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Vogtei-Echo - Amtsblatt der Gemeinde "Vogtei"
Ausgabe 2/2026
Kammerforst
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Nichtamtlicher Teil

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

auch wenn das Jahr bereits fortgeschritten ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr zu wünschen. Gemeinsam stehen wir vor wichtigen Aufgaben für unsere Gemeinde, die wir mit Verantwortung, Augenmaß und im konstruktiven Dialog angehen wollen.

Bevor ich einen kleinen Ausblick gebe möchte ich kurz auf das letzte Jahr zurückblicken.

Das Jahr 2025 war noch maßgeblich von unserer Straßenbaumaßnahme geprägt. Diese stellte viele Bürgerinnen und Bürger, insbesondere jedoch die direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner, vor erhebliche Belastungen - sei es durch Verkehrseinschränkungen oder durch die unvermeidliche Staubentwicklung.

Auch den Gemeinderat sowie mich persönlich als Bürgermeister forderte das Projekt in besonderem Maße. Neben der baulichen Umsetzung stand vor allem die Frage der Finanzierung im Mittelpunkt eines intensiven und konstruktiven Austauschs.

Ich bin jedoch überzeugt, dass das erzielte Ergebnis für die entstandenen Belastungen entschädigt. Neben der grundhaften Erneuerung von fünf Straßen einschließlich der Gehwege konnten weitere 170 Einwohnerinnen und Einwohner an das Kanalnetz angeschlossen werden. Damit leisten wir einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur Reinhaltung unserer Gewässer und zum Schutz unserer Umwelt.

Des Weiteren wurde in der Sandstraße durch die TEN eine Trafostation errichtet, die einen Großteil des innerörtlichen Stromnetzes stabilisiert und es zugleich für zukünftige Herausforderungen leistungsfähig und zukunftssicher macht. Im Rahmen dieser Arbeiten hat die Gemeinde den Fußweg bis zur Einmündung Gartenstraße neu gepflastert.

Das kommende Jahr steht zwar im Zeichen der Konsolidierung unseres Gemeindehaushalts, dennoch möchten wir ausgewählte Projekte weiterverfolgen und umsetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Sanierung der Fassade unseres altehrwürdigen Dorfgemeinschaftshauses. Der Zahn der Zeit hat hier deutlich seine Spuren hinterlassen, sodass wir dem fortschreitenden Verfall gezielt entgegenwirken wollen.

Die voraussichtliche Investitionssumme beläuft sich auf rund 100.000 Euro. Für dieses Vorhaben wurde uns eine Förderung über das LEADER-Programm in Aussicht gestellt, ohne deren Unterstützung eine Umsetzung des Projekts nicht möglich wäre.

In absehbarer Zukunft soll zudem der zweite Bauabschnitt auf unserem Friedhof beginnen. Dabei ist vorgesehen, die Borde zu erneuern sowie die Oberflächen der Wege neu zu gestalten, um die Anlage dauerhaft zu erhalten und würdevoll weiterzuentwickeln.

Im Jahr 2026 soll zudem der geplante Breitbandausbau endlich starten. Zwar liegen derzeit noch keine verbindlichen Termine vor, die Netkom hat jedoch die Kundenakquise für das Frühjahr in Aussicht gestellt. Der Glasfaserausbau ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Kammerforst und war bis zu diesem Punkt mit erheblichen Abstimmungs- und Planungsaufwänden verbunden.

Wie viele von Ihnen sicherlich bereits wahrgenommen haben, ist unser 24-Stunden-Dorfladen derzeit geschlossen und leergeräumt. Die bisherige Betreiberin hat den Betreibervertrag gekündigt, da der erzielte Erlös nach ihrer Einschätzung in keinem angemessenen Verhältnis zum betriebenen Aufwand stand.

Aktuell stehen wir in Gesprächen mit einem potenziellen neuen Betreiber, der Interesse an der Weiterführung des Dorfladens bekundet hat. Dieser verfügt über einschlägige Erfahrungen in diesem Bereich und kennt die besonderen Anforderungen sowie die Zusammenstellung eines tragfähigen Grundsortiments für solche Nahversorgungsangebote.

