuen Hebesätze festgelegt und gemeinsam das erklärte Ziel der Aufkommensneutralität erreicht. Natürlich hat sich bei vielen Steuerpflichtigen durch die Neubewertung der Zahlbetrag erheblich verändert, dennoch bitte ich um Verständnis, dass es hier leider keine gute Lösung für alle geben kann. Die Gemeinde hat in Summe nicht mehr Grundsteuern eingenommen als in den Jahren zuvor auch, obwohl gleichzeitig die Ausgaben in vielen Bereichen erheblich angestiegen sind. Der Thüringer Landtag hat nun nochmals eine Reform der Grundsteuer beschlossen, welche ab dem Jahr 2027 wirksam wird. Mit dem Gesetz wird die Steuermesszahl für alle Wohngrundstücke von 0,31 Promille auf 0,23 Promille reduziert und die Steuermesszahl für Nichtwohngrundstücke von 0,34 Promille auf 0,59 Promille erhöht. Das bedeutet für alle Bürgerinnen und Bürger, dass grundsteuerlich ab 1.1.2027 das Wohnen für Eigentümer und Mieter direkt und dauerhaft entlastet wird. Wichtig ist, dass die Grundstückseigentümer im Zuge der erneuten Reform nicht aktiv werden müssen. Die neuen, zum 1. Januar 2027 geltenden Messbeträge werden die Thüringer Finanzämter von Amtswegen festsetzen. Die Gemeinde muss danach voraussichtlich im 2. Halbjahr 2026 entsprechend den geänderten Grundsteuermessbeträgen ihre lokalen Hebesätze überprüfen und gegebenenfalls neu festsetzen. Anschließend sind alle Grundsteuerbescheide neu zu erlassen.

Beginn der abwassertechnischen Erschließung der Ortschaft Gamstädt

Die Ableitung und Reinigung des Abwassers in Gamstädt ist bisher nur über private Klärgruben, einige zentrale Interimsanlagen sowie größtenteils über alte Abwasserleitungen zum Vorfluter Richtung Nesse sichergestellt. Zwar wurden auch schon in einigen Straßen neue Abwasserleitungen gelegt, dennoch fehlte ein funktionierendes Gesamtkonzept. Unser zuständiger Abwasserzweckverband hat daher eine Gesamtentwässerungsplanung für eine stufenweise Erschließung der Ortslage erstellt und die Planungen für die Kläranlage sowie eines vorgelagerten Stauraumkanals vorangetrieben, die nötigen behördlichen Genehmigungen eingeholt und nach mehreren Jahren der Fördermittelbeantragung Ende letzten Jahres nun die nötigen Fördermittel für den Bau der ersten Einrichtungen erhalten. Die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Gotha und Landkreisgemeinden hat am 05.03.2026 die Vergabe der Bauleistungen für den Stauraumkanal mit einem Auftragswert von rund 675.000 Euro vergeben, so dass die Bauarbeiten nun im Frühjahr starten. Der Bau der Kläranlage soll im Herbst dieses Jahres ausgeschrieben und vergeben werden. Somit geht es nun endlich auch in Gamstädt mit der abwassertechnischen Erschließung Stück für Stück voran.

Ihr Christian Jacob

Bürgermeister