Titel Logo
Vogtei-Echo - Amtsblatt der Gemeinde "Vogtei"
Ausgabe 7/2026
Ortschaft Langula
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Die „Mareile-Bank" im Langulaer Tal

Am 18. März 1995 wurde die „Mareile"-Dreierbank feierlich vom Hainich-Rennstieg-Verein eingeweiht und übergeben. Jährlich finden vom Hainich-Rennstieg-Verein Wanderungen zu dieser Bankgruppe statt. Am 18. März diesen Jahres trafen sich erneut 36 Wanderer zur Wanderung in Richtung „Mareile"-Bank.

Die Jahre vergehen und so gibt es nur noch wenige, die sich an „Mareile", mit bürgerlichem Namen Jutta Müller, erinnern.

Ich möchte mit diesem Beitrag nochmal auf ihr Leben und ihre Verdienste zurückblicken.

Wer war „Mareile"?

„Mareile", also Jutta Müller, wurde am 18. Februar 1905 als ältestes von fünf Kindern in Oppershausen geboren. Die Eltern bewohnten damals das dortige Schloss. Im Jahr 1911 zog die Familie nach Erfurt, wo sie die Schule absolvierte und eine Hauswirtschaftslehre begann. Im Sommer fuhr Jutta Müller oft zu ihren Großeltern nach Langula in die „Schumann-Villa". Die Vogtei und der Hainich prägten ihren weiteren Lebensweg. Als 30-Jährige, im Jahr 1935, wurde sie Mitglied des Rennsteig-Vereins. Im gleichen Jahr nahm sie an der 168,3 km langen Ski-Runst von Hörschel nach Blankenstein teil. Kurze Zeit später erhielt Jutta Müller den Wandernamen „Mareile". 1936 zog Müller nach Langula in die „Villa" und blieb weiterhin aktiv der Wanderbewegung treu. Sie gehörte zur ersten Wandergruppe, welche die 281 km lange Strecke vom Inselsberg zum Rhein in nur zehn Tagen erwanderte. Ein Jahr später organisierte sie eine Hainich-Rennstieg-Wanderung von Eigenrieden nach Behringen. Im Jahr 1938 heiratete sie den Landwirt Kurt Kleinschmidt in Langula. Auch nach dem Umzug nach Mühlhausen blieb das Wandern ein fester Bestandteil ihres Familienlebens. In den nachfolgenden Jahren musste „Mareile" allerdings schwere Schicksalsschläge verkraften, da beide Brüder im Krieg fielen. 1950 reiste sie nach Moskau, um deren Gräber aufzusuchen. 1956 starb ihr Ehemann, ein weiterer schwerer Schlag für sie. Durch einen Sturz mit dem Fahrrad auf einer Fahrt von Langula nach Mühlhausen erlitt sie eine schwere Kopfverletzung, an der sie nachfolgend am 11. Juli 1965 mit nur 60 Jahren verstarb.

Ihre letzte Ruhe fand „Mareile", Jutta Kleinschmidt, geb. Müller, im Niederdorlaer Familiengrab.

(Quelle: Rockstuhl, H./ Störzner, F. (1998): Hainich Geschichtsbuch)

Gerda Moschcau

Hainich-Rennstieg-Verein Kammerforst