Sobald es hierzu konkrete Neuigkeiten gibt, werde ich Sie selbstverständlich zeitnah informieren.

Zum Thema Jagdgenossenschaft möchte ich als Notvorstand kurz darauf hinweisen, dass in der nächsten Versammlung am 31. Januar eine wichtige Entscheidung über die zukünftige Ausübung der Jagd getroffen werden soll. Für alle Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer handelt es sich hierbei um eine bedeutende Entscheidung, über die jeder sein Stimmrecht ausüben sollte. Ich bitte Sie daher, zahlreich zu erscheinen und aktiv an der Abstimmung teilzunehmen.

Zum Schluss möchte ich noch ein aktuelles und brisantes Thema ansprechen: die neuen Wasserpreise. Viele von Ihnen haben sicher bereits aus den Medien erfahren, dass der Wasserpreis des TWZV „Hainich“ seit dem 1. Januar 2026 deutlich gestiegen ist. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und würden den Rahmen dieses kurzen Neujahrsgrußes sprengen, dennoch möchte ich sie kurz skizzieren.

In den vergangenen rund 20 Jahren wurden nicht in ausreichendem Maße Investitionen in das Leitungsnetz getätigt. So wurden die Preise über Jahrzehnte, politisch gewollt niedrig gehalten. In der Folge ist die Infrastruktur heute stark verschlissen, und die Zahl der Reparaturen bei Havarien nimmt kontinuierlich zu. Dringend notwendige Investitionen, insbesondere an Fernleitungen und Hochbehältern, sind derzeit kaum noch umsetzbar.

Hinzu kommt, dass Darlehen, mit denen solche Investitionen finanziert werden könnten, in der aktuellen Situation von der Kommunalaufsicht als zuständiger Aufsichtsbehörde nicht genehmigt werden.

Um den Erfolgsplan für das Jahr 2025 auszugleichen und die Handlungsfähigkeit des Zweckverbandes zu sichern, haben die Mitgliedsgemeinden eine Fehlbedarfsumlage in Höhe von 650.000 Euro an den TWZV „Hainich“ geleistet.

Aufgrund der angespannten finanziellen und personellen Situation des TWZV „Hainich“ hat der TAZV „Notter“ kurzfristig Unterstützung bei der kaufmännischen Abwicklung angeboten. Im Zuge der gemeinsamen Aufarbeitung der Zahlen sowie der Aufstellung eines Nothaushalts für das Jahr 2025 wurden nicht nur erhebliche Fehlbeträge deutlich. Es zeigte sich darüber hinaus, dass ein eigenständiger Fortbestand des TWZV „Hainich“ kaum noch realisierbar ist.

Vor diesem Hintergrund haben die Verbandsräte beider Zweckverbände einen Absichtsbeschluss zur Fusion gefasst. Die Entscheidung auf Seiten des TAZV „Notter“ war dabei nicht unumstritten und wurde unter anderem mit dem Gedanken der Solidarität begründet: In einer Solidargemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander und unterstützen auch die Einwohnerinnen und Einwohner im Verbandsgebiet „Hainich“.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der TWZV „Hainich“ seinerseits deutlich macht, dass er die bestehenden Herausforderungen aktiv angeht und bereits vor einer möglichen Fusion mit dringend notwendigen Investitionen beginnt. Um die hierfür erforderlichen Darlehen zu erhalten und zugleich die laufenden Kosten decken zu können, war dieser Schritt bei der Preisgestaltung leider unumgänglich.

Mir ist bewusst, dass dieser Preisschritt für viele hart ist, und ich habe Verständnis für die damit verbundene Empörung. Dennoch hoffe ich, Ihnen die Hintergründe nachvollziehbar erläutert und um ein gewisses Maß an Verständnis geworben zu haben.

Lassen Sie uns mit Zuversicht und Zusammenhalt in das neue Jahr gehen. Wenn wir einander mit Respekt, Offenheit und Hilfsbereitschaft begegnen, können wir die vor uns liegenden Aufgaben gemeinsam meistern und unsere Gemeinde weiter positiv gestalten.

Bleiben Sie unserem Kammerforst weiterhin gewogen.

Ihr/Euer Bürgermeister

Christian Konkel